NRW-Pen­si­ons­fonds fi­nan­ziert Pan­nen­mei­ler

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON ANT­JE HÖNING

AA­CHEN Die bel­gi­schen Pan­nen­re­ak­to­ren Ti­han­ge und Do­el wer­den von Nord­rhein-West­fa­len un­ter­stützt – ob­wohl das Land die Still­le­gung der Mei­ler for­dert. So ist der NRW-Pen­si­ons­fonds über Un­ter­neh­mens­an­lei­hen mit 14,6 Mil­lio­nen Eu­ro an den fran­zö­si­schen Ener­gie­kon­zer­nen EDF und En­gie be­tei­ligt. Das ent­spricht laut NRWFi­nanz­mi­nis­te­ri­um 0,14 Pro­zent des Fonds. Hin­zu kom­men Be­tei­li­gun­gen über In­dex­fonds. En­gie be­treibt über sei­ne bel­gi­sche Toch­ter Elec­tra­bel die Mei­ler Do­el und Ti­han­ge, EDF ist für die um­strit­te­nen fran­zö­si­schen Mei­ler Fes­sen­heim und Cat­te­nom ver­ant­wort­lich.

„Ei­ne Fi­nan­zie­rung von brö­ckeln­den Hoch­ri­si­ko-Re­ak­to­ren aus NRW darf es nicht ge­ben. Das Land muss so­fort aus die­sen pro­ble­ma­ti­schen An­la­gen aus­stei­gen“, sag­te Grü­nen-Frak­ti­ons­chef Mehr­dad Mo­s­to­fi­z­a­deh. Zum 1. Ju­ni tritt ei­ne Re­form der An­la­ge­richt­li­ni­en in Kraft. Da­nach muss sich die An­la­ge der für die künf­ti­gen Be­am­ten­pen­sio­nen be­stimm­ten Gel­der auch an so­zia­len und nach­hal­ti­gen Aspek­ten ori­en­tie­ren. Die Richt­li­ni­en schlie­ßen Un­ter­neh­men aus, die mit Atom­kraft mehr als fünf Pro­zent ih­res Um­sat­zes ma­chen. Die Re­form könn­te Um­schich­tun­gen im Be­stand aus­lö­sen, er­klär­te das Mi­nis­te­ri­um. „Die Aus­wir­kun­gen spe­zi­ell im en­er­gie­wirt­schaft­li­chen Be­reich sind der­zeit noch nicht ab­zu­schät­zen.“Der Pen­si­ons­fonds hat ein Vo­lu­men von 10,4 Mil­li­ar­den Eu­ro. Das Geld ist un­ter an­de­rem in Staats­an­lei­hen (von Bel­gi­en, Frank­reich, Ös­ter­reich), Un­ter­neh­mens­an­lei­hen und In­dex-Fonds an­ge­legt.

Doch die deut­sche Zu­lie­fe­rung er­folgt nicht nur fi­nan­zi­ell. Die bel­gi­schen Mei­ler er­hal­ten zu­dem Brenn­stoff aus dem nie­der­säch­si­schen Lin­gen und Ur­an­brenn­stoff aus dem west­fä­li­schen Gro­nau. Das Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um hat­te im März die Lie­fe­rung der deut­schen Brenn­ele­men­te un­ter Ver­weis auf die gel­ten­den Ver­trä­ge ver­tei­digt. Nur bei miss­bräuch­li­cher Ver­wen­dung lie­ße sich das stop­pen. Ti­han­ge be­fin­det sich 65 Ki­lo­me­ter süd­west­lich von Aa­chen. Hier wie in Do­el gibt es im­mer wie­der Stör­fäl­le.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.