Be­stat­ter wirbt in Köln mit Düs­sel­dor­fer To­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON STEFANI GEILHAUSEN

Man wol­le das The­ma „Ster­ben“aus der Ta­bu­zo­ne ho­len, heißt es bei dem Ber­li­ner Un­ter­neh­mer.

Nein, vom Köl­ner, der am Schloss­turm vor­bei schwimmt, hat Björn Krä­mer noch nichts ge­hört, und auch ver­mut­lich hat er auch noch nie ein Uri­nal mit den Tür­men des Köl­ner Doms ge­se­hen, kurz: Der Mann in Berlin hat zwar ei­ne va­ge Ah­nung von den Ri­va­li­tä­ten zwi­schen den rhei­ni­schen Me­tro­po­len. Aber was die Wer­bung für sei­nen In­ter­net-Be­stat­tungs­ser­vice in ei­nem Köl­ner Bahn­hof aus­lö­sen wür­de – das kann er sich nicht vor­stel­len.

Er woll­te doch nur Auf­merk­sam­keit für das The­ma Ster­ben ein­wer­ben, sagt Krä­mer, Mit­grün­der des On­li­ne-Be­stat­tungs­diensts My­mo­ria, der auch die Pla­kat­kam­pa­gne mit er­dacht hat. Weil die Be­stat­tungs­sa­che na­tur­ge­mäß nicht z 100 Pro­zent on­li­ne ab­zu­wi­ckeln ist, hat das di­gi­ta­le Star­t­up kürz­lich ei­ne ana­lo­ge Fi­lia­le in Düs­sel­dorf er­öff­net, und für eben die wirbt er Weiß auf Schwarz mit dem schlich­ten Satz „Je­de St­un­de stirbt ein Düs­sel­dor­fer“. In ganz Düs­sel­dorf hän­gen die Groß­pla­ka­te, und au­ßer­dem im Bahn­hof Köln-Deutz, weil Krä­mer sich ge­dacht hat, dass „an die­sem wich­ti­gen Bahn­hof“doch auch vie­le Düs­sel­dor­fer an­sprech­bar für sei­ne Bot­schaft sind, dass man den Über­gang ins Jen­seits mit ein paar Maus­klicks vor­be­rei­ten kann.

Die­se Er­kennt­nis frei­lich soll nicht nur die Düs­sel­dor­fer er­leuch­ten, auch den Köl­nern will sich das Un­ter­neh­men prä­sen­tie­ren. Da­von sind ja auch recht vie­le am Deut­zer Bahn­hof, hat Krä­mer ge­hört. Und gibt zu, ei­nen „hu­mo­ris­ti­schen An­satz“dar­in zu se­hen, vorm Hin­ter­grund der al­ten Städ­te­ri­va­li­tät. Und tat­säch­lich ha­be al­lein das Deut­zer Pla­kat auch schon ei­ni­ge In­ter­es­sen­ten zu ihm ge­bracht. Wei­te­re Auf­la­gen der Kam­pa­gne für Frankfurt und Offenbach oder Wies­ba­den und Mainz ge­be es nicht, die Düs­sel­dorf-Deut­zer Wer­be­ak­ti­on sei die ers­te des Un­ter­neh­mens.

Hu­mo­ris­ti­scher An­satz für ein erns­tes The­ma? Im Bahn­hof Köln-Deutz er­in­nert ein Ber­li­ner On­lin­e­be­stat­ter an die Ver­gäng­lich­keit. RP-Fo­to: Clau­dia Hauser

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