Ent­schä­di­gung für Kun­den nach Pa­pa­gei­en-Biss

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(lai) Sie­ben Jah­re, nach­dem er in ei­nem Zoo­ge­schäft von ei­nem Pa­pa­gei at­ta­ckiert wor­den war, er­hält ein 45-Jähriger jetzt ei­ne Ent­schä­di­gung. Das hat ges­tern das Land­ge­richt ent­schie­den. Es sprach dem Mann 500 Eu­ro Schmer­zens­geld und 3600 Eu­ro für sei­nen Ver­dienst­aus­fall zu.

Im Ok­to­ber 2009 hat­te der Ver­si­che­rungs­kauf­mann mit sei­ner Le­bens­ge­fähr­tin ei­ne Zoo­hand­lung be­sucht, um ei­nen Hams­ter zu kau­fen. Un­ver­mit­telt, so be­rich­te­te der Mann, ha­be ihn dann ein Grau­pa­pa­gei an­ge­grif­fen und ge­bis­sen. Der Zoo­händ­ler konn­te das Tier nur mit Mü­he von dem Mann lö­sen. Bei ei­ner zwei­ten Atta­cke soll der Pa­pa­gei zu­dem die Le­der­ja­cke des Kun­den zer­fled­dert ha­ben. Der Mann hat­te an­schlie­ßend in ei­nem jah­re­lang an­dau­ern­den Zi­vil­streit mehr als 6000 Eu­ro Ent­schä­di­gung ge­for­dert: Weil die Wun­de an sei­nem Fin­ger sich ent­zün­det hat­te, war er meh­re­re Wo­chen au­ßer Ge­fecht ge­setzt, konn­te nicht ar­bei­ten. Der Zoo­händ­ler in­des sag­te aus, der Mann müs­se den Vo­gel pro­vo­ziert ha­ben – sonst wä­re die­ser nicht so ag­gres­siv ge­wor­den. Das Ge­richt aber glaub­te dem Ge­bis­se­nen, sprach ihm nun ins­ge­samt 4100 Eu­ro zu. Den Hams­ter kauf­te der Mann 2009 üb­ri­gens trotz der Pa­pa­gei­en-Atta­cke.

Kei­ne fal­schen Schlüs­se zie­hen

stefani.geilhausen @rheinische-post.de as sind mal rich­tig gu­te Nach­rich­ten aus dem Po­li­zei­prä­si­di­um. Ge­ra­de die Straf­ta­ten, die je­den von uns tref­fen kön­nen – Ein­bruch, Ta­schen­dieb­stahl, Au­to­auf­bruch – ge­hen deut­lich zu­rück. Das ist si­cher in ers­ter Li­nie Ver­dienst der Po­li­zei, die mit ho­hem Kon­troll- und Fahn­dungs­druck, aber auch mit Prä­ven­ti­ons­und Auf­klä­rungs­kam­pa­gnen aus­dau­ernd im Ein­satz ist.

So ei­ne po­si­ti­ve Halb­zeit­bi­lanz hat aber auch Nach­tei­le: Je we­ni­ger Kri­mi­na­li­tät, des­to we­ni­ger Per­so­nal. Im Sep­tem­ber wer­den die Po­li­zei­be­hör­den des Lan­des auf­ge­füllt, und bei der Ver­tei­lung des Nach­wuch­ses ach­tet das In­nen­mi­nis­te­ri­um vor al­lem auch auf die je­wei­li­ge Kri­mi­na­li­täts­be­las­tung. Bleibt zu hof­fen, dass die gu­ten Er­geb­nis­se der Düs­sel­dor­fer Po­li­zei da nicht auf die Fü­ße fal­len. Denn der Rück­gang bei be­stimm­ten Straf­ta­ten macht Ein­satz­kräf­te nicht et­wa über­flüs­sig, son­dern zeigt im Ge­gen­teil, dass die Po­li­zei­prä­senz des ver­gan­ge­nen Jah­res ganz si­cher nicht un­ter­schrit­ten wer­den darf.

Dni­co­le.lan­ge@rheinische-post.de it dem Um­welt­be­wusst­sein in Theo­rie und Pra­xis ist es so ei­ne Sa­che. Das weiß je­der, der sich über die weit­ge­hen­de Ab­schaf­fung der Plas­tik­tü­ten aus Ge­wis­sens­grün­den ge­freut hat, aber doch je­des Mal lei­se flucht, wenn er wie­der sei­nen Ju­te­beu­tel ver­ges­sen hat und an der Su­per­markt­kas­se ei­ne teu­re Mehr­weg­ta­sche kau­fen muss. Und auch je­de Mehr­weg­lö­sung für den ge­lieb­ten Mit­nehm-Kaf­fee ist mit Si­cher­heit ei­ne Über­le­gung wert – des­halb ist es er­freu­lich, dass ein Düs­sel­dor­fer Un­ter­neh­men hier ei­ne Idee ent­wi­ckelt hat und er­folg­reich ge­star­tet ist. Da­mit sich das Prin­zip groß­flä­chig durch­setzt, wer­den si­cher noch mehr Teil­neh­mer ge­braucht – wenn Kun­den si­cher sind, dass sie den Pfand­be­cher ir­gend­wo in ih­rer Nä­he wie­der los­wer­den, las­sen sie sich si­cher noch lie­ber auf das Ex­pe­ri­ment ein. Ver­schließ­ba­re Be­cher wä­ren eben­so ei­ne Über­le­gung wert. Deut­lich wird je­den­falls, dass im­mer mehr Ver­brau­cher of­fen für Ide­en sind, die Ressourcen und die Um­welt scho­nen, auch wenn es mehr Auf­wand be­deu­tet. Das macht Mut!

MAl­les für die Müll­ver­mei­dung

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