Uni­on und SPD ver­tei­di­gen Bund-Län­der-Fi­nanz­re­form

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

BERLIN (mar) Ham­burgs Ers­ter Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz (SPD) und Sach­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Sta­nislaw Til­lich (CDU) ha­ben die in die­ser Wo­che zur Ab­stim­mung ste­hen­de Neu­ord­nung der Bund-Län­derFi­nanz­be­zie­hun­gen ge­gen Kri­tik ver­tei­digt. „Al­le Län­der wer­den durch die­se Re­form bes­ser­ge­stellt. Man kann an­de­rer­seits aber auch nicht sa­gen, dass sich die rei­che­ren Län­der aus der So­li­da­ri­tät für die schwä­che­ren ent­zie­hen. Es wer­den un­ter den Län­dern ab 2020 im­mer noch 16 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr um­ver­teilt“, sag­te Scholz in Berlin. „Das Er­geb­nis zur Neu­re­ge­lung der fö­de­ra­len Bund-Län­der-Fi­nanz­be­zie­hun­gen ist ei­ne fai­re Ei­ni­gung, die für uns ei­nen be­deu­ten­den Schritt nach der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung dar­stellt“, sag­te Til­lich.

Der Bun­des­tag soll die Re­form am Don­ners­tag, der Bun­des­rat am Frei­tag ver­ab­schie­den. Sie ist nö­tig, weil 2019 der Län­der­fi­nanz­aus­gleich und der So­li­dar­pakt für die Ost-Län­der aus­lau­fen. Zu­dem hat­ten die Ge­ber­län­der Bay­ern und Hes­sen vor dem Ver­fas­sungs­ge­richt ge­klagt, um künf­tig mehr ei­ge­nes Geld be­hal­ten zu kön­nen. Um al­le Län­der­in­ter­es­sen zu er­fül­len, springt der Bund ab 2020 mit zu­sätz­lich 9,3 Mil­li­ar­den Eu­ro für die Län­der ein. Kri­ti­siert wur­de da­her, dass sich die Län­der un­ter­ein­an­der ih­rer So­li­da­ri­tät auf Kos­ten des Bun­des ent­zie­hen. Die Re­form sieht ins­ge­samt auch 14 Grund­ge­setz­än­de­run­gen vor. Die da­für nö­ti­gen Zwei­drit­tel­mehr­hei­ten sei­en ge­si­chert, hieß es bei Uni­on und SPD, al­ler­dings kann es hier im­mer Über­ra­schun­gen ge­ben.

„Erst­mals ist der Frei­staat Sach­sen nicht mehr ab­hän­gig von sin­ken­den Fest­be­trä­gen aus ei­nem So­li­dar­pakt, son­dern er­hält die Gr­und­aus­stat­tung an Ein­nah­men als gleich­be­rech­tig­ter Part­ner di­rekt aus dem Sys­tem der Steu­er­ver­tei­lung“, sag­te Til­lich.

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