Deich­wäch­ter for­dern schnel­le­ren Auf- und Ab­bau der Kir­mes

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON LAU­RA IHME

Schon ei­ne Wo­che nach dem Fest wa­ren die Schau­stel­ler die­ses Jahr mit dem Ab­bau in Ober­kas­sel fer­tig. Die Na­tur­schüt­zer wür­den das nun ger­ne zur Re­gel ma­chen.

Seit an­dert­halb Wo­chen ist die Kir­mes vor­bei, die mehr als 300 Bu­den, Ka­rus­sells und Ach­ter­bah­nen sind von der Ober­kas­se­ler Rhein­wie­se ver­schwun­den. Hin­ter­las­sen ha­ben Ge­rä­te und Fahr­zeu­ge der Schau­stel­ler da­bei aber auch in die­sem Jahr wie­der tie­fe Fur­chen aus Matsch. Die Wie­se wird bald re­na­tu­riert – wie je­des Jahr un­ter den wach­sa­men Au­gen der Deich­wäch­ter. Der Na­turund Land­schafts­schutz­ver­ein hat nun ei­nen Vor­schlag, wie die Wie­se we­ni­ger stra­pa­ziert wer­den kann. Was wol­len die Deich­wäch­ter? Die Rhein­wie­se soll nach dem Rum­mel so schnell wie mög­lich wie­der den Düs­sel­dor­fern als Nah­er­ho­lungs­ge­biet zur Ver­fü­gung ste­hen, fin­den Richard Fuchs und Ge­org Kretz­sch­mar vom Vor­stand des Ver­eins. Da­zu ge­hört für sie ei­ne re­na­tu­rier­te Wie­se, die Auf­ent­halts­qua­li­tät schafft. Sie soll sich so früh wie mög­lich er­ho­len kön­nen von den Stra­pa­zen des Fes­tes. „Da­zu wün­schen wir uns, dass die Auf- und Ab­bau­zei­ten der Kir­mes ver­kürzt wer­den“, sagt Richard Fuchs. Er sieht da­für gu­te Chan­cen: Brauch­te es in der Ver­gan­gen­heit oft zwei Wo­chen, bis al­le Ge­rä­te ab­ge­baut wa­ren, war der Platz in die­sem Jahr be­reits ei­ne Wo­che nach En­de der Kir­mes ge­räumt. Was sa­gen die Ver­an­stal­ter da­zu? Kir­mes­ar­chi­tekt Tho­mas Kö­nig ist auch der Mei­nung, dass der Ab­bau so schnell wie mög­lich von­stat­ten­ge­hen soll­te: „In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­ben wir des­halb in Ab­spra­che mit der Stadt die Schau­stel­ler dar­um ge­be­ten, mög­lichst in­ner­halb ei­ner Wo­che ab­zu­bau­en.“Al­ler­dings: Für die Wie­se ist das gar nicht im­mer so för­der­lich. Der hef­ti­ge Re­gen in die­sem Jahr nach der Kir­mes hat näm­lich da­für ge­sorgt, dass die schwe­ren Fahr­zeu­ge der Schau­stel­ler über ei­nen völ­lig auf­ge­weich­ten Bo­den fah­ren muss­ten. Ent­spre­chend groß sind die Schä­den auf der Grün­flä­che. Bis­lang ist es zu­dem so, dass die Schau­stel­ler, wenn es Pro­ble­me gibt, nach der Wo­chen­frist ei­nen klei­nen Puf­fer ha­ben. Den wol­len die Deich­wäch­ter ab­schaf­fen. Beim Auf­bau, der bis zu vier Wo­chen vor der Kir­mes star­ten darf, sieht der Kir­mes­ar­chi­tekt aber we­nig Chan­cen, die Frist zu ver­kür­zen: „Gera­de die gro­ßen Fahr­ge­schäf­te brau­chen die­se Zeit, um auf­ge­baut zu wer­den“, sagt er. Für vie­le Be­trei­ber sei Düs­sel­dorf der ers­te Platz, den sie in der Sai­son be­spiel­ten, nach der Win­ter­pau­se wür­den ih­re Ge­rä­te zum ers­ten Mal auf­ge­baut. Das ist auf­wen­dig. Wer be­stimmt die Fris­ten und ist für die Re­na­tu­rie­rung ver­ant­wort­lich? Zur Kir­mes schlie­ßen die St. Se­bas­tia­nus Schüt­zen als Ver­an­stal­ter mit der Stadt ei­nen Ver­trag über die Nut­zung der Flä­che. Dar­in sind die Fris­ten fest­ge­legt. Die Schüt­zen müs­sen auch für die Schä­den an der Wie­se auf­kom­men. Das kos­tet zwi­schen 8000 und 50.000 Eu­ro. Die­ses Jahr, schätzt Tho­mas Kö­nig, wird es wohl eher et­was teu­rer wer­den. Wer re­na­tu­riert die Wie­se und wann pas­siert das? Zu­nächst macht das Gar­ten­amt ei­ne Be­stands­auf­nah­me, schaut sich den Zu­stand der Wie­se an. Da­nach er­fah­ren die Schüt­zen, was ge­tan wer­den muss. Sie be­auf­tra­gen dann ein Fach­un­ter­neh­men da­mit, den Bo­den wie­der her­zu­rich­ten und neu­es Gras zu sä­en. Die Deich­wäch­ter kri­ti­sie­ren, dass die­ser Kom­mu­ni­ka­ti­ons­weg zu lan­ge dau­ert, die Wie­se oft erst im Herbst wie­der her­ge­rich­tet ist. Die Stadt er­klärt das auch mit der Rück­sicht auf die Wit­te­rungs­ver­hält­nis­se. Wie po­si­tio­nie­ren sich die Schau­stel­ler? Oli­ver Wil­me­ring, Spre­cher der Düs­sel­dor­fer Schau­stel­ler, ist zu­frie­den mit den Fris­ten, wie sie sind: „In die­sem Jahr sind wir ex­trem schnell beim Ab­bau ge­we­sen, vie­le von uns müs­sen ja auch di­rekt wei­ter­zie­hen zu an­de­ren Plät­zen“, sagt er. Ge­ne­rell sei man je­doch froh über ei­nen Puf­fer, es kön­ne im­mer et­was Un­vor­her­ge­se­he­nes pas­sie­ren. Wie läuft die Ver­stän­di­gung zwi­schen Ver­an­stal­ter und Na­tur­schüt­zern? Die Deich­wäch­ter be­ob­ach­ten seit Jah­ren kri­tisch das Ge­sche­hen rund um den Rum­mel. So lan­ge al­les im ver­trag­li­chen Rah­men bleibt, sind sie je­doch zu­frie­den. „Wir sind aber ge­gen ei­ne Aus­deh­nung der Kir­mes – zeit­lich und ört­lich“, sagt Fuchs. Er sei froh, dass die Schüt­zen ih­re An­stren­gun­gen, den Platz schnell wie­der her­zu­stel­len, in­ten­si­viert ha­ben. Nun soll es nur dau­er­haft et­was schnel­ler ge­hen.

RP-FO­TO: LAI

Ge­org Kretz­sch­mar und Richard Fuchs (v.l.) von den Deich­wäch­tern auf der Rhein­wie­se. Nach der Kir­mes muss sie re­na­tu­riert wer­den.

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