Ein be­ein­dru­cken­des Hand­ball­fest

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT - VON THO­MAS SCHUL­ZE

Der THW Kiel prä­sen­tiert sich als eu­ro­päi­sche Spit­zen­mann­schaft und ge­winnt das Sai­son­er­öff­nungs­spiel bei den Rhein Vi­kings vor 3300 Fans im aus­ver­kauf­ten Ca­s­tel­lo mit 35:27.

Der THW Kiel ist im Hand­ball, was Bay­ern Mün­chen oder Bo­rus­sia Dort­mund im Fuß­ball sind. Der Re­kord­meis­ter ist der Tra­di­ti­ons­ver­ein, der die Fans elek­tri­siert. „Zur Ge­burts­stun­de der Rhein Vi­kings an der neu­en Spiel­stät­te Ca­s­tel­lo woll­ten wir ei­nen Geg­ner, der zieht“, sag­te Re­ne Wit­te, Ge­schäfts­füh­rer Sport und Mar­ke­ting. Das war der Fall. Das Ca­s­tel­lo war mit 3300 Zu­schau­ern aus­ver­kauft – an ei­nem Don­ners­tag in den Som­mer­fe­ri­en. „Das zeigt, dass die Re­gi­on nach gu­tem Hand­ball lechzt.“

Re­ne Wit­te

Ge­nau das ist aber auch der Punkt, der Trai­ner Ce­ven Klatt Sor­gen be­rei­tet. „Wir spü­ren, dass die Er­war­tun­gen sehr hoch sind“, sag­te er. „Des­halb müs­sen wir die Eu­pho­rie et­was brem­sen.“Al­ler­dings kann er die Fans ver­ste­hen. Sei­ne Mann­schaft ist seit ein­ein­halb Jah­ren un­ge­schla­gen, sou­ve­rän Meis­ter ge­wor­den und in die zwei­te Li­ga auf­ge­stie­gen.

Nach vier­wö­chi­ger Trai­nings­ar­beit war die Vor­freu­de auf die Sai­son­er­öff­nung na­tür­lich rie­sen­groß. „Das Spiel ist für uns der Hö­he­punkt der Vor­be­rei­tung“, sag­te der Coach. „Wir freu­en und und wol­len ein schö­nes Spiel ab­lie­fern.“

Das ist den Wi­kin­ger ge­lun­gen, auch wenn sie ge­gen die mit Na­tio­nal­spie­lern ge­spick­te Mann­schaft der Gäs­te na­tür­lich chan­cen los wa­ren. Nach­dem Tor­hü­ter Vla­di­mir Bo­zic den ers­ten Wurf ab­ge­wehrt hat­te, bot sich den Gast­ge­bern die wohl ein­ma­li­ge Chan­ce, in Füh­rung zu ge­hen, doch Kiels Tor­hü­ter Ni­k­las Lan­din pa­rier­te den Wurf von Andre­as Bor­ne­mann. Der THW zog schnell mit 4:0 da­von. Alex­an­der Oel­ze war es dann vor­be­hal­ten in der sechs­ten Mi­nu­te das ers­te Tor für die Vi­kings im Ca­s­tel­lo zu wer­fen. Die Wi­kin­ger hat­ten in der An­fangs­pha­se zu viel Re­spekt, und die Ze­bras wa­ren nicht ge­willt, den Au­ßen­sei­ter mit­spie­len zu las­sen. So führ­te der THW schnell mit sie­ben To­ren Vor­sprung. Ih­rem her­vor­ra­gen­den Tor­hü­ter Bo­zic hat­ten es die Vi­kings zu ver­dan­ken, dass der Rück­stand nicht noch hö­her aus­fiel. Der 34 Jah­re al­te Kroa­te war vor der Pau­se mit sie­ben Pa­ra­den der über­ra­gen­de Spie­ler sei­ner Mann­schaft und nutz­te die Ge­le­gen­heit, sich aus­zu­zeich­nen. Nach dem Wech­sel kam für ihn Mik­kel Moldrup.

Es war mehr als nur ein Klas­sen­un­ter­schied, der zwi­schen dem Zweit­li­ga-Auf­stei­ger und der eu­ro­päi­schen Spit­zen­mann­schaft deut­lich wur­de. 27:35 (12:19) lau­te­te das End­re­sul­tat. Bes­ter Wer­fer der Düs­sel­dor­fer war Chris­ti­an Ho­ße mit sie­ben Tref­fern. Selbst wenn nicht ein­mal die Hö­he der Nie­der­la­ge ei­ne Über­ra­schung war, so zeig­te das Spiel doch, wie weit der Weg für die Rhein Vi­kings in die ers­te Li­ga ist, die ei­nes Ta­ges das Ziel sein soll. Die Zu­schau­er gin­gen je­den­falls zu­frie­den nach Hau­se. Blieb nur die Fra­ge, wie viel die Vi­kings hin­blät­tern muss­ten, da­mit der THW auf sei­ner Som­me­rei­se, die ihn nun ins Trai­nings­la­ger nach Her­zo­ge­nau­rach und zu Spie­len nach Co­burg, Vell­mar (Hes­sen) und Köln führt, in Düsseldorf Sta­ti­on macht. „Wir be­tei­li­gen uns an den Rei­se- und Über­nach­tungs­kos­ten“, sag­te Re­ne Wit­te. „Bay­ern Mün­chen ist teu­rer.“

„Wir be­tei­li­gen uns an Rei­se- und Über­nach­tungs­kos­ten. Bay­ern Mün­chen ist teue­rer“

Ge­schäfts­füh­rer

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