Be­reit­schafts­po­li­zist we­gen Kör­per­ver­let­zung ver­ur­teilt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST -

(wuk) Mit ei­ner Geld­stra­fe von 2100 Eu­ro ge­gen ei­nen 29-jäh­ri­gen Be­am­ten der Be­reit­schafts­po­li­zei hat das Land­ge­richt ges­tern den Pro­zess um ei­ne Alt­stadt­schlä­ge­rei vom Ja­nu­ar 2015 be­en­det. Ein zwei­ter Po­li­zist (27) wur­de vom Vor­wurf der Kör­per­ver­let­zung frei­ge­spro­chen. Bei­de Be­am­te wa­ren mit ei­ner Kol­le­gin nach ei­ner pri­va­ten Zech­tour durch die Alt­stadt früh­mor­gens am Ta­xi­stand Hein­rich-Hei­ne-Al­le mit drei Män­nern an­ein­an­der­ge­ra­ten. Wer die Strei­te­rei wie an­ge­fan­gen hat­te, konn­te ges­tern kei­ner ge­nau an­ge­ben. Das Amts­ge­richt hat­te bei­de Po­li­zis­ten nach ih­rem Pri­vat­aus­flug zu­nächst mit je sechs Mo­na­ten Be­wäh­rungs­stra­fe be­legt. Das hat das Land­ge­richt nun kor­ri­giert.

Ein Schub­ser, der ei­nem der Po­li­zis­ten ei­ne Cur­ry­wurst aus der Hand fal­len ließ, ein Dis­put, der dann zur Ran­ge­lei wur­de – und ei­ne Be­mer­kung ei­nes Un­ter­neh­mens­be­ra­ters (27), die di­rekt in ei­ne Prü­ge­lei mün­de­te: Das wa­ren die Eck­punk­te des­sen, wor­über die Rich­ter zu ur­tei­len hat­ten. Doch wer wel­che Rol­le bei dem da­mals zu­fäl­li­gen Zu­sam­men­tref­fen kurz vor fünf Uhr mor­gens hat­te, wer ge­rem­pelt ha­ben mag, wer ge­pö­belt hat und wer bei der Schub­se­rei der Haupt­ak­teur war – dar­über gab es nach An­hö­rung und Be­fra­gung al­ler Zeu­gen und Be­tei­lig­ten sechs un­ter­schied­li­che Ver­sio­nen.

Si­cher war nur: Der Un­ter­neh­mens­be­ra­ter hat­te nach ei­ge­ner Aus­sa­ge un­ter An­spie­lung auf das Aus­se­hen des äl­te­ren An­ge­klag­ten ge­tönt: „Ja­ja, Haupt­sa­che Re­fu­gees Wel­co­me“. Kurz da­nach wur­de er at­ta­ckiert, hat da­bei ei­ne Na­sen­schwel­lung er­lit­ten. Den Po­li­zis­ten aber „Ölau­ge“oder „Schwarz­kopf“ge­nannt zu ha­ben, leug­ne­te der Op­fer­zeu­ge: „Sol­che Be­grif­fe hat­te ich vor­her nie ge­hört. Und ich bin kei­ner, der je­man­den be­lei­digt.“Was un­ter den da­mals an­ge­trun­ke­nen Be­tei­lig­ten ex­akt pas­siert war, ließ sich nicht mehr lü­cken­los klä­ren. So be­schränk­te sich das Ge­richt da- rauf, den äl­te­ren der Po­li­zis­ten für die Ge­sichts­ver­let­zung des Kon­tra­hen­ten zu ver­ur­tei­len. Sein Kol­le­ge, für den es ak­tu­ell um sei­ne Über­nah­me ins Be­am­ten­ver­hält­nis auf Le­bens­zeit geht, kam oh­ne Schuld­spruch da­von. Bei ihm sei nicht aus­zu­schlie­ßen, dass er den Streit nur schlich­ten woll­te, als er zwei Kon­tra­hen­ten da­mals bei­sei­te­ge­zo­gen hat­te, hieß es im Ur­teil.

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