Ver­such­te Ver­ge­wal­ti­gung in Dis­co

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE - VON WULF KANNEGIESSER

36-Jäh­ri­ger zu Be­wäh­rungs­stra­fe ver­ur­teilt. Er muss ei­ne The­ra­pie ma­chen.

FLIN­GERN Mit ei­ner Stra­fe von 18 Mo­na­ten auf Be­wäh­rung und mit stren­gen Auf­la­gen hat das Amts­ge­richt den Ver­ge­wal­ti­gungs­ver­such ei­nes Call­cen­ter-Agen­ten (36) an ei­ner jun­gen Frau ge­ahn­det. In ei­ner Au­gust­nacht 2016 hat­te er laut An­kla­ge in ei­ner Dis­co an der Rons­dor­fer Stra­ße die Stu­den­tin (22) auf der Da­men­toi­let­te ver­prü­gelt und zu ver­ge­wal­ti­gen ver­sucht. Erst durch das Ein­grei­fen ei­ner an­de­ren Be­su­che­rin (32) konn­te er ge­stoppt wer­den. Spä­ter wur­de ein Blut-Al­ko­hol-Wert von 2,2 Pro­mil­le bei ihm fest­ge­stellt. Im Pro­zess sprach er jetzt von ei­nem „Black­out“.

„Ich kann mich an nichts er­in­nern, aber wenn ich das ge­tan ha­be, dann ist das wirk­lich schreck­lich“, sag­te der bis­her völ­lig un­be­schol­te­ne An­ge­klag­te. Ein Gut­ach­ter be­fand, der 36-Jäh­ri­ge ha­be die Er­in­ne­rung an die se­xu­el­le Atta­cke ge­gen die ihm bis da­hin völ­lig frem­de Frau auf der Dis­co-Toi­let­te al­ler­dings erst rück­wir­kend aus­ge­blen­det, sei zur Tat­zeit „sehr ziel­ge­rich­tet und fo­kus­siert“vor­ge­gan­gen.

So hat­te der An­ge­klag­te die Stu­den­tin als Zu­fallsop­fer in je­ner Toi­let­te an­ge­trof­fen, sie so­fort mit Fäus­ten trak­tiert und nie­der­ge­run­gen. „Er hat kein Wort ge­sagt, ich dach­te, er wä­re ein Psy­cho­path“, schil­der­te die 22-Jäh­ri­ge ges­tern. Erst durch ih­re im­mer lau­te­ren Hil­fe­ru­fe war dann doch ei­ne an­de­re Be­su­che­rin der Dis­co auf­merk­sam ge­wor­den und hat­te mit ei­nem Be- sen­stiel so lan­ge auf den An­grei­fer ein­ge­prü­gelt, bis die­ser von dem Op­fer ab­ließ, da­von­lau­fen woll­te, da­bei aber ge­gen ei­nen Tür­ste­her prall­te und zu­nächst be­wusst­los lie­gen­blieb.

Das Ge­richt ging nicht da­von aus, dass sei­ne Schuld­fä­hig­keit zur Tat­zeit voll­stän­dig auf­ge­ho­ben war, son­dern al­len­falls ein­ge­schränkt ge­we­sen sein könn­te. Die für die Ge­walt­tat fäl­li­ge Haft­stra­fe von 18 Mo­na­ten setz­ten die Rich­ter dann auch nur un­ter der Be­din­gung zur Be­wäh­rung aus, dass der An­ge­klag­te dem Op­fer jetzt ra­ten­wei­se ins­ge­samt 6000 Eu­ro zahlt, dass er schleu­nigst ei­ne Psy­cho­the­ra­pie an­tritt und durch­steht und dass er al­le drei Mo­na­te zum Dro­gen­test geht. Das Ur­teil ist nicht rechts­kräf­tig.

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