Weg rot ein­fär­ben

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

Zu­erst war ich po­si­tiv über­rascht über den neu­en, wirk­lich brei­ten Rad­weg der über die Fried­rich­stra­ße und dann in die Brei­te Stra­ße führt. Wenn man den Rad­weg dann fährt, merkt man je­doch schnell, dass hier nichts rich­tig durch­dacht ist. Als Au­to­fah­rer nimmt man den Rad­weg nicht ge­nug wahr, von da­her wird er meis­tens über­fah­ren. Dann feh­len an ei­ni­gen Stel­len die Mar­kie­run­gen, sind teil­wei­se ge­stri­chelt. Vor der Kreu­zung zur GrafAdolf-Stra­ße hört die Mar­kie­rung ab­rupt auf. Ich als täg­li­cher Rad­fah­rer är­ge­re mich über solch ei­nen Di­let­tan­tis­mus. Und weil ich gern Ant­wor­ten ha­ben woll­te, ha­be ich im Bü­ro vom Ver­kehrs­de­zer­nent Ste­phan Kel­ler an­ge­ru­fen. Dort frag­te ich, war­um der Rad­weg nicht im Gan­zen rot ein­ge­färbt wird, wie teil­wei­se vor Kreu­zun­gen. Ei­ne Mit­ar­bei­te­rin sag­te mir dar­auf, dass sich der Ef­fekt ab­nut­zen wür­de, und dar­um nur vor Kreu­zun­gen Rad­we­ge rot ein­ge­färbt wür­den. Mei­ner Mei­nung nach ab­so­lu­ter Quatsch. Nur so wird der Rad­weg voll­kom­men von Au­tos wahr­ge­nom­men, und nicht an­ders (war­um wer­den dann Rad­we­ge auf Geh­we­gen rot ge­pflas­tert?). Eben­falls müss­ten viel mehr Pik­to­gram­me ei­nes Fahr­ra­des auf dem Rad­weg auf­ge­bracht wer­den. Und ab­schlie­ßend soll­te die Stadt sich fra­gen, war­um nicht die größ­te Ge­fah­ren­stel­le für Rad­fah­rer ge­löst wird: die Kö­nigs­al­lee! Als Rad­fah­rer ist man auf der Kö Frei­wild. Fährt man auf dem Geh-/Rad­weg kom­men sich die Fuß­gän­ger und die Rad­fah­rer nur in die Que­re und es kommt zu gro­ßen Ge­me­cker. Fährt man auf der Stra­ße (was er­laubt ist, da der of­fi­zi­el­le Rad­weg, der rot ein­ge­färbt ist, auf dem Geh­weg ab­ge­schafft wur­de) ist die Chan­ce groß, von Au­tos an­ge­fah­ren zu wer­den, weil nie­mand der Au­to­fah­rer uns Rad­fah­rer wahr­nimmt. Na­tür­lich ha­be ich auch hier pro­vo­kant ge­fragt, wann der Rad­weg­strei­fen auf die Kö kommt. Ant­wort: Da ist nichts ge­plant. War­um? Kei­ne rich­ti­ge Ant­wort. Vor Mo­na­ten ha­be ich ei­nen Be­auf­trag­ten der Stadt für den Rad­ver­kehr dies schon ein­mal ge­fragt. Er sag­te mir da­mals, dies wä­re schlecht mit den An­lie­gern zu ver­ein­ba­ren… Oh­ne Wor­te! Sei­en wir doch mal ehr­lich, das wä­re die bes­te Lö­sung. Da wir schon ei­ne Süd-Nord-Ach­se für Rad­fah­rer ha­ben, über die Tal­stra­ße (wo ein fes­ter Rad­weg ist, und die­ser ist we­sent­lich un­ge­fähr­li­cher als der über die Fried­rich­stra­ße), dann wei­ter über die Kö. Fa­zit: nicht durch­dacht und rei­ner Ak­tio­nis­mus. Es wä­re schö­ner ge­we­sen, be­ste­hen­de Rad­weg­ach­sen zu er­wei­tern. Cars­ten Breu­er Fried­rich­stadt

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