Ein Ire ver­tei­digt das Ord­nungs­amt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON STEFANI GEILHAUSEN

Auch der Ober­bür­ger­meis­ter steht hin­ter dem Vor­ge­hen ge­gen die Land­fah­rer auf den Rhein­wie­sen.

Ei­ne Vier­tel­stun­de, nach­dem am Di­ens­tag die Frist ab­ge­lau­fen war, die das Ord­nungs­amt den iri­schen Land­fah­rern auf den Rhein­wie­sen ge­setzt hat­te, klin­gel­te Paul Ca­hills Te­le­fon. Der Sprach­leh­rer aus Ir­land, der be­ruf­lich öf­ter mit dem Amt für Wirt­schafts­för­de­rung zu tun hat, war von dort dem Ord­nungs­amt emp­foh­len wor­den. „Sie brauch­ten je­man­den, der nicht nur eng­lisch spricht, son­dern auch die Kul­tur die­ser Leu­te kennt“, sagt Ca­hill. „Das war ein gu­ter Schach­zug.“

Denn Ca­hill dol­metsch­te nicht nur, er bau­te auch ei­nen Draht zu den Land­fah­rern auf, die in ihm vor al­lem ei­nen Lands­mann sa­hen. Die ein oder an­de­re ag­gres­si­ve An­wand­lung ha­be er ent­schär­fen kön­nen, sagt er. Ei­nem Mann, der mit Ge­walt droh­te, ha­be er mit ei­nem fröh­li­chen „Schö­nen Dank, dass ihr das iri­sche Wet­ter mit­ge­bracht habt“, den Wind aus den Se­geln neh­men kön­nen. Die Kri­tik von meh­re­ren Rats­po­li­ti­kern am Vor­ge­hen der Stadt, die et­wa auf An­zei­gen ge­gen die Wild­cam­per ver­zich­tet hat­te, kann Ca­hill nicht nach­voll­zie­hen: „Die Stadt hat viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl be­wie­sen und durch­aus auch Här­te ge­zeigt. Die­se Leu­te ha­ben ein ho­hes Ge­walt­po­ten­zi­al. Da war nur wich­tig, sie mög­lichst schnell vom Platz zu be­kom­men.“

Die Land­fah­rer sei­en in Ir­land als ag­gres­siv be­kannt. „Sie hal­ten sich nicht an Re­geln, ha­ben ih­re ei­ge­nen. Mit Ge­walt ge­gen sie vor­zu­ge­hen, könn­te ei­nen Ge­gen­schlag aus Ra­che zur Fol­ge ha­ben“, sagt Ca­hill.

Auch der Ober­bür­ger­meis­ter stell­te sich ges­tern vor sein Ord­nungs­amt. Der OSD ha­be „gu­te und um­sich­ti­ge Ar­beit ge­leis­tet, zu­mal er gleich­zei­tig auch bei der Bom­ben­ent­schär­fung in De­ren­dorf ge- for­dert war“, er­klär­te Thomas Gei­sel. Ver­warn­gel­der we­gen di­ver­ser Ver­stö­ße zu ver­hän­gen, hät­te „un­ver­hält­nis­mä­ßig ho­hen Auf­wand“be­deu­tet und die La­ge vor Ort ver­schärft.

RP-FO­TO: HANS-JÜRGEN BAU­ER

OSD-Mit­ar­bei­ter schau­ten am Di­ens­tag zu, wie die Land­fah­rer ab­reis­ten, nach­dem die Po­li­zei sich an den Rhein­wie­sen pos­tiert hat­te.

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