Aus dem Le­ben ei­nes jun­gen Dres­sur­pferds

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DIE TIERWELT -

Darf ich mich vor­stel­len? Kat­han mein Na­me. Mein neu­es­tes Hob­by ist Klet­tern im Wald. Sie fra­gen sich jetzt wahr­schein­lich: Wie be­scheu­ert sieht das denn aus, wenn un­ser­eins klet­tert und wie soll das über­haupt ge­hen? Dres­sur­pfer­de ha­ben zwar auch vier Bei­ne, sind aber nun mal kei­ne tritt­si­che­ren und klet­ter­freu­di­gen Esel. Ob­wohl . . .

Je­den­falls war ich, als mein Mensch zum ers­ten Mal mit mir in den Wald ritt, so rich­tig auf­ge­regt. Neue Um­ge­bung! Über­all Blät­ter! Lö­cher im Bo­den, ra­scheln­des Laub. Ich schnauf­te wie ein klei­ner Dra­che, fand es aber auch himm­lisch: rie­chen, gu­cken, hor­chen und gar nicht ar­bei­ten! Nach und nach ge­wöhn­te ich mich ans Nach-drau­ßen-Ge­hen, auch wenn wir Pfer­de ei­gent­lich kei­ne Wald- son­dern Step­pen­tie­re sind. Aber okay. Je­den­falls bin ich im­mer ganz ver­gnügt, wenn ich mer­ke, dass es Rich­tung Bäu­me geht. Un­ser Wald­weg führt erst ein­mal ziem­lich steil ab­wärts, in Kur­ven und Bö­gen, die ich ganz al­lein be­wäl­ti­gen muss, weil mein Mensch mich ma­chen lässt. Ich muss auf Wur­zeln und Pfüt­zen ach­ten, un­ter tief hän­gen­den Äs­ten her­tau­chen. Zu­rück geht es ent­spre­chend steil wie­der nach oben. Für mein Seel­chen toll. Und für mein Hin­ter­teil erst! Un­se­re Au­to­rin Gökçen Stenzel, Lei­ten­de Re­gio­nal­re­dak­teu­rin in Hil­den, ist seit mehr als 30 Jah­ren Rei­te­rin und Be­sit­ze­rin von Dres­sur­pfer­den.

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