Enor­mer Ein­fluss

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - LESERBRIEFE -

Zu „Die Tür­kei ist im­mer bei uns“(RP vom 19. Ju­li): Da zir­ka 80 Pro­zent der bei uns le­ben­den Deutsch­Tür­ken/Tür­ken aus­schließ­lich tür­ki­sches Fern­se­hen schau­en, ist es nicht ver­wun­der­lich, dass so vie­le dem Auf­ruf Er­do­gans ge­folgt sind und noch in der Nacht auf die Stra­ßen ge­gan­gen sind, ob­wohl hier bei uns kein Putsch statt­fand und so­mit auch nicht ge­gen Pan­zer und put­schen­des Mi­li­tär vor­zu­ge­hen war. Die­se Fern­seh­ge­wohn­heit, die Pre­dig­ten von 970 tür­ki­schen Ima­men in den Mo­sche­en und der gro­ße Ver­band DI­TIB, der dem tür­ki­schen Kul­tur­mi­nis­te­ri­um di­rekt un­ter­steht, ha­ben hier ei­nen enor­men Ein­fluss, auch was das re­li­giö­se Ver­hal­ten be­trifft. Wer­ner Schei­bel 40723 Hil­den Es ist für mich un­be­greif­lich, wie Frau Mer­kel & Co. den Putsch­ver­such „aufs Schärfs­te“ver­ur­tei­len kön­nen, gleich­zei­tig aber be­sorgt sind, die Tür­kei wer­de zu ei­ner Dik­ta­tur. Ist sie das nicht schon? Und war­um soll­te man ei­nen „de­mo­kra­tisch ge­wähl­ten Prä­si­den­ten“nicht stür­zen dür­fen, wenn die­ser die Men­schen­rech­te miss­ach­tet, die De­mo­kra­tie (mit­samt je­der Op­po­si­ti­on) ab­ge­schafft hat, der er­wägt, die To­des­stra­fe wie­der ein­zu­füh­ren und jetzt blu­ti­ge Ra­che an de­nen nimmt, die nur da­für ein­ge­tre­ten sind, dass die Tür­kei im Sin­ne des Staats­grün­ders Ata­türk sä­ku­lar bleibt bzw. wie­der wird? Pe­ter Er­misch 40545 Düs­sel­dorf War­um er­in­ner­te mich der ge­schei­te­te Putsch­ver­such in der Tür­kei nur so an den 20. Ju­li 1944? Auch hier könn­te man Ver­glei­che zu heu­te an- stel­len, nur darf man die­ses auf der Stra­ße oder eben in sei­ner An­sicht sel­ten so dar­stel­len. Das Schmäh­ge­dicht auf Herrn Er­do­gan war si­cher et­was über­trie­ben, er­zeug­te aber auch hier so­fort ent­spre­chen­de Re­ak­tio­nen in der Tür­kei. Und lei­der scheint es so, dass wir die Tür­kei für un­se­re In­ter­es­sen brau­chen und Prä­si­dent Er­do­gan am län­ge­ren He­bel sitzt. Rei­sen Frau Mer­kel oder an­de­re Po­li­ti­ker in die Tür­kei zu Ge­sprä­chen an, er­in­nert mich auch die­ses wie­der an die Ver­hand­lun­gen zum Mün­che­ner Ab­kom­men. Auch da­mals woll­te man „die Welt und sei­ne ei­ge­ne Si­cher­heit“ret­ten und ließ da­für al­les wei­ter­lau­fen. War­ten wir mal ab, wie sich die Tür­kei jetzt ent­wi­ckelt. Hen­rich Kühl­ken per Mail Es kann ei­nen nur schau­dern, wenn man nach Nizza oder Würz­burg schaut oder wenn man sieht, was in der Tür­kei oder den USA vor sich geht. In den so­zia­len Netz­wer­ken darf man gar nicht al­les le­sen, was da ge­schrie­ben wird von den grö­ßen­wahn­sin­ni­gen und frus­trier­ten Ra­di­ka­len al­ler Cou­leur. Ich glau­be, für Kri­sen wie die­se wur­de un­ser Grund­ge­setz ver­fasst. Es schützt die Be­völ­ke­rung vor sich selbst oder ei­ne knapp un­ter­le­ge­ne Min­der­heit vor der Will­kür der 51-pro­zen­ti­gen Mehr­heit wie in der Tür­kei oder En­g­land. So­lan­ge ei­ne Be­völ­ke­rung mit der ge­gen­wär­ti­gen po­li­ti­schen Bil­dung auf Kri­sen so emo­tio­nal re­agiert, soll­ten wir uns da­vor hü- Mar­kus Meis­ter 41239 Mön­chen­glad­bach In den letz­ten Mi­nu­ten vor dem Start des Rie­sen­feu­er­werks wur­de der Feu­er­wer­ker in­ter­viewt. Sei­ne An­span­nung ob der Ver­ant­wor­tung war ihm an­zu­mer­ken. Beim Zäh­len des Count­downs seg­ne­te er sich un­auf­fäl­lig mit dem Kreuz­zei­chen und ver­beug­te sich in Rich­tung Rhein, Ab­schuss­ram­pe und der meh­re­ren 100.000 Zu­schau­er. Ho­hen Re­spekt zol­le ich die­sem Fach­mann, der in

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