Kar­ne­va­list be­trun­ken am Steu­er er­wischt – Geld­stra­fe

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE -

EL­LER (wuk) Es lag am Fe­bru­ar­sturm, der für die kurz­fris­ti­ge Ab­sa­ge des Ro­sen­mon­tags­zu­ges 2016 sorg­te. Ob­wohl al­le Mot­to­wa­gen und das Nar­ren­volk un­be­scha­det blie­ben, fällt die Un­wet­ter­bi­lanz für ei­nen Mu­si­kan­ten (28) der Prin­zen­gar­de Rot-Weiß jetzt um­so gra­vie­ren­der aus. Nach ei­ner Trun­ken­heits­fahrt (mit 1,93 Pro­mil­le) in vol­lem Kar­ne­vals-Or­nat so­wie ei­nem An­griff auf ei­nen Po­li­zis­ten (34) wur­de er vom Amts­ge­richt zu 4500 Eu­ro Stra­fe ver­ur­teilt, muss dem Be­am­ten 500 Eu­ro Schmer­zens­geld zah­len und ist auch noch den Füh­rer­schein los, was ihn nach An­sicht des Ge­richts nun den Job als Bag­ger­fah­rer kos­ten wird. Das Ur­teil ist nicht rechts­kräf­tig.

Klein­laut be­kann­te der bis­her un­ta­de­li­ge An­ge­klag­te, es sei ihm „to­tal pein­lich“, als Pro­mille­fah­rer an­ge­klagt zu sein. „Ich bin gar nicht der Typ für sowas, ma­che seit­dem auch kei­ne Mu­sik mehr“– und an­geb­lich „weiß die hal­be Stadt“schon von sei­ner üb­len Ent­glei­sung. Das kann man wört­lich neh­men. Denn nach der Zug-Ab­sa­ge hat­te sich der 28-Jäh­ri­ge nicht nur in ei­nem Ver­eins­lo­kal mit an­de­ren Mu­si­kan­ten und Al­ko­hol ge­trös­tet – er war da­nach so­gar noch in sein Au­to ge­stie­gen und los­ge­fah­ren. Auf der Köl­ner Land­stra­ße war sei­ne Tour in Schlan­gen­li­ni­en aber von ei­nem Zeu­gen be­ob­ach­tet und der Po­li­zei ge­mel­det wor­den. Und an der A46Aus­fahrt El­ler ist das Au­to dann in die Leit­plan­ken ge­kracht, hat auf fast 30 Me­tern kla­re Schä­den hin­ter­las­sen. Kaum zu­hau­se an­ge­kom­men, war der An­ge­klag­te dort von Be­am­ten er­war­tet wor­den.

Und weil ei­ner der Po­li­zis­ten fürch­te­te, der tor­keln­de Kar­ne­va­list wür­de mit sei­nen Or­den und Uni­form­knöp­fen eins der ge­park­ten Au­tos de­mo­lie­ren, ha­be er den 28Jäh­ri­gen an der Schul­ter ge­fasst. Re­ak­ti­on des An­ge­klag­ten: Er schlug dem Be­am­ten viel­fach so wuch­tig auf den Kopf, dass der Po­li­zist für drei Ta­ge dienst­un­fä­hig war. Und ein ge­park­tes Au­to wur­de da­bei auch noch de­mo­liert. Die­sen Scha­den von 2100 Eu­ro hat der An­ge­klag­te längst be­gli­chen. Doch jetzt mach­te die Jus­tiz noch ih­re ei­ge­ne Rech­nung auf: Statt 6500 Eu­ro Stra­fe, wie von der Staats­an­wäl­tin ge­for­dert, und 16 Mo­na­te Füh­rer­schein­sper­re ver­häng­te die Rich­te­rin im­mer­hin 4500 Eu­ro so­wie ein Jahr als Frist, be­vor sich der Kar­ne­va­list über­haupt wie­der um ei­nen Füh­rer­schein be­wer­ben darf.

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