Obers­te Rich­ter be­für­wor­ten Fahr­ver­bot für Ein­bre­cher

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE -

DÜS­SEL­DORF (beaw) Wer ei­nen Ein­bruch be­geht oder sei­ne Ali­men­te nicht zahlt, muss bald wo­mög­lich sei­nen Füh­rer­schein ab­ge­ben. Die Prä­si­den­ten al­ler deut­schen Ober­lan­des­ge­rich­te (OLG) und des Bun­des­ge­richts­hofs ha­ben sich ges­tern bei ih­rer Jah­res­ta­gung im OLG Düs­sel­dorf da­für aus­ge­spro­chen, das Fahr­ver­bot auch auf Straf­ta­ten aus­zu­wei­ten, die nicht mit dem Stra­ßen­ver­kehr zu­sam­men­hän­gen. „Die Rich­ter ste­hen der Aus­deh­nung des Fahr­ver­bots auf an­de­re Straf­ta­ten grund­sätz­lich of­fen ge­gen­über“, sag­te die Prä­si­den­tin des Bun­des­ge­richts­hofs, Bet­ti­na Lim­perg. Meh­re­re SPD-Mi­nis­ter hat­ten 2016 für ein ent­spre­chen­des Ge­setz plä­diert.

Ziel der Aus­wei­tung ist, den Rich­tern mehr Fle­xi­bi­li­tät bei straf­recht- li­chen Sank­tio­nen an die Hand zu ge­ben. „Das Fahr­ver­bot ist ei­ne Zwi­schen­s­ank­ti­on zwi­schen ei­ner Geld­und Haft­stra­fe“, sag­te Pe­ter Kü­spert, Prä­si­dent des OLG Mün­chen. Bei Un­ter­halts­schuld­nern bei­spiels­wei­se füh­re ei­ne Geld­stra­fe oft­mals le­dig­lich da­zu, dass es noch schwie­ri­ger wer­de, die Fa­mi­lie zu un­ter­stüt­zen. Ei­ne Haft­stra­fe wie­der­um be­dro­he be­reits die Exis­tenz.

Ei­ne Kopp­lung an De­lik­te im Stra­ßen­ver­kehr se­hen die Rich­ter als nicht zwin­gend an. „Geld­stra­fen gibt es ja auch nicht nur bei Fi­nanz­de­lik­ten“, be­grün­de­te Kü­spert. Ei­nen Be­schluss der Prä­si­den­ten zu der Fra­ge gab es al­ler­dings nicht. „Wir ver­trau­en auf die Ur­teils­fä­hig­keit der Rich­ter“, sag­te Kü­spert. Leit­ar­ti­kel

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