ANA­LY­SE

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS -

In Deutsch­land hal­ten im­mer mehr Ju­gend­li­che die Fra­ge nach Gott für über­flüs­sig. Beim Welt­ju­gend­tag da­ge­gen zei­gen jun­ge Leu­te aus der gan­zen Welt ih­re Be­geis­te­rung für den Glau­ben. Und füh­len sich nicht al­lein.

li­cher, die als Spray­er, Ska­ter, Ex­trem­sport­ler Er­leb­nis­se su­chen. Oder die Auf­klä­rer, die in Grup­pen wie Gre­en­peace po­li­ti­sche Hal­tun­gen pro­bie­ren. Je­de Ju­gend­stu­die ent­wi­ckelt neue Ty­po­lo­gi­en. Ge­mein­sam ist ih­nen, dass Ju­gend­li­che in ih­rem je­wei­li­gen So­sein ak­zep­tiert und ernst ge­nom­men wer­den wol­len. Und das funk­tio­niert am glaub­wür­digs­ten un­ter­ein­an­der. Ein Welt­ju­gend­tref­fen ist so ei­ne Ge­le­gen­heit, Selbst­be­stä­ti­gung un­ter Gleich­ge­sinn­ten zu fin­den. Und so be­geis­tert die Ju­gend­li­chen in Kra­kau auch vor al­lem eins: die Ge­mein­schaft.

Au­ßer­dem su­chen jun­ge Leu­te nach Ak­ti­vi­tä­ten, die span­nend, reiz­voll, her­aus­for­dernd sind, und ih­nen die Mög­lich­keit ge­ben, sich aus­zu­drü­cken, ih­ren Emo­tio­nen frei­en Lauf zu las­sen. Kirch­li­che Ak­ti­vi­tä­ten, die die­sen Be­dürf­nis­sen ent­spre­chen, fin­den Zu­spruch: et­wa ge­mein­sa­me Bau­pro­jek­te, kon­kre­tes soziales En­ga­ge­ment in der Ge­mein­de, Ju­gend­wall­fahr­ten, die auch kör­per­lich her­aus­for­dern, frei­wil­li­ge so­zia­le Jah­re bei kirch­li­chen Trä­gern im In- und Aus­land. Auch die Welt­ju­gend­ta­ge bie­ten ho­hen Er­leb­nis­wert, weil sie Ju­gend­li­che aus al­ler Welt zu­sam­men­füh­ren, den All­tag aus­set­zen, Selbst­er­fah­rung er­mög­li­chen. Jun­ge Chris­ten kom­men in Gast­fa­mi­li­en un­ter, cam­pen mit Gleich­alt­ri­gen aus an­de­ren Kon­ti­nen­ten in ei­ner Turn­hal­le und er­le­ben, dass Ge­mein­schaft funk­tio­nie­ren kann. Dass es fried­lich zu­ge­hen kann auch un­ter Hun­dert­tau­sen­den Ju­gend­li­chen, wenn al­le sich trau­en, freund­lich zu sein. Ge­ra­de jun­ge Deut­sche er­le­ben bei sol­chen Tref­fen auch an­de­re For­men von Fröm­mig­keit, ein selbst­be­wuss­te­res, selbst­ver­ständ­li­che­res Aus­le­ben des ei­ge­nen Glau­bens.

Der Welt­ju­gend­tag ist ein Fest des fried­li­chen Mit­ein­an­ders, der spon­ta­nen Be­geg­nung, der sicht­ba­ren Be­geis­te­rung. Ju­gend­li­che müs­sen sich dort nicht stei­fen Tra­di­tio­nen un­ter­ord­nen, die Er­wach­se­ne ih­nen auf­zwin­gen. Sie ent­wi­ckeln ei­ge­ne For­men, fei­ern und be­ten, dis­ku­tie­ren und schwei­gen, öff­nen sich für­ein­an­der, neh­men ein­an­der ernst. Und sind so ziem­lich nah dran an der christ­li­chen Bot­schaft.

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