Auf­la­ge hilft nicht wei­ter

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

ar­ne.lieb@rheinische-post.de ie Wohn­sitz­auf­la­ge soll Städ­te da­vor be­wah­ren, dass sie we­gen güns­ti­gen Wohn­raums den Groß­teil der Flücht­lin­ge an­zie­hen. Das ist ein star­ker Ein­griff in den Markt – mit är­ger­li­chen Fol­gen. In Düsseldorf herrsch­te schon vor der Flücht­lings­kri­se ein Man­gel an Woh­nun­gen, nun stellt sich die Fra­ge, wie man Tau­sen­de wei­te­re Su­chen­de un­ter­brin­gen soll. Dar­un­ter lei­den nicht zu­letzt die Flücht­lin­ge, die lan­ge in Sam­mel­un­ter­künf­ten le­ben müs­sen, weil sie nichts an­de­res fin­den, und bei der ver­zwei­fel­ten Su­che zu ei­nem Ziel für Be­trü­ger wer­den. Zu­dem ist ab­zu­se­hen, dass vie­le Men­schen nach den drei vor­ge­schrie­be­nen Jah­ren oh­ne­hin um­zie­hen.

Na­tür­lich darf sich Düsseldorf nicht aus der Ver­ant­wor­tung zie­hen. Die Stadt muss mehr güns­ti­gen Wohn­raum schaf­fen. So schnell wird das aber nicht in aus­rei­chen­der Men­ge ge­hen. Es kann nicht die Lö­sung sein, dass zu­gleich in den Nach­bar­städ­ten vie­le Woh­nun­gen leer ste­hen. Die Wohn­sitz­auf­la­ge muss ge­lo­ckert wer­den. Ein fi­nan­zi­el­ler Aus­gleich un­ter den Städ­ten könn­te ein fai­rer Kom­pro­miss sein.

DMan kennt sich, man hilft sich

thors­ten.breitkopf @rheinische-post.de ür Au­ßen­ste­hen­de nach­voll­zieh­bar und rhe­to­risch ge­schickt er­klär­te Tou­ris­mus­agen­tur­chef Frank Schra­der, war­um er die Fir­ma Ar­tec für den Weih­nachts­markt Scha­dow­platz be­vor­zugt. Ei­ne Prä­sen­ta­ti­on zeig­te, wie die Hüt­ten der Zu­kunft aus­se­hen könn­ten. Es wä­re die schlan­kes­te Lö­sung. Doch da­mit beißt er wohl auf Gra­nit. Die bei­den gro­ßen Par­tei­en, sonst eher sel­ten ei­ner Mei­nung, schlos­sen ei­ne Art gro­ße Weih­nachts­markt-Ko­ali­ti­on. Sie wol­len ei­ne Düs­sel­dor­fer Lö­sung und kei­ne frem­de Fir­ma aus ei­ner an­de­ren Stadt. Die ro­ten und schwar­zen Rats­mit­glie­der mach­ten kei­nen Hehl dar­aus, dass sie den Düs­sel­dor­fer Schau­stel­ler­ver­band und nicht den von Schra­der prä­fe­rier­ten „Fremd­ling“be­vor­zu­gen. Die Düs­sel­dor­fer Schau­stel­ler ha­ben dem Ver­neh­men nach zu­vor gu­te Lob­by­ar­beit ge­macht. Of­fen­sicht­lich ei­ne bes­se­re als Schra­der. Der muss­te ges­tern die Lek­ti­on ler­nen, dass im Rhein­land lie­ber Ge­schäf­te mit Rhein­län­dern ge­macht wer­den. Man könn­te auch sa­gen: Man kennt sich, man hilft sich.

Fchris­ti­an.herrendorf @rheinische-post.de ie „Rhi­ne Guards“aus El­ler ha­ben ei­nen gro­ßen Traum: Sie wol­len ein­mal bei der Steu­ben-Pa­ra­de im Sep­tem­ber in New York mit­zie­hen. Im Mo­ment er­le­ben die Mu­si­ker mit dem Fai­b­le für US-Mar­sch­mu­sik ei­nen Alp­traum: Oh­ne, dass sie ir­gend­et­was da­für kön­nen, wer­den sie mit der AfD und de­ren Po­li­tik in Ver­bin­dung ge­bracht. Sie müs­sen sich recht­fer­ti­gen und ste­hen trotz so­fort ein­ge­lei­te­ter Ge­gen­schrit­te im­mer noch im In­ter­net auf der Sei­te der AfD-Vor­sit­zen­den Frau­ke Pe­try.

Die Schüt­zen brau­chen mehr Schutz. Na­tür­lich tre­ten sie in der Öf­fent­lich­keit auf und wer­den dort in ih­ren ro­ten Uni­for­men fo­to­gra­fiert. So­weit be­steht auch noch kein Pro­blem. Die Ge­sich­ter von sie­ben Corps-Mit­glie­dern sind aber auf der Face­book-Sei­te klar zu er­ken­nen. Dar­auf muss Face­book re­agie­ren, wenn die Män­ner er­klä­ren, dass sie da­mit nicht ein­ver­stan­den sind. Pe­try be­geht ei­nen Rechts­ver­stoß, denn selbst wenn die AfD das Bild auf le­ga­lem Weg er­hal­ten hat, weiß sie jetzt, dass da Düs­sel­dor­fer auf ih­rem Recht am ei­ge­nen Bild be­ste­hen. Dass sie das vor­sätz­lich igno­riert, be­legt ih­re Stel­lung­nah­me.

DSchüt­zen brau­chen Schutz

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