Trans­pa­ren­te­re Bank­ge­büh­ren erst 2018

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

Ei­gent­lich soll­te das Ge­büh­ren­wirr­warr schon in die­sem Som­mer be­sei­tigt sein. Aber das Mus­ter der eu­ro­päi­schen Ban­ken­auf­sicht fehlt noch. Ge­plant sind Be­griffs­ver­ein­heit­li­chun­gen, Ge­büh­ren­über­sich­ten und Ver­gleich­spor­ta­le.

FRANKFURT (dpa) Bank­kun­den, die auf mehr Durch­blick im Ge­büh­renD­schun­gel hof­fen, müs­sen sich ge­dul­den. Vor­aus­sicht­lich erst im kom­men­den Jahr wer­den Vor­schrif­ten in Kraft tre­ten, die für mehr Trans­pa­renz bei Ban­kent­gel­ten sor­gen sol­len. Ei­gent­lich wa­ren sie be­reits in die­sem Som­mer er­war­tet wor­den. Doch bis­her hat die Eu­ro­päi­sche Ban­ken­auf­sicht EBA die not­wen­di­gen Hin­wei­se noch nicht er­las­sen – ei­ne Art Mus­ter für eu­ro­pa­weit ein­heit­li­che An­ga­ben. „Wir rech­nen da­mit im kom­men­den Jahr“, sag­te Kay Gör­ner, Markt­wäch­ter Fi­nan­zen von der Ver­brau­cher­zen­tra­le Sach­sen.

Da sich die An­ge­bo­te der In­sti­tu­te teil­wei­se stark un­ter­schei­den, sol­len be­stimm­te Be­grif­fe eu­ro­pa­weit ver­ein­heit­licht wer­den. Ver­brau­chern soll so der Ver­gleich er­leich­tert wer­den. Vor­ge­se­hen ist zu­dem, dass die Kun­den vor­ab ei­ne Über­sicht über al­le Kon­to­ge­büh­ren be­kom­men. Ei­ne Jah­res­ab­rech­nung soll hel­fen, die tat­säch­lich an­fal­len­den Kos­ten im Blick zu be­hal­ten. Au­ßer­dem sol­len EU-wei­te Ver­gleich­spor­ta­le im In­ter­net ent­ste­hen. Ver­brau­cher­schüt­zer er­hof­fen sich da­durch mehr Durch­blick für Bank­kun­den. Aus ih­rer Sicht ha­pert es dar­an noch teil­wei­se. Sie kri­ti­sie­ren bei­spiels­wei­se, dass nicht al­le Kre­dit­in­sti­tu­te we­sent­li­che Prei­se und Ge­büh­ren im In­ter­net ver­öf­fent­li­chen. „Bei Spar­kas­sen und Volks­ban­ken sind es nach un­se­ren Er­fah­run­gen ten­den­zi­ell so­gar we­ni­ger als frü­her, die ihr Preis- und Leis­tungs­ver­zeich­nis oder zu­min­dest den Preis­aus­hang on­li­ne stel­len“, sag­te Gör­ner. Kun­den müss­ten in der Fi­lia­le nach­fra­gen, „wenn sie nicht die Kat­ze im Sack kau­fen wol­len“, be­män­gel­te der Ver­brau­cher­schüt­zer. Die Hö­he der Di­s­po­zin­sen müs­sen die Geld­häu­ser seit ge­rau­mer Zeit al­ler­dings ins Netz stel­len.

Im Preis­aus­hang fin­den sich in der Re­gel die Zins­an­ga­ben für Dis­po­kre­di­te und ge­dul­de­te Über­zie- hungs­kre­di­te so­wie die Kos­ten für Bank- und Kre­dit­kar­ten. Das Prei­sund Leis­tungs­ver­zeich­nis ist um­fang­rei­cher und soll­te al­le Leis­tun­gen und ih­re Prei­se ent­hal­ten.

Beim Bun­des­ver­band der Volks­und Raiff­ei­sen­ban­ken (BVR) heißt es: „Es gibt Ban­ken, die den bes­ten Weg dar­in se­hen, ih­re Kun­den in der Fi­lia­le zu in­for­mie­ren.“Man ge­he da­von aus, dass sich die In­sti­tu­te an die ge­setz­li­chen Ver­pflich­tun­gen hiel­ten. Ähn­lich ar­gu­men­tier­te der Deut­sche Spar­kas­sen- und Gi­ro­ver­band.

Die Ver­brau­cher­zen­tra­len hat­ten Ban­ken und Spar­kas­sen zu­letzt vor zwei­fel­haf­ten neu­en Ge­büh­ren ge­warnt. Vie­le In­sti­tu­te hät­ten Kun­den über Jah­re hin­weg zu ei­ner Kos­ten­los-Kul­tur et­wa rund ums Gi­ro­kon­to er­zo­gen, weil sie sich Wett­be­werbs­vor­tei­le da­von ver­spro­chen hät­ten. Nun wür­den auf teil­wei­se in­trans­pa­ren­te Art Zu­satz­ge­büh­ren er­ho­ben, hat­te der Chef des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands (VZ­BV), Klaus Mül­ler, kri­ti­siert. Er hat­te der Geld­wirt­schaft da­zu ge­ra­ten, sich an den Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men ein Vor­bild zu neh­men. Die­se Bran­che ha­be näm­lich nach vie­lem Ex­pe­ri­men­tie­ren fest­ge­stellt, dass ein­fa­che Preis­mo­del­le die Kun­den am meis­ten über­zeug­ten.

FO­TO: DPA

Ei­ne Ge­büh­ren­quel­le: das Geld­ab­he­ben am Au­to­ma­ten.

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