Kei­ne Scham

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE -

Oh, mein Gott! Ich woh­ne seit 1979 auf der Hein­rich­stra­ße und das, ob­wohl ei­ne ehe­ma­li­ge Na­zi­grö­ße na­mens Himm­ler eben­falls mit Vor­na­men Hein­rich hieß. Und ich hat­te noch nie ein schlech­tes Ge­wis­sen des­we­gen und eben­so ha­be ich mich nie da­für ge­schämt! Viel­leicht soll­te ich aber jetzt ei­nen An­trag auf Än­de­rung un­se­res Stra­ßen­na­mens zu stel­len – z. B. in „Hein­rich-VIII.Stra­ße“. Zwar hat die­ser Kö­nig zwei sei­ner ins­ge­samt sechs Ehe­frau­en hin­rich­ten las­sen, aber ir­gend­wie klingt der Stra­ßen­na­me dann im­mer­hin fa­mi­li­en­freund­li­cher. Jür­gen M. Step­pen Düs­sel­tal sind ni­veau­los. War­um er­wähnt der Ver­fas­ser nicht, dass die Haupt­stra­ße durch das Neu­bau­ge­biet „Gar­ten­stadt Reit­zen­stein” jetzt „Zur al­ten Ka­ser­ne” heißt und der St­ein­qua­der „Reit­zen­stein­ka­ser­ne” er­hal­ten blieb. Ehe­ma­li­ge Sol­da­ten ha­ben sich da­für ein­ge­setzt, um an ih­re frü­he­re mi­li­tä­ri­sche Hei­mat zu er­in­nern. Of­fen­sicht­lich passt das nicht in die lin­ke Be­richt­er­stat­tung. Üb­ri­gens ha­be ich als ehe­ma­li­ger Be­rufs­sol­dat u. a. 23 Jah­re in der Er­win-Rommel-Straß­e­ge­wohnt,muss ich mich jetzt bei Clau­dia Roth zur Ent­na­zi­fi­zie­rung mel­den? Wolf­gang Beh­feldt Rath

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