Trau­ern­de müs­sen für Par­ken zah­len

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON NI­CO­LE KAMPE

Nord­fried­hof-Be­su­cher är­gern sich über Park­ge­büh­ren-Er­hö­hung.

Ihr Mann ist auf dem Nord­fried­hof be­gra­ben, ihr Sch­wa­ger auch – re­gel­mä­ßig be­sucht Gi­se­la Raut­mann die beiden und kommt da­für ex­tra aus Ober­kas­sel. Spä­tes­tens wenn die Jah­res­zeit wech­selt, ist es wie­der Zeit für ei­nen Vor­mit­tag auf dem Fried­hof, dann räumt die Rent­ne­rin al­te Blu­men weg, pflanzt et­was Neu­es, pflegt die Grä­ber. „Manch­mal kom­me ich auch spon­tan vor­bei oder an Feier­und To­des­ta­gen“, sagt sie. Über die Park­ge­büh­ren am Fried­hof hat sich Raut­mann schon im­mer ein we­nig ge­wun­dert, seit ei­ni­ger Zeit aber muss sie für 30 Mi­nu­ten Par- ken 1,05 Eu­ro statt 55 Cent be­zah­len. „Wie­so kön­nen Trau­ern­de nicht kos­ten­frei dort ste­hen?“, fragt sich die Ober­kas­se­le­rin, „und was ist, wenn ei­ne gro­ße Grup­pe kommt zu ei­ner Be­er­di­gung?“Viel Geld wür­de von Men­schen ver­langt, die es oh­ne­hin schon nicht ein­fach hät­ten, fin­det Raut­mann.

Die Er­hö­hung der Park­ge­büh­ren wur­de im De­zem­ber 2015 vom Rat be­schlos­sen und gilt stadt­weit. Um 50 Cent wur­den sämt­li­che Ta­ri­fe er­höht. Am 1. Ja­nu­ar 2016 sind die Park­au­to­ma­ten nach und nach um­ge­rüs­tet wor­den, sagt Hol­ger Oden­thal, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter des Am­tes für Ver­kehrs­ma­nage­ment. Dar­un­ter auch der Au­to­mat am Nord­fried­hof. „Weil es in der Nä­he vie­le Wohn­ge­bie­te gibt, wird am Fried­hof ei­ne Park­ge­bühr er­ho­ben“, sagt Oden­thal. Gä­be es die nicht, wür­den die An­woh­ner dort ih­re Fahr­zeu­ge ab­stel­len. „Der Park­platz wür­de miss­bräuch­lich ge­nutzt“, fürch­tet der stell­ver­tre­ten­de Amts­lei­ter. Die Fol­ge wä­re, dass Trau­ern­de dann kei­nen Stell­platz mehr fän­den. Gi­se­la Raut­mann ver­weist auf die Park­schei­be, die eben­so kon­trol­liert wer­den kann wie ein Park­ti­cket. Al­ler­dings ge­hört der Nord­fried­hof zum In­nen­stadt­be­reich, in dem über­wie­gend Geld für den Park­platz ge­zahlt wer­den muss – zu be­stimm­ten Uhr­zei­ten.

Raut­manns Vor­wurf, der Au­to­mat wür­de für den krum­men Be­trag von 1,05 Eu­ro für ei­ne hal­be St­un­de kein Wech­sel­geld ge­ben, weist Oden­thal zu­rück. „Mann kann auch ei­nen Eu­ro ein­wer­fen und hat dann ein­fach nur ei­ne Park­zeit von rund 25 Mi­nu­ten“, sagt er.

Düs­sel­mö­we

FO­TO: DA­VID YOUNG

Der Rhein­turm leuch­te­te, wann im­mer ein Un­ter­neh­mer­team den Lu­kas hau­te. Heu­te Abend sind die Schü­ler an der Rei­he.

CAR­TOON: NIK EBERT

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