ANA­LY­SE Nach

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS -

den An­schlä­gen in Bay­ern will Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel mit ei­nem Maß­nah­men­pa­ket das Si­cher­heits­ge­fühl der Be­völ­ke­rung stär­ken. Fünf Baustei­ne für den Kampf ge­gen IS und Co.

kräf­te, mehr Spe­zi­al­trup­pen der Po­li­zei und nicht zu­letzt durch ei­ne ein­ge­üb­te Un­ter­stüt­zung durch die Bun­des­wehr. Auf die­se theo­re­tisch auch noch zu­grei­fen zu kön­nen, reicht nicht aus. Das muss auch prak­tisch funk­tio­nie­ren. Re­kru­tie­rung un­ter­bre­chen Mit der Zahl der Ter­ro­ris­ten steigt auch die Ge­fahr von An­schlä­gen. Je­de ver­hin­der­te Ra­di­ka­li­sie­rung ist des­halb ein Er­folg im Kampf ge­gen den Ter­ror. Schwach­stel­len in Eu­ro­pa be­ste­hen in der Viel­zahl von Dschi­ha­dis­ten, die aus der EU in die Kampf­aus­bil­dung des IS ge­hen und mit Spreng­stoff- und Waf­fen­er­fah­rung in ih­re Hei­mat zu­rück­keh­ren. Sie be­ste­hen in den Ge­fäng­nis­sen, in die form­ba­re Kri­mi­nel­le rein­ge­hen und aus de­nen sie als über­zeug­te ge­walt­be­rei­te Is­la­mis­ten wie­der her­aus­kom­men. Und sie be­ste­hen in der Ver­führ­bar­keit vie­ler jun­ger Men­schen durch die hoch­pro­fes­sio­nel­le IS-Pro­pa­gan­da im In­ter­net. Dem kann man durch bes­se­re Rei­se­über­wa­chung, Rei­se­ver­bo­te, mit Vor­beu­gungs- und Aus­stei­ger­pro­gram­men so­wie durch Druck auf In­ter­net­an­bie­ter Rech­nung tra­gen. Spiel­räu­me ein­engen Die Re­ak­ti­on des Wes­tens auf den Af­gha­nis­tan-Ein­marsch der So­wjet­uni­on hat den spä­te­ren is­la­mis­ti­schen Ter­ror ge­stärkt, der Krieg ge­gen den Irak und der Bür­ger­krieg in Sy­ri­en ha­ben ein Ord­nungs­va­ku­um be­wirkt, in dem sich die IS-Mi­li­zen aus­brei­ten konn­ten. Auch die Stra­te­gie von Re­gio­nal­mäch­ten, durch Un­ter­stüt­zung oder Ge­wäh­ren­las­sen von Ter­ror­grup­pen Kon­kur­ren­ten zu schwä­chen, ver­grö­ßert die Spiel­räu­me des Ter­rors. Das ak­tu­el­le Aus­ein­an­der­bre­chen von Al Nus­ra und Al Kai­da in Sy­ri­en zeigt, wie kom­plex die Ter­ror­be­dro­hung ist und wie ih­re Or­ga­ni­sa­ti­on auf Ein­wir­kun­gen re­agiert. Wer als Staat zu Hau­se we­ni­ger Ter­ror ha­ben will, muss nicht nur Mi­li­tär­schlä­ge füh­ren, son­dern auch in der in­ter­na­tio­na­len Politik mehr an An­ti-Ter­ror-Bünd­nis­sen ar­bei­ten. Gleich­zei­tig gilt es, wirt­schaft­lich oder po­li­tisch ge­fähr­de­te Staa­ten zu sta­bi­li­sie­ren, um Nähr­bo­den für Ter­ror zu be­sei­ti­gen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.