Schlan­ge ste­hen für den Ur­laub

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON LAU­RA IH­ME

In den ge­sam­ten Fe­ri­en er­war­tet der Air­port 3,9 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re. Sie müs­sen oft Ge­duld mit­brin­gen, be­vor sie im Flie­ger sit­zen.

Es ist Haupt­rei­se­zeit. Das ist ges­tern be­reits auf dem Weg zum Flug­ha­fen deut­lich zu spü­ren: Di­rekt hin­ter der Au­to­bahn­aus­fahrt knub­beln sich die Fahr­zeu­ge, die nicht im Park­haus, son­dern di­rekt vor dem Ter­mi­nal hal­ten, wo die Fah­rer ih­re In­sas­sen dann nur schnell aus­stei­gen las­sen. In der Ab­flug­hal­le ist es wu­se­lig: Ur­lau­ber in Som­mer­kla­mot­ten und mit Son­nen­hü­ten auf dem Kopf ei­len durch den Air­port auf der Su­che nach dem Ab­fer­ti­gungs­schal­ter, ste­hen Schlan­ge, um ihr Ge­päck ab­zu­ge­ben.

Ganz hin­ten in ei­ner sol­chen Schlan­ge steht Lea Hen­d­rix. Die 18Jäh­ri­ge fliegt nach Sri Lan­ka, dort und auf Ba­li wird sich die Abitu­ri­en­tin in den kom­men­den vier Mo­na­ten so­zi­al en­ga­gie­ren. Sie ist auf­ge­regt. Da hilft das War­ten ein we­nig, um run­ter­zu­kom­men. „Mir geht so viel durch den Kopf gera­de – da ist es mir egal, wenn ich ein biss­chen war­ten muss“, sagt sie. So ent­spannt wie Hen­d­rix sind an die­sem Nach­mit­tag al­ler­dings nicht al­le Flug­gäs­te: Ner­vös wip­pen sie von ei­nem Fuß auf den an­de­ren, ab und an sind halb­lau­te Flü­che zu hö­ren. „Pa­pa steht im­mer noch an“, ruft ein klei­nes Mäd­chen ih­rer ge­nervt bli­cken­den Mut­ter zu.

In den Som­mer­fe­ri­en ist es auch die­ses Jahr wie­der be­son­ders voll auf dem Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen. Je­den Tag wer­den mehr als 80.000 Pas­sa­gie­re ge­zählt, die­ses Wo­che­n­en­de mit­ten in den Fe­ri­en gilt als be­son­ders be­su­cher­stark: Die ei­ne Hälf­te der Ur­lau­ber kehrt be­reits aus den Fe­ri­en zu­rück, die an­de­re Hälf­te fliegt nun. 89.000 Flug­gäs­te wer­den mor­gen er­war­tet, am En­de der Fe­ri­en wer­den wohl knapp 3,9 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re vom Air­port ge­star­tet oder dort ge­lan­det sein. Das sind vier Pro­zent mehr als 2016.

Im­mer mehr Men­schen nut­zen al­so den Flug­ha­fen. Dass das nicht nur rei­bungs­los ver­läuft, ist im­mer wie­der zu se­hen: Wer sei­nen Kof­fer auf­gibt, steht in der Schlan­ge. Wer in den Si­cher­heits­be­reich will, steht in der Schlan­ge. Wer auf Toi­let­te muss, steht in der Schlan­ge. Zwar steht man nie lan­ge an und die Zu­gän­ge zu den Ga­tes sind im­mer wie­der auch an­ge­nehm leer. Ge­duld braucht man als Flug­gast aber trotz­dem.

Tho­mas Harsk reist oft ge­schäft­lich vom Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fen in die Welt. Heu­te geht es für ihn nach Mallor­ca. „Man merkt in der Tat, dass gera­de Fe­ri­en sind, es ist viel mehr los. Ich muss jetzt zum Ga­te B, da muss man mo­men­tan eben­falls län­ger Schlan­ge ste­hen als sonst. Aber ich ha­be noch ei­ni­ge St­un­den Zeit bis zum Ab­flug“, sagt er. So ein Zeit­puf­fer ent­span­ne. Lau­ra Olt, Ca­ro­lin Wih­ler und Lau­ra Grae wol­len eben­falls nach Mallor­ca flie­gen. Aus Dort­mund und Düs­sel­dorf sind sie zum Air­port ge­kom­men, ha­ben Zeit satt, bis sie in den Flie­ger stei­gen müs­sen. „Bis jetzt sieht es ja ganz ru­hig aus, mal se­hen wie voll es bei der Pass­kon­trol­le gleich wird“, sagt Ca­ro­lin Wih­ler. Weil die Frau­en ge­hört ha­ben, dass es dort der­zeit län­ger dau­ern kann, sind sie ex­tra frü­her zum Flug­ha­fen ge­kom­men. Ge­nau das rät der Air­port Pas­sa­gie­ren auch. Da­mit es an den ge­fürch­te­ten Si­cher­heits­kon­trol­len schnel­ler geht, emp­fiehlt die Bun­des­po­li­zei au­ßer­dem, das Hand­ge­päck auf das We­sent­li­che zu be­schrän­ken.

Ver­spä­tun­gen gibt es ges­tern in­des we­ni­ge. Ins­ge­samt ist die Zahl der ver­spä­te­ten Flie­ger im ver­gan­ge­nen Mo­nat al­ler­dings ge­stie­gen. Der Air­port er­klärt das un­ter an­de­rem mit vie­len Som­mer­ge­wit­tern in Eu­ro­pa. Kri­tik gibt es von den Flug­lärm­geg­nern: Sie ha­ben der­zeit öf­ter schlaf­lo­se Näch­te.

RP-FO­TOS: L.IH­ME

An­ste­hen zur Ge­päck­ab­ga­be ges­tern Nach­mit­tag in der Ab­flug­hal­le des Düs­sel­dor­fer Flug­ha­fens. Im­mer wie­der bil­de­ten sich lan­ge Schlan­gen.

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