Ka­len­der­blatt 3. Au­gust 1804

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: DPA

Sei­ne gro­ße Ex­pe­di­ti­on hat­te den For­schungs­rei­sen­den nach Süd- und Nord­ame­ri­ka ge­führt. Alex­an­der von Hum­boldt und der Bo­ta­ni­ker Ai­mé Bon­pland hat­ten den Ori­no­co und den Ama­zo­nas be­fah­ren, tro­pi­sche Krank­hei­ten über­stan­den und bei der Be­stei­gung des Chim­bo­ra­zo un­ter der Hö­hen­krank­heit ge­lit­ten. Sie hat­ten Stät­ten der In­kas er­forscht, den ma­gne­ti­schen Äqua­tor über­schrit­ten und die spä­ter nach Hum­boldt be­nann­te Mee­res­strö­mung nach­ge­wie­sen. Ei­ne so um­fang­rei­che For­schungs­rei­se aus ei­ge­nen Mit­teln zu be­strei­ten, war in der Welt der Wis­sen­schaft oh­ne Bei­spiel. Als Hum­boldt und Bon­pland am 3. Au­gust im Ha­fen von Bor­deaux wie­der eu­ro­päi­schen Bo­den be­tra­ten, wa­ren sie be­rühmt. Hum­boldt hat­te über Brie­fe re­gen Kon­takt zu Wis­sen­schaft­lern in Eu­ro­pa ge­hal­ten, vie­le hat­ten die Fort­schrit­te der Rei­se mit Span­nung ver­folgt. Die fol­gen­den Jahre wid­me­te der Ber­li­ner der Au­f­ar­bei­tung sei­ner Er­geb­nis­se. Die Da­ten muss­ten aus­ge­wer­tet, die Be­ob­ach­tun­gen no­tiert wer­den. Das Ex­pe­di­ti­ons­werk Hum­boldts gilt als ei­ne der um­fang­reichs­ten Rei­se­be­schrei­bun­gen, die je er­schie­nen ist. Trotz sei­nes ho­hen An­se­hens in Eu­ro­pa blieb Hum­boldt sein größ­ter Wunsch lan­ge ver­wehrt: er­neut auf Rei­sen zu ge­hen. Erst 25 Jahre spä­ter bot sich ei­ne Chan­ce: Als 60-Jäh­ri­ger star­te­te er Rich­tung Russ­land, un­ter­stützt von Zar Ni­ko­laus I. Die halb­jäh­ri­ge Rei­se führ­te ihn bis an die Gren­zen Chi­nas.

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