Ran­da­lie­ren im Bahn­hof sind meis­tens Deut­sche

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(sg) Rund um den und im Haupt­bahn­hof ist es in den ver­gan­ge­nen Wo­chen mehr­fach zu Po­li­zei­ein­sät­zen ge­kom­men, bei de­nen ra­bia­te Ran­da­lie­rer nur mit Mü­he von den Be­am­ten über­wäl­tigt wer­den konn­ten. Po­li­zis­ten be­ob­ach­ten dort ei­ne Zu­nah­me so­ge­nann­ter Wi­der­stands­fäl­le. Das be­legt auch ei­ne Sta­tis­tik des In­nen­mi­nis­te­ri­ums, wo­nach im ers­ten Halb­jahr 2017 be­reits 21 Ta­ten an­ge­zeigt wur­den, die 23 Tä­tern zu­ge­ord­net wer­den. Im ge­sam­ten Vor­jahr wa­ren da­ge­gen 39 Fäl­le mit 41 Ver­däch­ti­gen re­gis­triert wor­den. 2015 wur­den 54 Ver­däch­ti­ge bei 57 Fäl­len an­ge­zeigt.

Das In­nen­mi­nis­te­ri­um be­ant­wor­te­te mit die­sen Zah­len, aus de­nen die ge­naue­ren Um­stän­de der De­lik­te nicht her­vor­ge­hen, die Klei­ne An­fra­ge ei­nes Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten der AfD. Der hat­te auch nach der Na­tio­na­li­tät der mut­maß­li­chen Tä­ter ge­fragt. Laut Mi­nis­te­ri­um war 2015 mehr als die Hälf­te (32) der Fest­ge­nom­me­nen deutsch, neun ka­men aus Nord­afri­ka, 2016 wa­ren un­ter den 41 Ran­da­lie­rern 20 Deut­sche und sechs Nord­afri­ka­ner, in die­sem Jahr wur­den 14 Deut­sche an­ge­zeigt. Die üb­ri­gen Ver­däch­ti­gen ge­hör­ten sämt­lich un­ter­schied­li­chen Na­tio­na­li­tä­ten an.

De­mo­kra­tie nie ver­hin­dern

lau­ra.ihme@rheinische-post.de an kann von der AfD hal­ten, was man will. Aber sie ist kei­ne ver­bo­te­ne Par­tei, sie ist nicht il­le­gal, sie ist nicht ver­fas­sungs­wid­rig. Son­dern ist sie ei­ne von vie­len Par­tei­en in un­se­rem de­mo­kra­ti­schen Sys­tem und will um den Ein­zug in den Bun­des­tag kämp­fen. Das müs­sen wir, auch wenn es uns nicht passt, er­tra­gen. Wir wer­fen der AfD nur all­zu ger­ne vor, sie sei an­ti­de­mo­kra­tisch, ar­bei­te ge­gen al­les, für das un­se­re west­li­che Wer­te­ge­mein­schaft steht. In dem Mo­ment, in dem wir ihr je­doch die Mög­lich­keit neh­men, ak­tiv Teil des de­mo­kra­ti­schen Pro­zes­ses zu sein, wä­ren wir ge­nau das: an­ti­de­mo­kra­tisch. Da­bei müs­sen wir das doch gar nicht sein, und wir müs­sen der AfD nicht den Mund ver­bie­ten, ja, das wä­re so­gar äu­ßerst tö­richt. Wir müs­sen uns der Fun­da­men­te un­se­rer Wer­te­ge­sell­schaft so si­cher sein und sie so ve­he­ment ver­tre­ten, dass wir all je­nen, die sie aus un­se­rer Sicht be­dro­hen, selbst­si­cher und mit brei­ter Brust ent­ge­gen­tre­ten kön­nen. An­de­ren den Mund zu ver­bie­ten und die Ver­samm­lungs­mög­lich­keit zu neh­men, be­deu­tet das nicht. Es hilft den an­de­ren eher.

MKin­der­hil­fe auch per Whats­App

stefani.geilhausen @rheinische-post.de ie ers­te Kum­mer-Num­mer hat es in Düsseldorf schon in den 1970ern ge­ge­ben. Und im Grun­de sind die The­men der An­ru­fer im­mer gleich ge­blie­ben. Es geht um die Tü­cken der Pu­ber­tät, um Lie­bes­kum­mer und Be­zie­hun­gen. Auch Ge­walt- und Miss­brauch­ser­fah­rung hat es da­mals schon ge­ge­ben, doch die wa­ren lan­ge selbst für ein an­ony­mes Be­ra­tungs­te­le­fon noch ein zu gro­ßes Ta­bu. So ge­se­hen ist das Te­le­fon beim Kin­der­schutz­bund ein Spie­gel der Zeit – auch bei den Nut­zern. Denn nicht nur bei den An­ru­fern ist die Zahl der Jun­gen ste­tig ge­stie­gen – auch am an­de­ren En­de der Lei­tung sind heut­zu­ta­ge Män­ner zu fin­den, die es da frü­her nicht gab.

Nur in punc­to mo­der­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on ist das Be­ra­tungs­te­le­fon den Kin­dern weit hin­ter­her. Die Zahl der An­ru­fer geht si­cher nicht zu­rück, weil Kin­der und Ju­gend­li­che we­ni­ger Pro­ble­me ha­ben. Über den schnel­len Chat per Whats­App oder In­ter­net wür­den si­cher mehr den wich­ti­gen Hil­fe-Di­enst nut­zen. Da­für müss­te sich doch ein Spon­sor fin­den las­sen.

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