Frau ver­schwieg Vor­stra­fe bei An­trag auf Staats­bür­ger­schaft

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE -

(nic) Weil ei­ne 38-jäh­ri­ge Frau bei ih­rem An­trag auf den Er­halt der deut­schen Staats­bür­ger­schaft fal­sche An­ga­ben mach­te, muss­te sie ges­tern vor dem Amts­ge­richt er­schei­nen. Kon­kret wur­de ihr be­wuss­tes Ver­schwei­gen von be­ste­hen­den Vor­stra­fen bei ih­rem An­trag an die kom­mu­na­le Aus­län­der­be­hör­de der Stadt­ver­wal­tung vor­ge­wor­fen. Die Staats­an­walt­schaft be­zog sich auf ei­ne Ver­ur­tei­lung der An­ge­klag­ten we­gen ei­nes Mein­eids, den die Frau in der Ver­gan­gen­heit bei ei­nem Ge­richts­ver­fah­ren ge­leis­tet ha­ben soll. Die­se Ver­ur­tei­lung hät­te sie bei ih­rem An­trag an­ge­ben müs­sen.

Der Ver­tei­di­ger der aus Bul­ga­ri­en stam­men­den Frau sah aber kein ge­ziel­tes Mo­tiv der An­ge­klag­ten dar­in, die ent­spre­chen­den An­ga­ben be­wusst ver­schwie­gen zu ha­ben, um ih­re Chan­cen auf die deut­sche Staats­bür­ger­schaft zu er­hö­hen. Viel­mehr sei die Frau in dem Glau­ben ge­we­sen, dass ei­ne ge­tilg­te Straf­tat mit ei­ner kom­plet­ten Lö­schung aus dem Straf­re­gis­ter ein­her­geht, wie es zum Bei­spiel bei ei­nem Füh­rungs­zeug­nis der Fall sein kann. Ih­re un­zu­rei­chen­den Sprach­kennt­nis­se für das ex­ak­te Ver­ste­hen der ge­for­der­ten An­ga­ben des An­trags soll­ten als Er­klä­rung für die Straf­tat die­nen.

Be­vor die Rich­te­rin je­doch die Be­weis­auf­nah­me in dem Fall er­öff­ne­te, ak­zep­tie­re die An­ge­klag­te statt­des­sen ei­nen an­ge­bo­te­nen Kom­pro­miss. Da­mit konn­te sie ei­nen Fort­gang des Straf­ver­fah­rens und ei­ne et­wai­ge, hö­he­re Geld­stra­fe um­ge­hen. Nun muss die Frau die Hälf­te des Straf­be­fehls in Hö­he von 750 Eu­ro an ei­ne Düs­sel­dor­fer Or­ga­ni­sa­ti­on zah­len, die sich ge­gen Kin­der­ar­mut ein­setzt.

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