Hun­de­stra­fen mit Au­gen­maß

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

thors­ten.breit­kopf @rhei­ni­sche-post.de rund­sätz­lich ist es in Ord­nung, dass es in ei­nem dicht be­völ­ker­ten Raum ei­nen Lei­nenzwang gibt. So kön­nen Kon­flik­te zwi­schen Hun­de­be­sit­zern und Men­schen, die Angst vor den Hun­den ha­ben, ver­mie­den wer­den. Das Ver­bot auf dem Spiel­platz ver­steht sich an­ge­sichts von Hy­gie­ne und Si­cher­heit der Kin­der von selbst. Aber beim Lei­nenzwang soll­ten städ­ti­sche Kon­trol­leu­re Ver­hält­nis­mä­ßig­keit wal­ten las­sen. Be­ob­ach­tet der Mit­ar­bei­ter et­wa ei­nen Hund, der er­kenn­bar au­ßer­halb des Ein­fluss­be­reichs sei­nes Herr­chens ist, ist ei­ne Bu­ße rich­tig. Auch bei ei­nem Hund oh­ne Lei­ne, der of­fen­sicht­lich ag­gres­siv auf Frem­de zu­geht oder mit dem üb­li­chen „der tut nichts, der will nur spie­len“Un­be­tei­lig­te be­droht, ist die Stra­fe ge­recht­fer­tigt. Aber der Rent­ne­rin, de­ren Da­ckel treu oh­ne Lei­ne bei Fuß hin­ter ihr her trot­tet ist ei­ne Stra­fe von bis zu 150 Eu­ro ge­nau­so we­nig auf­zu­brum­men wie an­de­ren Hun­de­be­sit­zern, de­ren Hun­de brav und lei­nen­los durch den Park ge­hen. Und ge­ne­rell soll­te die Hö­he der Stra­fen ver­gli­chen mit weit­aus nied­ri­ge­ren Ver­kehrs­bu­ßen über­dacht wer­den.

Gu­we-jens.ruhnau @rhei­ni­sche-post.de ie Dis­kus­sio­nen um die Qua­li­tät un­se­rer Luft ist in den Bal­lungs­räu­men ein Thema, das uns fast täg­lich be­schäf­tigt. Dies ge­schieht in Düsseldorf im Zu­sam­men­hang mit der neu­en Be­triebs­ge­neh­mi­gung für den Flug­ha­fen und beim Stra­ßen­ver­kehr bei der De­bat­te um ein mög­li­ches Die­selFahr­ver­bot. Jüngst ha­ben Stadt und Po­li­zei erst­mals ge­mein­sam an der Cor­ne­li­us­stra­ße kon­trol­liert, wer oh­ne Pla­ket­te oder auf an­de­re Wei­se un­be­rech­tigt in die Ci­ty ein­fährt. Der Druck auf Dreck­schleu­dern al­ler Art steigt – und das ist gut so. Um­so bes­ser, dass die Stadt­wer­ke das neue Gas- und Dampf­tur­bi­nen­kraft­werk ge­baut ha­ben. Noch bes­ser, dass sie in Ko­ope­ra­ti­on mit Pri­vat­leu­ten und Un­ter­neh­men ein Sys­tem ent­wi­ckeln, bei dem vor al­lem bei der Wär­me­ver­sor­gung die er­neu­er­ba­re Ener­gie­er­zeu­gung an Fahrt ge­winnt. Denn die Wär­me als End­ener­gie hat beim Aus­stoß von Koh­len­di­oxid ei­nen An­teil von 43 Pro­zent. Hier al­le Po­ten­zia­le ak­ti­vie­ren zu wol­len, ist ein Ge­bot der St­un­de. Düsseldorf ist ei­ne wach­sen­de Stadt, die im­mer stär­ker ver­dich­tet wird. Wird sie „grü­ner“, kön­nen die Men­schen ge­sün­der le­ben.

Ds­te­fa­ni.geil­hau­sen @rhei­ni­sche-post.de ein Wun­der, dass die Stadt­teil­po­li­ti­ker mit der Si­tua­ti­on un­zu­frie­den sind. Vier Jah­re ist es her, dass das Are­al, auf dem meh­re­re Familien aus dem – im wei­tes­ten Sin­ne – Schau­stel­ler­um­feld woh­nen, durch ei­ne Po­li­zei­raz­zia in den Blick­punkt ge­riet. Das Schild, das ei­ne öf­fent­li­che Stra­ße als „Pri­vat­weg“aus­wies, wur­de ab­ge­baut, und die Hoff­nung ge­weckt, dass die in Rath als No-Go-Area ge­fürch­te­te Adres­se für den Stadt­teil zu­rück­ge­won­nen wer­den kann.

Viel mehr ist aber nicht pas­siert. Und die oh­ne Er­laub­nis er­rich­te­te Hal­le steht auch noch auf öf­fent­li­chem Grund. War­um muss die Stadt ei­nen ih­rer Mit­ar­bei­ter da­mit be­schäf­ti­gen, ei­ne Er­satz­flä­che zu fin­den? In He­erdt wird ein Rent­ner vor Ge­richt ge­zwun­gen, da­mit er sein Wohn­haus zu­guns­ten ei­ner Grün­flä­che ab­reißt. Und in Rath muss erst ei­ne Er­satz­flä­che für die il­le­ga­len „Mons­ter­ga­ra­ge“be­sorgt wer­den, be­vor der Steu­er­zah­ler den da­ma­li­gen „Bau­her­ren“auch noch den Ab­riss fi­nan­ziert. Das muss die Ver­wal­tung drin­gend er­klä­ren.

KI­de­en für ei­ne grü­ne­re Stadt In Rath ist ei­ne Er­klä­rung fäl­lig

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