Wun­der­schön und cha­rak­ter­stark – Bunt­bar­sche im Aqua­ri­um hal­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DIE TIERWELT - VON KATH­RIN WE­SO­LOW­SKI

Bunt­bar­sche zäh­len zu den viel­sei­tigs­ten Fisch­fa­mi­li­en fürs Aqua­ri­um. Aber sie stel­len An­sprü­che – wenn man nicht auf­passt, kann es bö­se en­den.

Die ei­nen glän­zen strah­lend­blau im Was­ser, an­de­re schwim­men in Son­nen­gelb: Bunt­bar­sche sind ei­ne der ar­ten­reichs­ten Fisch­fa­mi­li­en, Tau­sen­de un­ter­schied­li­che gibt es. Und vie­le von ih­nen se­hen be­son­ders schön aus – des­halb sind die Fi­sche, die et­wa in In­di­en, Afri­ka und Nord­ame­ri­ka be­hei­ma­tet sind, auch bei Aqua­ri­en­be­sit­zern sehr be­liebt. Aber: Nicht je­der Bunt­barsch soll­te mit be­lie­bi­gen Ver­wand­ten ge­hal­ten wer­den.

Bunt­bar­sche wer­den in der Wis­sen­schaft Cich­li­den ge­nannt, er­klärt An­ton Lam­boj, Wis­sen­schaft­ler am De­part­ment für in­te­gra­ti­ve Zoo­lo­gie in Wien. Ih­ren Na­men tra­gen sie we­gen der meist bun­ten Fär­bung und des bar­sch­ar­ti­gen Aus­se­hens.

Be­son­ders ihr bun­tes Äu­ße­res macht Bunt­bar­sche zu be­lieb­ten Haus­fi­schen. Ste­phan Ko­blmül­ler aus Graz er­läu­tert, dass die Far­be der Schup­pen für die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Bunt­bar­sche wich­tig ist – bei­spiels­wei­se für die Part­ner­wahl oder für das Er­ken­nen von Do­mi­nanz. Je nach so­zia­lem Sta­tus der Fi­sche än­dert sich die Fär­bung – do­mi­nan­te Fi­sche ha­ben meist ei­ne stär­ke­re Fär­bung als we­ni­ger do­mi­nan­te.

Die Beu­len­kopf-Maul­brü­ter bei­spiels­wei­se sind tief­blau. „Wun­der­schön blau ge­färb­te Fi­sche sind in mitt­le­ren Was- ser­schich­ten in gro­ßen Se­en, die eben­falls blau sind, bes­tens ge­tarnt“, er­klärt Bio­lo­ge und Zo­o­päd­ago­ge Frank Vel­te.

Die vie­len Ar­ten der Bunt­bar­sche un­ter­schei­den sich aber nicht nur in der Far­be – auch Form, Grö­ße und Ver­hal­ten sind ganz ver­schie­den. Je nach Art könn­ten sie ge­mein­sam mit an­de­ren Fi­schen im Aqua­ri­um ge­hal­ten wer­den oder nicht, sagt Ko­blmül­ler.

Bei­spiels­wei­se soll­ten Schlank­cich­li­den und Schne­cken­bunt­bar­sche bes­ser nicht ge­mein­sam in ei­nem Aqua­ri­um le­ben, da die ei­nen aus dem Ma­la­wi-, die an­de­ren aus dem Tan­ga­ni­j­ka­see in Afri­ka stam­men. Des­halb gilt es, Kreu­zun­gen zu ver­mei­den, da die­se Bunt­bar­sche auch in der Na­tur nicht auf­ein­an­der­tref­fen. Wer Bunt­bar­sche mit Fi­schen an­de­rer Fa­mi­li­en hal­ten will, soll­te auch auf die Ei­gen- schaf­ten der Tie­re ach­ten: Da Bunt­bar­sche meist sehr durch­set­zungs­stark sind, soll­ten sie laut Ko­blmül­ler mit ähn­li­chen Fi­schen ge­hal­ten wer­den.

Vel­te rät au­ßer­dem da­zu, fisch­fres­sen­de Bunt­bar­sche wie Raub­cich­li­den nur mit et­wa gleich gro­ßen Fi­schen zu- sam­men­zu­set­zen. Man­che Raub­cich­li­den wer­den recht groß, Zwerg­bunt­bar­sche aus Süd­ame­ri­ka sind da­ge­gen nur rund vier Zen­ti­me­ter klein. Die­se bei­den zu­sam­men zu hal­ten, könn­te schwie­rig wer­den. Au­ßer­dem soll­ten Aqua­ri­um­be­sit­zer Bunt­bar­sche bes- ser nicht mit an­de­ren re­vier­bil­den­den Fi­schen zu­sam­men­set­zen, denn die Cich­li­den selbst sind schon do­mi­nant ge­nug. In pri­va­ten Aqua­ri­en sind Bra­bant­bunt­bar­sche, Dis­kus­fi­sche, der Gol­de­ne La­bi­dochro­mis und der Blaue Ma­la­wi-Bunt­barsch be­son­ders be­liebt. Auch der bunt schim­mern­de Scha­be­mund-Bunt­barsch und der Sal­vins Bunt­barsch wer­den oft zu Hau­se ge­hal­ten.

Im Aqua­ri­um ist es wich­tig, den Fi­schen vie­le Ver­ste­cke und bei­spiels­wei­se Wur­zeln an­zu­bie­ten, da­mit sie ih­re Ter­ri­to­ri­en gut ab­gren­zen kön­nen. Bei klei­nen Bunt­bar­schen wie den Ma­la­wi­see-Cich­li­den sind Pflan­zen im Aqua­ri­um in Ord­nung. Bei grö­ße­ren Ar­ten soll­te man bes­ser auf das Grün im Was­ser ver­zich­ten, weil die Bunt­bar­sche zur Re­vier­ge­stal­tung und Fut­ter­su­che ger­ne gr­a­ben.

Lam­boj be­tont au­ßer­dem, dass die Bunt­bar­sche auch un­ter­ein­an­der durch­aus ag­gres­siv sein kön­nen. Das stei­gert sich vor al­lem in Zei­ten der Brut­pfle­ge. Paar­bil­den­de Ar­ten brau­chen au­ßer­dem mehr Platz. Des­we­gen soll­te man nicht zu vie­le Cich­li­den der­sel­ben Art in ei­nem Aqua­ri­um hal­ten, da­bei kommt es aber im­mer auf die Grö­ße des Aqua­ri­ums und die je­wei­li­ge Art an.

Wel­chen pH-Wert das Was­ser im Aqua­ri­um ha­ben soll­te, das ist eben­falls ganz un­ter­schied­lich und hängt von Art und Her­kunft der Bunt­bar­sche ab, er­klärt Bio­lo­ge Vel­te. Hal­ter soll­ten sich am bes­ten bei Zoo­lo­gen oder in ei­ner Tier­hand­lung in­for­mie­ren.

Wer al­so Bunt­bar­sche hal­ten möch­te, soll­te sich al­so gut in­for­mie­ren – und dann den An­blick der kun­ter­bun­ten Bunt­bar­sche im Aqua­ri­um ent­spannt ge­nie­ßen.

FO­TOS (2): ANDREA WARNECKE/TMN

Dis­kus­fi­sche gibt es in den un­ter­schied­lichs­ten Far­ben– wie hier in Gelb-Gold.

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