Neu­es Brau­haus für den Schlüs­sel

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON THORS­TEN BREITKOPF

Für 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro will Karl-Heinz Gatz­wei­ler an der Bol­ker­stra­ße ei­ne Er­wei­te­rung der Braue­rei Schlüs­sel er­rich­ten. In ei­nem mehr als neun Me­ter ho­hen Raum sol­len Gäs­te auch die neu­en Bier­kes­sel se­hen.

Der ge­plan­te Neu­bau ei­nes Brau­hau­ses der Haus­braue­rei Schlüs­sel ist ei­ne sen­si­ble An­ge­le­gen­heit. Denn ei­ner­seits ist das heu­ti­ge Haus an der Bol­ker­stra­ße 41 ne­ben dem Schlüs­sel re­no­vie­rungs­be­dürf­tig bis bau­fäl­lig. Gleich­zei­tig aber muss das Bild der Alt­stadt in die­ser zen­tra­len Stra­ße ge­wahrt wer­den. Das ist Karl-Heinz Gatz­wei­ler, Braue­rei­chef des Schlüs­sel, enorm wich­tig. Ei­nen ers­ten Ent­wurf mit gro­ßer glä­ser­ner Fas­sa­de, die an ein gro­ßes Alt­bier­glas er­in­nern soll­te, zog der Brau­er noch vor der Bau­vor­an­fra­ge zu­rück. Die Chan­cen, so et­was in der größ­ten­teils denk­mal­ge­schütz­ten Alt­stadt um­zu­set­zen, schie­nen aus­sichts­los.

Jetzt ste­hen die Pla­nun­gen für ei­nen Neu­bau, der sich mög­lichst har­mo­nisch in das Bild der Längs­ten The­ke der Welt ein­fü­gen soll. Die Plä­ne hat das eben­falls tra­di­ti­ons­rei­che Düs­sel­dor­fer Ar­chi­tek­tur­bü­ro Rho­de Kel­ler­mann Wa­w­row­sky (RKW) über­nom­men. In den kom­men­den Wo­chen soll die Bau­vor­an­fra­ge bei der Stadt ein­ge­reicht wer­den. „Ge­plant ist nun ei­ne so­ge­nann­te Loch­fas­sa­de“, sagt Gatz­wei­ler, wäh­rend er über den Ani­ma­tio­nen für die neue An­la­ge sitzt. Loch­fas­sa­de, das meint nicht mehr als ei­ne Haus­front mit Fens­tern – über drei Eta­gen plus Dach­ge­schoss, so wie es in der üb­ri­gen Alt­stadt üb­lich ist.

Den­noch ist der Plan be­son­ders: Denn hin­ter der ho­hen Fas­sa­de ist ein durch al­le Stock­wer­ke rei­chen­der Gast­raum – mehr als neun Me­ter hoch. Ei­ne frei­ste­hen­de The­ke soll im lin­ken Be­reich des heu­te als Sou­ve­nir­shop ge­nutz­ten Hau­ses ent­ste­hen. Von ei­ni­gen Räu­men der heu­ti­gen Gast­stät­te, die un­be­rührt bleibt, soll man ei­nen Blick in die neue Event­stät­te er­hal­ten. Im hin­te­ren Be­reich wird man ei­nen Blick auf die neu­en La­ger­kes­sel der Braue­rei be­kom­men, die eben­falls über al­le Stock­wer­ke füh­ren.

„Der of­fe­ne In­nen­raum re­sul­tiert aus den säu­len­för­mi­gen La­ger­tanks, die vom Schank­raum aus in vol­ler Hö­he sicht­bar sind. Der In­nen­raum wird so­wohl gas­tro­no­misch als auch als Pro­duk­ti­ons- und La­ger­stät­te der Haus­braue­rei ge­nutzt“, sagt Gatz­wei­ler. Drei der sechs La­ger­tanks, die der Schlüs­sel nach ei­ge­nen An­ga­ben drin­gend be­nö­tigt, wer­den bis ins Kel­ler­ge­schoss rei­chen. Die In­nen­ge­stal­tung soll sich an den zum Alt­bier pas­sen­den Far­ben und Ma­te­ria­li­en ori­en­tie­ren: brü­nier­tes Mes­sing und braun ge­schlämm­te Zie­gel. Au­ßer­dem sieht der Ent­wurf von RKW ein neu­ar­ti­ges Licht­kon­zept vor für die Er­wei­te­rung vor.

Gatz­wei­ler sieht den Neu­bau als Er­gän­zung und nicht als Er­satz des bis­he­ri­gen Schlüs­sel. Er soll ein Ort für Events sein kön­nen und auch jün­ge­res Alt­stadt­pu­bli­kum an­spre­chen. Geht die Bau­vor­an­fra­ge glatt durch, könn­te Gatz­wei­ler schon im März kom­men­den Jah­res mit den Bau­ar­bei­ten be­gin­nen. Er rech­net mit ei­ner Bau­zeit von neun bis zwölf Mo­na­ten. „Das hängt vom Wet­ter ab und wird be­son­ders er­schwert durch die ver­schie­de­nen Fes­te in der Alt­stadt, wie Schüt­zen- und Ro­sen­mon­tags­zug, die be­rück­sich­tigt wer­den müs­sen“, sagt Gatz­wei­ler. Er sieht den Bau als Ka­pa­zi­täts­er­wei­te­rung und Be­kennt­nis zur Düs­sel­dor­fer Alt­stadt. 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro soll der Bau der Bol­ker­stra­ße 41 kos­ten. 1,1 Mil­lio­nen Eu­ro sol­len al­lein in die Brau­tech­nik in­ves­tiert wer­den.

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