Il­le­ga­le Hal­le noch im­mer nicht ab­ge­ris­sen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON JU­LIA BRABECK

Das Ge­bäu­de steht auf ei­ner Gas­lei­tung. Für Är­ger sorgt, dass die Stadt ei­ne Er­satz­flä­che stel­len soll.

Ei­ne il­le­gal er­rich­te­te Ge­wer­be­hal­le an der Ober­hau­se­ner Stra­ße in Rath sorgt seit län­ge­rem für Är­ger. Das Ge­bäu­de war auf dem so ge­nann­ten Schau­stel­ler-Ge­län­de oh­ne Ge­neh­mi­gung und auf ei­ner Gas­lei­tung ge­baut wor­den. Es soll­te des­halb schnell ab­ge­ris­sen wer­den. Da­mit wä­re auch der Weg frei, um die Ver­kehrs­füh­rung durch das als pro­ble­ma­tisch ein­ge­stuf­te Ge­biet zu än­dern, ei­nen Durch­gang von der Ober­hau­se­ner Stra­ße zum Müh­len­broich zu schaf­fen. Das ist ein lang ge­heg­ter Wunsch der Po­li­tik, um das Ge­biet leich­ter zu­gäng­lich zu ma­chen, die so­zia­le Kon­trol­le zu er­hö­hen.

Ein Ab­riss ist bis­lang nicht er­folgt, denn die Stadt soll für ei­ne Er­satz­flä­che für ei­ne neue Hal­le sor­gen. Das for­dert der zu­stän­di­ge Ge­richts­voll­zie­her, um das voll­streck­ba­re Urteil zum Ab­riss der Hal­le durch­set­zen zu kön­nen. „Wir ver- ste­hen die­se For­de­rung nicht. Wenn an­de­re Un­ter­neh­men il­le­gal Ge­bäu­de er­rich­ten, wer­den sie doch auch nicht mit ei­nem neu­en Grund­stück be­lohnt“, sagt die stell­ver­tre­ten­de Be­zirks­bür­ger­meis­te­rin Bir­git Schen­tek (CDU). Sie will von der Ver­wal­tung wis­sen, ob das Grund­stück wo­mög­lich auch noch kos­ten­los zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den soll. Die Kos­ten für den Ab­riss der Hal­le trägt zu­nächst die Stadt, da sie für das Frei­hal­ten der Gas­lei­tung ver­ant­wort­lich ist. „Im wei­te­ren Ver­fah­ren wird ver­sucht, die Kos­ten von den Ver­ur­sa­chern zu­rück­zu­for­dern“, sagt die Ver­wal­tung.

Das Are­al, das nun für ei­ne Er­satz­hal­le zur Ver­fü­gung ge­stellt wird, hät­ten die Po­li­ti­ker zu­dem ger­ne an­ders ge­nutzt. So hat die FDPFrak­ti­on in der Be­zirks­ver­tre­tung 6 ge­fragt, ob es Plä­ne gibt, die Flä­che für den Woh­nungs­markt zu ent­wi­ckeln. Da­mit hät­te ei­ne Ve­rän­de­rung der Be­woh­ner­struk­tur er­reicht wer­den kön­nen. Die Ver­wal­tung lehnt das ab. Denn die Flä­che sei „im Maß­nah­men­pa­ket zur Ent­zer­rung der Ge­fah­ren- und Schau­stel­ler­pro­ble­ma­tik ent­hal­ten“.

Im Jahr 2013 sorg­te das Ge­biet an der Ober­hau­se­ner Stra­ße für ne­ga­ti­ve Schlag­zei­len. Mehr als 300 Be­am­te setz­te die Po­li­zei da­mals bei ei­ner Raz­zia ein. Es stell­te sich her­aus, dass das Ge­län­de ei­ner Ban­de als Un­ter­schlupf dien­te, die in gro­ßem Stil Me­tall­dieb­stahl be­trieb. Drei Die­be wa­ren schließ­lich ver­ur­teilt wor­den. Ei­ni­ge der Schau­stel­ler be­kla­gen, dass sie seit­dem al­le als kri­mi­nell ein­ge­stuft wür­den.

RP-FO­TO: NIC

Ein Schild mit der Auf­schrift „Mons­ter Ga­ra­ge“ziert die Hal­le, die über ei­ner Gas­lei­tung in Rath er­rich­tet wur­de.

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