SE­RIE EVONIK KINDERUNI Mal grün, mal gelb: So wird der Rot­kohl kun­ter­bunt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON VE­RE­NA BRETZ

Es sieht aus wie ein Zau­ber­trick, ist aber Che­mie: Rot­kohl­saft kann sei­ne Far­be wech­seln. Das zeigt ein Ex­pe­ri­ment.

Zei­tungs­mons­ter Kru­schel stürmt wü­tend in Pro­fes­sor Pro­tos La­bor. „Ich ha­be mich ge­strit­ten“, er­zählt das Zei­tungs­mons­ter dem Che­mi­ker. „Ich ha­be mei­nem Freund er­zählt, dass ich Rot­kohl ko­chen wer­de. Und mein Freund hat be­haup­tet, das hei­ße Blau­kraut.“„Wie dumm von euch“, sagt Pro­to. „Denn ihr habt bei­de recht. Ich ken­ne da ein Ex­pe­ri­ment, das dir die Sa­che er­klärt.“Du kannst das Ex­pe­ri­ment des Pro­fes­sors ganz ein­fach nach­ma­chen.

Zu­erst stellt Pro­to den Rot­kohl­saft her. Da­für schnei­det er ei­nen Rot­kohl in Stü­cke, gibt sie in ein Glas und füllt es mit Was­ser. Dann muss Kru­schel um­rüh­ren und das ge­färb­te Was­ser an­schlie­ßend durch ein Sieb gie­ßen. „Die Flüs­sig­keit ist nicht be­son­ders stark ge­färbt, und der Farb­stoff hält auch nicht lan­ge“, sagt Pro­to. „Wenn du ei­ne stär­ke­re Fär­bung ha­ben möch­test, musst du den Kohl ko­chen. Aber da­für ha­ben wir jetzt kei­ne Zeit!“

Denn Kru­schel muss nun un­ter­schied­li­che Stof­fe in je­weils ein Glas fül­len. In ei­nes gibt er ei­nen hal­ben Tee­löf­fel Na­tron (Back­pul­ver geht auch), in ein an­de­res kommt Wasch­pul­ver. Zu­dem gibt er in die üb­ri­gen Glä­ser je­weils ei­ni­ge Sprit­zer Zi­tro­nen­saft und Es­sig. „Ein Glas kannst du au­ßer­dem mit Lei­tungs­was­ser und ei­nes mit Spru­del­was­ser fül­len“, sagt Pro­to. „Du könn­test den Ver­such auch mit Milch, Ap­fel­saft oder Sei­fe ma­chen.“

Kru­schel füllt zum Schluss die Glä­ser mit dem Na­tron, dem Wasch­pul­ver, dem Es­sig und dem Zi­tro­nen­saft mit Lei­tungs­was­ser auf und rührt so lan­ge um, bis sich das Wasch­pul­ver und das Na­tron auf­ge­löst ha­ben.

Al­le Flüs­sig­kei­ten sind mehr oder we­ni­ger durch­sich­tig und farb­los. „Das wird sich schnell än­dern“, sagt Pro­to und weist Kru­schel an: „Gib ei­nen kräf­ti­gen Schuss Rot­kohl­saft da­zu – am bes­ten ein Schnaps­glas voll. Schau, was pas­siert!“In je­dem Glas hat der Rot­kohl­saft ei­ne an­de­re Far­be: von Hell­ro­sa und Rot über Vio­lett und Blau­grün bis hin zu Grün. „Die Far­be des Saf­tes hat sich ge­än­dert, je nach­dem ob ei­ne Lö­sung sau­er oder ba­sisch ist“, sagt Pro­to. „Was ist ba­sisch?“, fragt Kru­schel. „Das Ge­gen­teil von sau­er nen­nen wir Che­mi­ker ba­sisch“, er- klärt der Pro­fes­sor. „Im Rot­kohl ist ein Farb­stoff, der re­agiert auf Sau­res und auf Ba­si­sches: Er hat dann je­des Mal ei­ne an­de­re Far­be. Des­halb fär­ben sich die Flüs­sig­kei­ten in den Glä­sern – je nach­dem, wie sau­er oder ba­sisch sie sind.“Hell­ro­sa zum Bei­spiel weist auf sehr sau­re Flüs­sig­keit hin, Blau, Grün und Gelb auf ba­si­sche Flüs­sig­kei­ten. „Eu­er Streit war al­so un­nö­tig“, sagt Pro­to. „Rot­kohl heißt in ei­ni­gen Ge­gen­den Blau­kraut, weil man dort beim Ko­chen kei­nen Zi­tro­nen­saft, Es­sig und auch kei­ne Äp­fel hin­zu­gibt. Al­so kei­ne Zu­ta­ten, die Säu­re ent­hal­ten. Der Kohl bleibt des­halb blau.“

Ein Heft mit al­len Fol­gen die­ser Se­rie kann im In­ter­net vor­be­stellt wer­den un­ter www.rp-on­line.de/ evonik.

GRA­FIK: MÜL­LER

So machst du das Ex­pe­ri­ment nach: Gib Rot­kohl­stück­chen in ein Glas mit Was­ser und gie­ße es durch ein Sieb. Fül­le Na­tron, Wasch­pul­ver, Zi­tro­nen­saft, Es­sig, Lei­tungs­was­ser und Mi­ne­ral­was­ser in Glä­ser und gib je­weils ei­nen Schuss Rot­kohl­saft hin­zu. Be­ob­ach­te, wel­che Far­ben die Flüs­sig­kei­ten an­neh­men.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.