Ganz nah an wo­an­ders

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST -

Wenn wir un­se­re rheinische Hei­mat in den Fe­ri­en dann doch mal und na­tür­lich schwe­ren Her­zens ver­las­sen, sto­ßen wir schon bald auf Pro­ble­me. Wenn man den Men­schen sa­gen möch­te, wo man sei­ne Rei­se be­gon­nen hat, läuft das Gan­ze spä­tes­tens jen­seits der eu­ro­päi­schen Gren­zen so bit­ter wie folgt ab: Zu­nächst nen­nen wir als Hei­mat „Düs­sel­dorf“. Bei an­hal­ten­dem Fra­ge­zei­chen im Ge­sicht des Ge­gen­übers ge­hen wir zu ei­nem mit­tel­mä­ßig ver­zwei­fel­ten „Wes­tern Ger­ma­ny“über und nu­scheln schließ­lich ein wi­der­wil­li­ges „Ne­ar Co­lo­gne“.

In Ma­lay­sia war al­les an­ders. Der ers­te Mann, zu dem wir Düs­sel­dorf sag­ten, er­zähl­te strah­lend von sei­ner Zeit, die er kurz vor der Wen­de bei ei­nem Au­to­mo­bil-Un­ter­neh­men in Düs­sel­dorf ver­brach­te. Ein an­de­rer Mann, den wir ei­ni­ge Ta­ge spä­ter tra­fen, topp­te das so­gar noch und sag­te, er wol­le un­be­dingt mal nach Düs­sel­dorf kom­men und die „Kö­nigs­hal­le“se­hen (er mein­te die ähn­lich ge­schrie­be­ne und klin­gen­de Al­lee). Un­ser Glück schien voll­endet, als uns an der Gren­ze zu Sin­ga­pur ein Zoll­be­am­ter schon auf Deutsch be­grüß­te, dann frag­te, ob es uns gut ge­he und wo wir denn her­kä­men. Wir nann­ten im Freu­den­rausch den Na­men un­se­rer ja of­fen­sicht­lich welt­be­kann­ten Hei­mat­stadt – und hör­ten dann: „Ah, das ist bei Dort­mund, oder?“hdf

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