Fir­men be­sorgt we­gen Russ­land-Sank­tio­nen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT -

In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer rät da­zu, früh­zei­tig die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen zu prü­fen.

(bwe) Al­lein im Be­zirk der In­dus­trie­und Han­dels­kam­mer (IHK) zu Düs­sel­dorf un­ter­hal­ten rund 500 Un­ter­neh­men Ge­schäfts­be­zie­hun­gen mit Russ­land. Mit Sor­ge blickt die IHK da­her auf die an­ge­kün­dig­ten neu­en US-Sank­tio­nen ge­gen das Land, de­nen in­zwi­schen so­wohl Se­nat als auch Re­prä­sen­tan­ten­haus zu­ge­stimmt ha­ben. Da­von könn­ten auf­grund der ex­tra­ter­ri­to­ria­len Wir­kung auch deut­sche Un­ter­neh­men be­trof­fen sein. US-Prä­si­dent Do­nald Trump un­ter­schrieb das Ge­setz ges­tern.

Die ge­plan­ten Maß­nah­men rich­ten sich ins­be­son­de­re an die Ener­gie­bran­che, aus­drück­lich wird da- bei die Nord Stream 2-Pi­pe­line ge­nannt. So könn­ten gro­ße Düs­sel­dor­fer Un­ter­neh­men, wie et­wa Uni­per, die Russ­land beim Auf­bau ih­rer Ener­gie­in­fra­struk­tur un­ter­stüt­zen, aber auch klei­ne­re Fir­men mit Spe­zi­al­auf­trä­gen oder Zu­lie­fer­be­trie­be sank­tio­niert wer­den. „Die Sank­tio­nen der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ge­gen ei­ne Un­ter­stüt­zung des Pro­jekts Nord Stream 2 könn­ten die Gas­ver­sor­gung Eu­ro­pas in der Zu­kunft be­ein­träch­ti­gen. Nord Stream 2 ist wich­tig für Eu­ro­pa, weil die eu­ro­päi­schen Gas­quel­len ver­sie­gen und der Gas­ver­brauch gleich­zei­tig zu­nimmt. Ich ap­pel­lie­re an al­le Be­tei­lig­ten, das Pro­jekt nicht zum Spiel- ball der Po­li­tik zu ma­chen, son­dern die Ener­gie­ver­sor­gung der Men­schen in Eu­ro­pa im Blick zu be­hal­ten“, sagt Uni­per-Chef Klaus Schä­fer. Der­zeit prüft das Un­ter­neh­men mög­li­che Aus­wir­kun­gen der Sank­tio­nen auf das fi­nan­zi­el­le En­ga­ge­ment beim Pro­jekt Nord Stream 2. Zu wei­te­ren De­tails wer­de man sich äu­ßern, wenn die­ser Pro­zess ab­ge­schlos­sen sei, so ein Un­ter­neh­mens­spre­cher.

„Erst seit we­ni­gen Mo­na­ten ver­spü­ren wir wie­der ei­nen Auf­wärts­trend in den deutsch-rus­si­schen Wirt­schafts­be­zie­hun­gen“, sagt Ger­hard Eschen­baum, stell­ver­tre­ten­der Haupt­ge­schäfts­füh­rer und Lei­ter der Au­ßen­wirt­schafts­ab­tei­lung der IHK Düs­sel­dorf. Von 2012 bis 2016 ha­be sich der deut­sche Ex­port nach Russ­land fast hal­biert. Und die nun ge­plan­ten Sank­tio­nen, die ne­ben Russ­land eben auch Dritt­staa­ten tref­fen könn­ten, lie­ßen die Un­si­cher­heit wie­der wach­sen – kei­ne gu­ten Vor­aus­set­zun­gen für In­ves­ti­tio­nen. Be­trof­fe­nen Un­ter­neh­men rät Eschen­baum, Ru­he zu be­wah­ren. „Sie soll­ten die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen prü­fen, Ri­si­ken ab­wä­gen und – so­weit mög­lich – Vor­sichts­maß­nah­men er­grei­fen“, sagt er. Die Un­ter­neh­men kön­nen sich da­zu je­der­zeit von den Fach­leu­ten der IHK be­ra­ten las­sen.

ANI­MA­TI­ON: RKW

Die Er­wei­te­rung der Haus­braue­rei ist an der Bol­ker­stra­ße 41 ge­plant. Das Ge­bäu­de soll sich in die Alt­stadt-Ar­chi­tek­tur ein­fü­gen.

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