On­line­han­del muss Alt­ge­rä­te an­neh­men

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON OLI­VER BURWIG

Klei­ne Elek­tro­ge­rä­te muss der Händ­ler im­mer ent­sor­gen, gro­ße Ge­rä­te nur beim Kauf ei­nes neu­en.

DÜS­SEL­DORF Noch drü­cken sich die meis­ten da­vor, doch seit dem 25. Ju­li sind auch On­line­händ­ler da­zu ver­pflich­tet, al­te Klein­ge­rä­te ih­rer Kun­den zu re­cy­celn. Theo­re­tisch müs­sen sie sich laut dem neu­en Elek­tro­ge­setz ab ei­ner be­stimm­ten La­ger­grö­ße um Rück­ga­be­mög­lich­kei­ten in „zu­mut­ba­rer Ent­fer­nung“vom Kun­den küm­mern. Prak­tisch kon­trol­liert das nie­mand. Doch die Kon­kur­renz macht den Händ­lern Bei­ne. Was Elek­tro­nik­märk­te schon lan­ge als Ser­vice an­bie­ten, um Kun­den zu bin­den, könn­ten auch In­ter­net­händ­ler für sich ent­de­cken.

Erst 2600 von 50.000 Händ­lern sei­en ih­rer Pflicht nach­ge­kom­men, sich bei der Stif­tung Elek­tro-Alt­ge­rä­te Re­gis­ter ( EAR) an­zu­mel­den, sag­te ei­ne EAR-Spre­che­rin. Die Re­gis­trie­rung ist vor­ge­schrie­ben, wenn das La­ger des On­line­händ­lers oder die Ver­kaufs­flä­che des sta­tio- nä­ren Mark­tes 400 Qua­drat­me­ter misst. Aus­ge­dien­te Ge­rä­te mit Ab­mes­sun­gen un­ter 25 Zen­ti­me­tern dür­fen in un­be­grenz­ter Zahl ab­ge­ge­ben wer­den (0:1-Rück­nah­me), grö­ße­re wie Wasch­ma­schi­nen oder Her­de müs­sen Händ­ler nur beim Kauf ei­nes „ähn­li­chen“Ge­räts an­neh­men (1:1-Rück­nah­me).

Zwar kon­trol­liert kei­ner, ob sich die Händ­ler auch dar­an hal­ten. Doch man ge­he da­von aus, so die EAR-Spre­che­rin, dass die Kon­kur­renz zwi­schen den An­bie­tern da­für sorgt, dass die Händ­ler Rück­ga­be­mög­lich­kei­ten schaf­fen.

Pe­ter Ach­ten, Chef des Han­dels­ver­bands NRW, glaubt nicht, dass Un­ter­neh­men über­for­dert wer­den. „Es sind ja längst nicht al­le be­trof­fen.“Die La­ger­flä­che von 400 Qua­drat­me­tern wer­de nur von grö­ße­ren Händ­lern er­reicht. Mit der Rück­nah­me könn­ten sich Be­trie­be zu­dem pro­fi­lie­ren, in­dem sie die­se für ih­re Kun­den rei­bungs­los gestal­ten. Zu­dem sei­en On­line­händ­ler na­tur­ge­mäß lo­gis­tisch gut auf­ge­stellt und könn­ten in je­dem Fall auf spe­zia­li­sier­te Di­enst­leis­tungs­un­ter­neh­men zu­rück­grei­fen, die sich um die Ab­ho­lung des Schrotts be­mü­hen.

Kos­ten der Alt­ge­rä­te-An­nah­me dür­fen die Händ­ler laut der Stif­tung EAR nicht auf die Kun­den ab­wäl­zen. Zum Pro­blem könn­ten auch Grenz­fäl­le wer­den, wenn ein Händ­ler ein Groß­ge­rät nicht an­neh­men will, weil der Kun­de ein et­was an­de­res Mo­dell ge­kauft hat. „Das wä­re aber ein Ar­muts­zeug­nis für den Ver­käu­fer“, sagt Phi­lip Heldt von der Ver­brau­cher­zen­tra­le NRW. In je­dem Fall müss­ten Ver­brau­cher bei der 1:1-Rück­nah­me dar­auf ach­ten, dem Händ­ler vor dem Kauf mit­zu­tei­len, dass ei­ne Ab­ho­lung des al­ten Ge­rä­tes ge­wünscht ist.

Grund­sätz­lich ha­be je­der Kun­de die Mög­lich­keit, sich bei feh­len­dem Ser­vice beim Um­welt­amt zu be­schwe­ren, sagt Heldt. Ins­ge­samt er­war­te die Ver­brau­cher­zen­tra­le ei­nen po­si­ti­ven Ef­fekt des Ge­set­zes. Denn nun er­hal­ten Kun­den ne­ben den kom­mu­na­len Wert­stoff­hö­fen ei­ne wei­te­re Re­cy­cling-Mög­lich­keit.

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