Wu­hei­da ist die gro­ße Fa­vo­ri­tin

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT - VON DA­NI­EL DELIUS

Dem eng­li­schen Re­gen­wet­ter ha­ben es die Ver­an­stal­ter zu ver­dan­ken, dass die eu­ro­päi­sche Spit­zen­stu­te mor­gen beim 159. Hen­kel-Preis der Dia­na an den Start geht. Die Kon­kur­renz amü­siert das we­ni­ger als die Zu­schau­er.

Zu den Mys­te­ri­en des Ga­lopp­renn­sports zählt die Tat­sa­che, dass es Pfer­de gibt, die schnell lau­fen, wenn es feucht un­ter den Hu­fen ist und an­de­re, die dann eher ab­brem­sen. Heinz Jentzsch, Deutsch­lands er­folg­reichs­ter Ga­lop­per­trai­ner al­ler Zei­ten, vor ei­ni­gen Jah­ren hoch­be­tagt ver­stor­ben, war sich voll­kom­men si­cher, dass et­wa auch Fuß­bal­ler bo­den­ab­hän­gig sei­en. So wie Pfer­de.

Des­halb könn­te das Tief, das vor ei­ni­gen Ta­gen über die Bri­ti­schen In­seln zog, mög­li­cher­wei­se ent­schei­dend für den Aus­gang des Hen­kel-Preis der Dia­na sein, an die­sem Sonn­tag das High­light der Renn­sai­son 2017 in Gra­fen­berg. Denn als am Mitt­woch der Re­gen über Bri­tan­ni­en nie­der­ging, das Ge­läuf auf der Renn­bahn im süd­eng­li­schen Good­wood im­mer schwe­rer und schwe­rer wur­de, pass­te Char­lie App­le­by.

Der 42jäh­ri­ge ist an­ge­stell­ter Trai­ner bei Scheich Mo­ham­med al Mak­to­um, dem Herr­scher von Du­bai, ge­bie­tet in des­sen Stall in New­mar­ket nörd­lich von Lon­don über rund 200 Pfer­de. Ei­nes da­von ist Wu­hei­da, ei­ne drei Jah­re al­te Stu­te, die ei­gent­lich für ein gro­ßes Ren­nen am Don­ners­tag in Good­wood vor­ge­se­hen war. Doch mag sie eher tro­cke­nen Bo­den und da traf es sich gut, dass sie auch noch ein En­ga­ge­ment für den Sonn­tag in Düs­sel­dorf hat­te. Und da man so­gar in En­g­land ei­nen Zu­griff auf Wet­ter­pro­gno­sen für Deutsch­land hat, konn­te App­le­by schnell fest­stel­len, dass die Ver­hält­nis­se für Wu­hei­da am Sonn­tag in Gra­fen­berg bes­tens sind.

So kommt das Pu­bli­kum in den Ge­nuss, ei­ne eu­ro­päi­sche Spit­zen- stu­te in Au­gen­schein neh­men zu kön­nen. Auch wenn es den hie­si­gen Trai­nern und Be­sit­zern eher nicht passt, schließ­lich hat Wu­hei­da letz­tes Jahr schon in Pa­ris ge­won­nen. „Ein har­ter Bro­cken“, sagt denn auch And­re­as Wöh­ler, Trai­ner in Gü­ters­loh, Sie­ger in der „Dia­na“in den letz­ten drei Jah­ren und dies­mal mit ei­nem Trio da­bei.

Eher miss­mu­tig no­tier­te er sich am Don­ners­tag bei der Aus­lo­sung der Start­bo­xen die ihm zu­ge­los­ten Num­mern. „Al­les zwi­schen drei und neun ist ide­al“, sag­te er an­ge­sichts der Tat­sa­che, dass der für Pri­ma Vio­let­ta, sei­ne gro­ße Hoff­nung am Sonn­tag, die ganz ge­wiss nicht güns­ti­ge Num­mer 13 zu­ge­lost be­kam. „Lu­cky num­ber“, nahm er es sport­lich.

Ab­ge­se­hen von Wu­hei­da, die klas­se­mä­ßig schon et­was über dem Feld steht, ist es ein un­ge­wöhn­lich of­fe­nes Ren­nen. „Manch­mal ge­winnt dann halt nicht das bes­te, son­dern das glück­lichs­te Pferd“, be­rich­tet Wöh­ler über sei­ne Er­fah­run­gen. „Der Kurs mit den vie­len Kur­ven ist nicht ein­fach, da muss al­les pas­sen.“

Für ei­nen Jo­ckey ist es die Rück­kehr auf die gro­ße Büh­ne. Adrie de Vries, seit Jah­ren in Deutsch­land tä­ti­ger Nie­der­län­der, steigt erst­mals nach ei­nem Dau­men­bruch wie­der in den Sat­tel ei­nes gro­ßen Ren­nens. Im Ju­ni war er in Han­no­ver von Wind­stoß ge­stürzt – der ge­wann dann we­nig spä­ter das Der­by, mit dem jun­gen Ma­xim Pe­cheur. De Vries rei­tet am Sonn­tag Ali­can­te. Wenn es im Der­by schon nicht ge­klappt hat, dann vi­el­leicht im Hen­kel-Preis der Dia­na, dem in­of­fi­zi­el­len Stu­ten-Der­by.

FO­TO: HORSTMÜLLER

Jo­ckey Adrie de Vries, der im April den Hen­kel Stu­ten­preis auf At­ti­ca ge­wann, fei­ert mor­gen sein Come­back. Er geht mit Ali­can­te an den Start und ge­hört zum er­wei­ter­ten Fa­vo­ri­ten­kreis.

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