Sport­ver­ein im Streit mit An­woh­nern

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE - VON HEI­DE-INES WILLNER

Ei­ni­ge Nach­barn des SC West sol­len sich über Lärm von der Be­zirks­sport­an­la­ge be­schwert ha­ben.

NIEDERKASSEL Jus­tin Bie­ber war da, und auch Rob­bie Wil­li­ams wur­de auf der An­la­ge der Be­zirks­sport­an­la­ge des SC-West an der Schor­le­mer­stra­ße er­war­tet. Rob­bie kam aber nicht, nur ein T-Shirt er­in­nert noch an die Ein­la­dung. Das ist aus Ver­eins­sicht dann auch gut so, denn so gab es we­ni­ger Auf­re­gung mit der Nach­bar­schaft, die al­les, was sich auf der Sport­stät­te ab­spielt, ge­nau be­ob­ach­tet. Da­bei aber bleibt es nicht. „So­bald die Ju­gend fei­ert, so­bald die Sperr­stun­de um 22 Uhr (sonn­tags bis 18.30 Uhr) auch nur leicht über­schrit­ten ist, ha­gelt es Pro­test, wer­den Po­li­zei und Ord­nungs­amt mo­bi­li­siert“, sagt Vor­sit­zen­der Man­fred Reiß­ner. Die Be­schwer­den er­reich­ten auch das Sport­amt. „Von dort ha­ben wir die Auf­la­ge be­kom­men, da­für zu sor­gen, dass die Öff­nungs­zei­ten ein­ge­hal­ten wer­den und Fuß­ball­spie­le um 18.30 Uhr zu be­en­den sind.“Falls das nicht ge­sche­he, wer­de die An­la­ge ge­schlos­sen.

„Wir müs­sen Ab­stri­che ma­chen“, sagt der Vor­sit­zen­de re­si­gniert. Si­cher kön­ne es schon mal laut wer­den bei den fünf (ma­xi­mal zehn) Ver­an­stal­tun­gen, die pro Jahr, be­son­ders in den Som­mer­mo­na­ten, auf der An­la­ge statt­fän­den. „Wir be­mü­hen uns aber, den An­woh­nern ent­ge­gen­zu­kom­men, la­den sie zu Ge­sprä­chen und zu un­se­ren Ver­an­stal­tun­gen ein.“Bis­lang oh­ne Er­folg. „Wir wis­sen von zwei Per­so­nen, die sich abends ge­ra­de­zu auf die Lau­er le­gen und al­les re­gis­trie­ren, was sich auf dem Sport­platz be­wegt.“Das ge­he so­weit, dass ge­nau be­schrie­ben wird, wer sich von wem und wann ver­ab­schie­det ha­be. „So­gar am Neu­jahrs­tag be­kam ich per Te­le­fon ei­ne Be­schwer­de we­gen ,grö­len­der Ju­gend­li­cher’ an Sil­ves­ter.“

Die Ver­ant­wort­li­chen für die Fuß­ball­ab­tei­lung, Frank Lau­ri­ni und Frank Wei­rich, wei­sen auf 28 Ju­gend­mann­schaf­ten hin, die an der Schor­le­mer­stra­ße Fuß­ball spie­len, dar­un­ter vie­le Ja­pa­ner. Das be­deu­te auch, dass 600 Kin­der eh­ren­amt­lich be­treut wer­den. „Und fünf Schu­len nut­zen für ih­ren Schul­sport die An­la­ge“, er­gänzt Reiß­ner. Eben auch mon­tags, wenn die Be­zirks­sport­an­la­gen in Düsseldorf ei­gent­lich ge­schlos­sen sind. „Die Schu­len ha­ben Schlüs­sel und dür­fen auch mon­tags bei uns ih­ren Sport­un­ter­richt ge­ben.“Lei­der sei­en die Zäu­ne um die An­la­ge her­um so ka­putt, dass Kin­der leicht hin­durch­schlüp­fen könn­ten, um dort in ih­rer Frei­zeit Fuß­ball zu spie­len.

Vor fast 100 Jah­ren wur­de der SCWest als Sport­ver­ein ge­grün­det. Heu­te wer­den dort ne­ben Fuß­ball auch Boule, Gym­nas­tik, und Hand­ball an­ge­bo­ten. „Wir wa­ren zu­erst da“, be­merkt Lau­ri­ni tro­cken und man­cher Nie­der- oder Ober­kas­se­ler wird das wis­sen. Denn noch An­fang der 1970er Jah­re war ein Teil der Schor­le­mer­stra­ße, zwi­schen Qui- rin- und Le­wit­stra­ße, ein leh­mi­ger Tram­pel­pfad. Drum­her­um gab es au­ßer dem Ce­ci­li­en-Gym­na­si­um nur Bäu­me und Bu­sch­werk. Erst nach und nach ent­stan­den Wohn­häu­ser. Die Stra­ße wur­de be­fes­tigt. Lau­ri­ni: „Al­le, die hier­her­zo­gen, ha­ben ge­wusst, dass sie ne­ben ei­nem Sport­plat­zes woh­nen.“Des­halb sei es für ihn un­ver­ständ­lich, dass das erst jetzt be­merkt wer­de.

Der Vor­stand hofft nun auf ei­ne Klä­rung mit den An­woh­nern, „da­mit kein Kind durch ei­ne er­zwun­ge­ne Dros­se­lung des Spiel­be­triebs den Ver­ein ver­las­sen muss“.

RP-FO­TO: HIW

Frank Wei­rich, Ge­schäfts­füh­rer Fuß­ball, Vor­sit­zen­der Man­fred Reiß­ner und Frank Lau­ri­ni, Ab­tei­lungs­lei­ter Fuß­ball (v.l.) sor­gen sich um Be­zirksport­an­la­ge.

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