Tipps für al­ters­ge­rech­tes Woh­nen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - BERUF KARRIERE & - VON KAT­JA FISCHER

Im Al­ter blei­ben vie­le Se­nio­ren in ei­nem viel zu gro­ßen Haus zu­rück, um das man sich küm­mern muss. Wie wä­re es da mit dem Bau ei­nes neu­en, klei­ne­ren Häu­schens? Da­für spricht vor al­lem, dass man es al­ters­ge­recht bau­en kann.

Mit über 50 noch ein­mal neu bau­en? War­um denn nicht? Das Fa­mi­li­en­do­mi­zil ist schon zu groß ge­wor­den – oder wird es spä­tes­tens nach dem Aus­zug der er­wach­se­nen Kin­der. Al­so wagt man den Schritt und er­rich­tet im drit­ten Le­bens­ab­schnitt ein Haus, das per­fekt zu den neu­en Be­dürf­nis­sen passt. Und das ist so­gar auf zwei Wei­sen ei­ne In­ves­ti­ti­on in die Zu­kunft: Man ist ge­rüs­tet für das Le­ben im Al­ter zu Hau­se. Und al­ters­ge­rech­te Häu­ser sind ge­fragt, sie ha­ben da­her ei­nen gu­ten Wie­der­ver­kaufs­wert. Tipps zur Pla­nung: Mit­ten im Le­ben bau­en Wäh­rend Fa­mi­li­en mit klei­nen Kin­dern gern et­was au­ßer­halb von Städ­ten im Grü­nen le­ben, zieht es Äl­te­re in be­leb­te­re Ge­gen­den. „Ei­ne gu­te Ver­kehrs­an­bin­dung, Ärz­te, Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten, Kultur und ein an­ge­neh­mes so­zia­les Mit­ein­an­der sind ih­nen wich­tig“, be­rich­tet Ma­ria Böh­mer von der Be­ra­tungs­stel­le Bar­rie­re­frei­heit der Baye­ri­schen Ar­chi­tek­ten­kam­mer. „Je äl­ter die Men­schen wer­den, des­to mehr Zeit ver­brin­gen sie er­fah­rungs­ge­mäß zu Hau­se und in ih­rem un­mit­tel­ba­ren Um­feld.“ 100 Qua­drat­me­ter ma­xi­mal Weil nur noch ein bis zwei Per­so­nen im Haus­halt le­ben, kann das neue Zu­hau­se deut­lich klei­ner aus­fal­len als das al­te. „Statt 150 oder 200 Qua­drat­me­ter rei­chen äl­te­ren Paa­ren meist 100 Qua­drat­me­ter oder so­gar noch we­ni­ger“, sagt Böh­mer. Aber zu klein darf es auch wie­der nicht sein, wenn es für die Fa­mi­lie und an­de­re Be­su­cher of­fen ste­hen soll. „Soll ein Gäs­te­zim­mer ein­ge­plant wer­den? Brau­chen die Part­ner Rück­zugs­mög­lich­kei­ten, zum Bei­spiel ge­trenn­te Schlaf­zim­mer, Hob­by- oder Le­se­zim­mer? Sol­che Fra­gen müs­sen im Vor­feld ge­klärt wer­den“, sagt die Wohn­be­ra­te­rin. Mit Ein­lie­ger­woh­nung Las­sen es Grund­riss und Bud­get zu, ist der Bau ei­ner Ein­lie­ger­woh­nung denk­bar. Die kann sich spä­ter als sehr prak­tisch er­wei­sen. „Falls die Be­woh­ner im hö­he­ren Le­bens­al­ter Hil­fe be­nö­ti­gen, kann dort zum Bei­spiel ei­ne Pfle­ge­kraft woh­nen“, sagt Frank Ley­hau­sen von der Deut­schen Se­nio­ren­li­ga. Oder man sieht die Ver­mie­tung der Ein­lie­ger­woh­nung als zu­sätz­li­che Ein­nah­me­quel­le zur Ren­te an. Nur ein Stock­werk Auch wenn die Bau­her­ren mit 50 plus fit sind, soll­ten sie die Ent­wick­lung der nächs­ten Jahr­zehn­te schon bei der Pla­nung im Blick ha­ben. Böh­mers Tipp: „Güns­tig ist es, auf ei­ner Ebe­ne zu bau­en. Dann ent­fällt das Trep­pen­stei­gen, das im hö­he­ren Al­ter doch be­schwer­lich wer­den kann.“Und spa­ren lässt sich in die­sem Zu­sam­men­hang auch, wenn man auf den Kel­ler ver­zich­tet. „Wasch­ma­schi­ne und Trock­ner sind oh­ne­hin bes­ser im Erdge- passt wer­den.“Denn es sind kei­ne tra­gen­den Wän­de vor­han­den, die die Gestal­tung der In­nen­räu­me ein­schrän­ken. Zwei Bä­der Aber auch mehr­ge­schos­si­ge Häu­ser kön­nen für das Le­ben im hö­he­ren Al­ter durch­aus at­trak­tiv und an­ge­nehm sein. Vor­aus­ge­setzt, sie sind da­für prä­pa­riert. „Grund­sätz­lich emp­fiehlt es sich, bei Häu­sern mit meh­re­ren Eta­gen so zu pla­nen, dass es im Be­darfs­fall mög­lich ist, un­kom­pli­ziert in die un­te­re Eta­ge zu zie­hen“, sagt Ley­hau­sen. Da­zu ge­hört, dass oben und un­ten je­weils ein voll­wer­ti­ges Ba­de­zim­mer ein­ge­baut wird. Ge­ra­de Trep­pe oder Auf­zug ein­pla­nen „Die Trep­pen soll­ten mög­lichst ge­ra­de und schnör­kel­los sein“, er­klärt Ley­hau­sen. „Wen­del­trep­pen ber­gen näm­lich er­heb­li­che Sturz­ge­fah­ren.“Au­ßer­dem las­sen sich an gera­den Trep­pen leich­ter Trep­pen­lif­te an­brin­gen. Aber es gibt auch noch Al­ter­na­ti­ven da­zu: Et­wa Per­so­nen­auf­zü­ge, mit de­nen man den Weg zwi­schen Un­ter- und Ober­ge­schoss be­quem zu­rück­le­gen kann. „Sie brau­chen we­nig Platz und sind so gut de­signt, dass sie so­gar zu ei­nem Blick­fang im Wohn­zim­mer wer­den“, er­klärt Wind­sch­eif. Da sie sich fern­steu­ern las­sen, kön­nen nicht nur Per­so­nen trans­por­tiert, son­dern auch Ge­gen­stän­de nach oben oder un­ten ge­schickt wer­den.

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