Feu­er­wehr­leu­te strei­ten um Chef­pos­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON STEFANI GEILHAUSEN UND AR­NE LIEB RP-FO­TOS: ANDRE­AS ENDERMANN, CHRIS­TOPH GOETTERT. FEU­ER­WEHR (2)

Zwei Män­ner blo­ckie­ren durch Kla­gen die Nach­fol­ge von Pe­ter Al­bers. Ei­ner von ih­nen wird des­halb das Amt wohl kom­mis­sa­risch lei­ten müs­sen.

Die Stim­mung bei der Feu­er­wehr war schon mal bes­ser. Zwar hat­te De­zer­nen­tin Hel­ga Stul­gies im März den Nach­fol­ger des schei­den­den Stadt­brand­di­rek­tors Pe­ter Al­bers be­kannt­ge­ge­ben. Aber von wem – und ob – Al­bers’ Ses­sel am 1. Sep­tem­ber be­setzt wird, ist wie­der of­fen. Der Ober­bür­ger­meis­ter hat sei­nen aus dem Be­wer­bungs­ver­fah­ren als deut­li­cher Sie­ger her­vor­ge­gan­ge­nen Wunsch­kan­di­da­ten, für den sich auch der Per­so­nal­rat aus­ge­spro­chen hat­te, je­den­falls noch nicht er­nannt.

Da­mit sei auch nicht sehr bald zu rech­nen, heißt es aus dem OB-Bü­ro: „Es gibt Kla­gen ge­gen die Per­so­nal­ent­schei­dung.“Da­bei ist Da­vid von der Lieth durch­aus be­liebt bei der Be­rufs­feu­er­wehr, und auch alt­ge­dien­te Le­bens­ret­ter er­ken­nen an, dass der 36-Jäh­ri­ge für den Füh­rungs­pos­ten bes­tens qua­li­fi­ziert ist. Von der Lieth hat­te auf dem Hö­he­punkt der Flücht­lings­kri­se als Ein­satz­lei­ter die an­spruchs­vol­le Dreh­kreuz-Lo­gis­tik ge­stemmt. Der stu­dier­te Raum­fahrt­tech­ni­ker mit ho­hem ana­ly­ti­schem Ver­stand ar­bei­tet der­zeit an ei­ner feu­er­wehr­spe­zi­fi­schen Va­ri­an­te des Ver­wal­tungs­spar­pro­gramms 2020, und man traut ihm zu, dies oh­ne schmerz­li­che Ein­bu­ßen fürs Per­so­nal oder die städ­ti­sche Si­cher­heit hin­zu­krie­gen.

Sein Chef in der Ab­tei­lung Ge­fah­ren­ab­wehr, den Al­bers selbst als Nach­fol­ger fa­vo­ri­sie­ren soll, hat­te sich auch auf die amts­in­tern aus­ge- schrie­be­ne Stel­le be­wor­ben. Dass nun sein Sach­ge­biets­lei­ter den Pos­ten be­kommt, hat er ak­zep­tiert.

An­ders Chris­ti­an Schlich, 57, Vi­ze-Chef und in zwei­ein­halb Jah­ren selbst Pen­sio­när. Er ist ei­ner der bei­den ab­ge­lehn­ten Be­wer­ber, die haupt­säch­lich aus be­am­ten­recht­li­chen Grün­den beim Ver­wal­tungs­ge­richt kla­gen. Schlich fühlt sich un­ge­recht be­han­delt, nicht zu­letzt weil er viel län­ger zur Feu­er­wehr ge­hört als von der Lieth, der erst 2008 an­ge­heu­ert hat. Fi­nan­zi­el­le Vor­tei­le hät­te Schlich kaum: We­gen der kur­zen Rest­ar­beits­zeit wirkt sich die Be­för­de­rung zur letz­ten Ge­halts­stu­fe auf sei­ne Pen­si­on nicht mehr aus.

Auch der Lei­ter der Ab­tei­lung Tech­nik ist seit Jahr­zehn­ten Düs­sel­dor­fer Be­rufs­feu­er­wehr­mann und hat sich nach dem Flug­ha­fen­brand um die Er­neue­rung und Mo­der­ni­sie­rung der tech­ni­schen Aus­stat­tung hoch­ver­dient ge­macht. Sei­ne Be­wer­bung hat­ten nur we­ni­ge ei­ne Chan­ce ge­ge­ben, der 52-Jäh­ri­ge steht im Ruf, ein nicht ganz ein­fa­cher Grant­ler zu sein.

Erst wenn das Ver­wal­tungs­ge­richt (und da­nach mög­li­cher­wei­se auch noch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt) ent­schie­den hat, darf die Feu­er­wehr­spit­ze neu be­setzt wer­den. Das kann dau­ern: Bei der Po­li­zei blieb aus dem glei­chen Grund die Lei­tung der Ver­kehrs­di­rek­ti­on fast drei Jah­re lang un­be­setzt. Füh­rer­los wird die Feu­er­wehr da­durch nicht: Es gilt als si­cher, dass der OB bis zur Ent­schei­dung Chris­ti­an Schlich mit der kom­mis­sa­ri­schen Amts­lei­tung be­trau­en wird.

Geht im Au­gust in Pen­si­on: Pe­ter Al­bers

Soll neu­er Chef wer­den: Da­vid von der Lieth

Muss als Vi­ze ein­sprin­gen: Chris­ti­an Schlich

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