Rhein­schwim­men bleibt er­laubt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON OLI­VER BURWIG

Trotz vie­ler Ret­tungs­ein­sät­ze kann die Stadt das Ba­den nicht ver­bie­ten.

Je­des Jahr müs­sen Feu­er­wehr, Deut­sche Le­bens-Ret­tungs-Ge­sell­schaft (DLRG) und Po­li­zei aus­rü­cken, um ver­un­glück­te Men­schen zu ret­ten, die sich in die Strö­me des Rheins ge­wagt hat­ten. So auch am ver­gan­ge­nen Wo­che­n­en­de, als ein 40-jäh­ri­ger Schwim­mer starb. Im­mer wie­der warnt die Stadt vor dem Ba­den im Rhein – ver­bo­ten ist es je- doch nur dort, wo Schwim­mer den Schiffs­ver­kehr stö­ren könn­ten: An Brü­cken, Ha­fen­ein­fahr­ten, Stei­gern und der Fahr­rin­ne. Vie­le Or­te wie der „Pa­ra­dies­s­trand“(Auf der Laus­ward) und gro­ße Tei­le des lin­ken Rhein­ufers blei­ben da­von un­be­rührt. Das städ­ti­sche Ord­nungs­amt ist macht­los – der Rhein ist ei­ne „Bun­des­was­ser­stra­ße“, auf der die Was­ser­schutz­po­li­zei das Sa­gen hat.

„Mit ihr ste­hen wir im Aus­tausch“, sagt Stadt­spre­cher Vol­ker Pau­lat. Den­noch kön­ne die Stadt auch an­ge­sichts meh­re­rer To­des­fäl­le nicht ver­bie­ten, in den Rhein zu ge­hen. Die Was­ser­schutz­po­li­zei wie­der­um hat nicht für die Si­cher­heit der Ba­den­den, son­dern für die des Schiffs­ver­kehrs Sor­ge zu tra­gen. „Das Ord­nungs­amt hat kei­ne Boo­te“, sagt Pau­lat. Er weist dar­auf hin, dass das Ba­den in den un­be­auf­sich­tig­ten Bag­ger­se­en wie in An­ger­mund ver­bo­ten ist, weil die­se zur Stadt ge­hö­ren. Die Ver­wal­tung müs­se sich nicht vor­wer­fen las­sen, beim Pro­blem der Rhein­schwim­mer un­tä­tig zu sein: Fly­er und Schil­der war­nen vor den Ge­fah­ren des Rheins, die Kam­pa­gne „Chil­len & Gril­len“ver­brei­te die In­for­ma­ti­on, dass die Stadt vom Ba­den ab­rät.

„Die Stadt kann nicht mehr ma­chen“, sagt DLRG-Spre­cher Ro­land Schei­de­mann. Auch ein ge­ne­rel­les Schwimm­ver­bot im Düs­sel­dor­fer Teil des Rheins, das zu­stän­dig­keits­hal­ber der Bund aus­spre­chen müss­te, sei nicht ziel­füh­rend: „Wer soll das durch­set­zen?“Schei­de­mann ap­pel­liert statt­des­sen an die Ver­nunft: „Man muss nicht über­all schwim­men, wo es er­laubt ist.“

RP-FO­TO: UJR

Im­mer wie­der schwim­men Men­schen im Rhein, wie hier am Pa­ra­dies­s­trand. Ver­bo­ten ist das an den meis­ten Stel­len nicht – aber le­bens­ge­fähr­lich.

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