Mehr Ge­wicht im Sin­ne der An­le­ger

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

Ein Wech­sel der Verwahrstelle ist bei Sach­wer­te­fonds nicht so ein­fach. Ak­ti­en­be­stän­de las­sen sich noch ver­gleichs­wei­se ein­fach über­tra­gen, aber bei Fonds, die Im­mo­bi­li­en, Flug­zeu­ge oder gar In­fra­struk­tur­pro­jek­te ent­hal­ten, ist das deut­lich kom­pli­zier­ter. „Sie müs­sen zum Bei­spiel Ver­trä­ge oder Grund­buch­ein­tra­gun­gen än­dern“, er­klärt West­er­hoff. Was letzt­lich auch die Kos­ten hoch­treibt.

Fak­to­ren wie Nach­hal­tig­keit, Grö­ße und lan­ge Markt­tä­tig­keit sind dann durch­aus für die An­le­ger von Be­deu­tung. „Die Verwahrstelle ist die In­stanz, die die Fonds­ge­sell­schaft über­wacht“, sagt West­er­hoff. „An­le­ger soll­ten al­so dar­auf ach­ten, wer auf das Ver­mö­gen auf­passt.“Die DZ Bank sieht er für die­se Auf­ga­be gut auf­ge­stellt: „Wir ar­bei­ten nach ge­nos­sen­schaft­li­chen Prin­zi­pi­en, zu de­nen eben auch Nach­hal­tig­keit ge­hört.“Zu­dem ver­fü­ge die Bank über die not­wen­di­ge Er­fah­rung. Seit den 60er-Jah­ren hat sie Ver­wahr­stel­len-Auf­ga­ben in der of­fe­nen Welt wahr­ge­nom­men, in der ge­schlos­se­nen von Be­ginn an, al­so seit der Ein­füh­rung vor vier Jah­ren.

Für den Wett­be­werb se­hen sich die Ex­per­ten gut ge­rüs­tet. Gu­te Kennt­nis­se in den Fach­ge­bie­ten rund um die An­la­ge­ob­jek­te sei­en ei­ne Gr­und­vor­aus­set­zung, be­tont Su­san­ne Zy­rus und nennt als Bei­spiel die Im­mo­bi­li­en­ex­per­ti­se der DZ Bank. Zum rund 50-köp­fi­gen Team der Verwahrstelle ge­hö­ren auch Fach­leu­te aus der Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft oder auch Bi­lanz­buch­hal­ter – ei­ne au­ßer­ge­wöhn­lich ho­he fach­li­che Ex­per­ti­se, die über das Markt­üb­li­che hin­aus­ge­he, sagt Zy­rus. Was auf der an­de­ren Sei­te das Spek­trum der Verwahrstelle be­grenzt: „Wir be­schäf­ti­gen uns nur mit The­men, die wir auch ver­ste­hen“, sa­gen die bei­den Ver­wahr­stel­len-Spe­zia­lis­ten. Ne­ben Im­mo­bi­li­en ge­hö­ren Er­neu­er­ba­re Ener­gi­en und Avia­ti­on (Flug­sek­tor) da­zu.

Am Markt be­ob­ach­ten die bei­den Ex­per­ten ei­ne ge­teil­te Ent­wick­lung. Wäh­rend die of­fe­ne Welt (zum Bei­spiel Ak­ti­en­fonds) boomt, läuft es in der ge­schlos­se­nen Welt ver­hal­te­ner. Dort ge­be es mit Ab­stand die meis­ten Neu­emis­sio- nen im Im­mo­bi­li­en­sek­tor, sagt West­er­hoff, ge­folgt von Flug­zeug­fonds so­wie ver­ein­zelt In­fra­struk­tur- und Ener­gie­pro­jek­te. Ei­ni­ge Emit­ten­ten be­schäf­ti­gen sich mit in­no­va­ti­ven Ide­en, zum Bei­spiel Mi­kro­fi­nanz­fonds. Im Im­mo­bi­li­en­be­reich ist Woh­nen zum Trend­the­ma avan­ciert; ei­ni­ge Emit­ten­ten set­zen spe­zi­ell auf Wohn­heim­pro­jek­te (Stu­den­ten, Se­nio­ren).

FO­TO: THINKSTOCK/BRIANAJACKSON

Zah­len un­ter der Lu­pe: Ver­wahr­stel­len kon­trol­lie­ren Ka­pi­tal­an­la­gen un­ab­hän­gig vom Ma­nage­ment ei­nes Fonds.

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