Ge­fah­ren­punkt Wers­te­ner Kreuz

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE - VON BIR­GIT WANNINGER

Der Weg zur Hen­ri-Dun­ant-Grund­schu­le ist für vie­le Kin­der ein Aben­teu­er.

WERSTEN Ein­mal pro Wo­che bringt Marc Preu­ßer sei­ne Kin­der zu Schu­le. Sei­ne Jungs Nick (9) und Bas­ti (7) sind ei­gent­lich aus dem Al­ter her­aus, zur Schu­le be­glei­tet zu wer­den. Doch ihr Weg ist ge­fähr­lich. Nick und Bas­ti ge­hen zur Hen­ri-Dun­ant-Schu­le am Rhein­dor­fer Weg und woh­nen am Zie­ge­lei­weg im Düs­sel­dörf­chen. Das heißt: Sie müs­sen über das Wers­te­ner Kreuz – ei­ne der un­über­sicht­lichs­ten Stra­ßen­kreu­zun­gen in Düs­sel­dorf. Und sie sind nicht al­lei­ne, rund zehn Schü­ler be­glei­tet je­weils mor­gens und mit­tags ein El­tern­teil aus der Sied­lung. Lauf­grup­pe nennt sie Marc Preu­ßer, und er kann nicht ver­ste­hen, dass sich an den Über­gän­gen nichts tut.

Da ist zum ei­nen der Bahn­über­gang für Fuß­gän­ger. „Le­bens­ge­fähr­lich“, sagt Preu­ßer. Im­mer wie­der hat er be­ob­ach­tet, dass die Bah­nen an­ge­fah­ren kom­men, oh­ne dass das oran­ge­far­be­ne Warn­si­gnal blinkt. Das war auch beim Orts­ter­min mit un­se­rer Re­dak­ti­on der Fall, als die U71 links auf die Hal­te­stel­le Wers­te­ner Dorf­stra­ße ab­bog. Und die Bah­nen, die los­fah­ren, ge­ben kein Si­gnal. „Ein un­halt­ba­rer, le­bens­ge­fähr­li­cher Zu­stand“, sagt Preu­ßer und hat vor mehr als sechs Wo­chen die Rhein­bahn an­ge­schrie­ben. Auf Ant­wort war­tet er im­mer noch. Auch mit der Po­li­zei hat er ge­spro­chen. „Aber die kann nicht ak­tiv wer­den, so­lan­ge nicht ver­mehrt Un­fäl­le auf­tre­ten. Da muss erst ein Kind zu Scha­den kom­men“, sagt er. Jetzt for­dert er, dass die Si­gnal­an­la­ge künf­tig auch Tö­ne ab­gibt.

„Je mehr Si­gnal-An­la­gen, des­to ge­rin­ger ist die Ge­fah­ren­ein­schät­zung, des­to leicht­sin­ni­ger wer­den die Men­schen“, ent­geg­net Rhein­bahn­spre­che­rin Hei­ke Schus­ter und be­tont, dass für Bah­nen, die aus dem Stand los fah­ren, kei­ne Si­gnal­zei­chen vor­ge­se­hen sind. Schus­ter will die An­la­ge aber noch ein­mal über­prü­fen las­sen.

Doch die Hal­te­stel­le ist nur ein neur­al­gi­scher Punkt am Wers­te­ner Kreuz. Wer aus dem Tun­nel der A 46 kommt, darf nicht ge­ra­de­aus fah­ren, mit Aus­nah­me der Bus­se. „Aber das ma­chen die Au­tos un­ent­wegt“, be­rich­tet Mut­ter Kat­ha­ri­na Preu­ßer. Sie hat schon das Schul­mi­nis­te­ri­um an­ge­schrie­ben und um Hil­fe ge­be­ten, die Grund­schu­le be­mü­he sich eben­falls, aber nichts pas­sie­re. „Schü­ler­lot­sen kom­men gar nicht mehr, weil sie Angst ha­ben,“führt sie wei­ter aus. Sie und ih­re Nach­barn wün­schen sich ei­ne Blit­zer­an­la­ge. Aber die kön­ne dort nicht auf­ge­baut wer­den, sagt ein Po­li­zei­spre­cher, sol­che An­la­gen kon­trol­lier­ten nur er­höh­te Ge­schwin­dig­keit oder das Über­fah­ren von ro­ten Am­peln.

RP-FO­TOS (2): HANS-JÜR­GEN BAU­ER

Im Um­kreis von 500 Me­tern um die Fund­stel­le war das Wohn­ge­biet ge­sperrt. Mit­ar­bei­ter des Ord­nungs­am­tes lei­te­ten den Ver­kehr um.

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