Gold­ge­schäf­te brin­gen 63-Jäh­ri­gen vor Ge­richt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEILE -

ALT­STADT

(wuk) Die Aus­sicht auf glän­zen­de Gold­ge­schäf­te in Gha­na hat­te ei­nen 63-jäh­ri­gen Afri­ka­ner of­fen­bar so ge­blen­det, dass er ges­tern vor dem Amts­ge­richt an­tre­ten muss­te. Dort wehr­te der Mann sich ge­gen 600 Eu­ro Stra­fe we­gen Un­ter­schla­gung, nach­dem er 3000 Eu­ro für ei­nen Gold-An­kauf heim­lich bei sei­nem Ar­beit­ge­ber aus der Fir­men­kas­se ge­nom­men und ei­nem Lands­mann in ei­ner Alt­stadt-Bar über­ge­ben hat­te.

Dass der an­geb­li­che Gold­ver­mitt­ler hin­ter­her we­der das Geld zu­rück­gab noch den ver­spro­che­nen Ge­winn aus dem an­geb­lich glän­zen­den Ge­schäft aus­zahl­te, brach­te den An­ge­klag­ten erst um sei­nen Job und nun auch um sei­nen bis­her ta­del­lo­sen Ruf. Doch 600 Eu­ro Stra­fe

zu zah­len, lehn­te er ab. Sein Chef wol­le auf sei­ne Be­stra­fung ver­zich­ten, hieß es. Doch hat­te der An­ge­klag­te nicht nur das Fir­men­geld (das er ei­gent­lich zur Bank brin­gen soll­te), son­dern von ei­ner Frau wei­te­re 2000 Eu­ro in die­sen Gold­han­del in­ves­tiert. Ver­geb­lich wies die Rich­te­rin dar­auf hin, dass er min­des­tens in die­sem Punkt we­gen Un­ter­schla­gung be­langt wer­den kön­ne und ei­ne Stra­fe von 600 Eu­ro da­für „sehr mil­de“sei.

Sei­nen Ein­spruch ge­gen die Be­stra­fung zog der An­ge­klag­te aber nicht zu­rück, be­harr­te auf sei­nem Pro­test. Da ges­tern je­doch zwei Zeu­gen fehl­ten, muss­te das Amts­ge­richt die Ver­hand­lung un­ter­bre­chen und will den Pro­zess dem­nächst noch ein­mal von vor­ne auf­rol­len.

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