Ein bunt be­stück­ter Fest­platz

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON MO­NI­KA GÖTZ

Got­tes­dienst wird von St. An­na in das Fest­zelt ver­legt. Erst­mals gibt es Füchs­chen Alt.

Ein Schüt­zen­ver­ein muss sein. Das ist na­tür­lich kei­ne Fra­ge. Aber war­um braucht Nie­der­kas­sel ei­nen Schüt­zen­ver­ein? Thomas Damm und Marc Kle­ment, 1. und 2. Schüt­zen­chef des St. Se­bas­tia­nus Schüt­zen­ver­eins Düs­sel­dorf-Nie­der­kas­sel 1890, ha­ben dar­auf ei­ne ein­deu­ti­ge Ant­wort: „Weil wir uns für Nie­der­kas­sel stark ma­chen, weil wir uns für un­se­ren Stadt­teil ein­set­zen. Wir gestal­ten ein fröh­li­che Fest, hal­ten in schwe­ren St­un­den zu­sam­men und sind da, wenn man wirk­li­che Freun­de im Le­ben braucht.“

Aber die Um­set­zung die­ses ein­deu­ti­gen State­ments er­for­dert ei­ne Men­ge eh­ren­amt­li­ches En­ga­ge­ment. Jetzt gibt’s den Lohn für die übers Jahr ver­teil­ten Ak­ti­vi­tä­ten – es wird Schüt­zen­fest ge­fei­ert, und das ist ein will­kom­me­ner An­lass, „wie­der ein­mal das Ge­spräch von An­ge­sicht zu An­ge­sicht zu su­chen“.

Das Fest ist an­ge­rich­tet. Und es hält Neu­ig­kei­ten be­reit. Denn der Schüt­zen­ver­ein macht aus der Not ei­ne Tu­gend, ver­legt den sonn­täg­li­chen Got­tes­dienst, 11 Uhr, der Um­ge­stal­tung des Kir­chen­are­als St. An­na ent­spre­chend in das Fest­zelt. „Im Zelt herrscht ei­ne tol­le At­mo­sphä­re. Ich bin si­cher, das wird al­len ge­fal­len“, freut sich Thomas Damm. Und er be­tont, dass der Platz um St. An­na wei­ter­hin für Schüt­zen-Tra­di­tio­nen ge­nutzt wird: „Am Sams­tag, 18 Uhr, ver­sam­meln wir uns dort. Der Gro­ße Zap­fen­streich wird den Schluss­punkt set­zen.“Der erst­ma­li­ge Aus­schank des Füchs­chen Alt aus der Düs­sel­dor­fer Tra­di­ti­ons­braue­rei ist eben­falls ein High­light: „Und ein wei­te­rer Grund, uns auf dem Fest­platz un­ter­halb der Theo­dor-Heuss-Brü­cke zu be­su­chen“, freut sich Thomas Damm.

Trotz­dem: Tra­di­tio­nen sol­len er­hal­ten blei­ben. Da­hin­ter steht auch Dirk Andre­as Ha­sen­cle­ver. Als zwei­ter Platz­meis­ter ist er mit dem ers­ten Platz­meis­ter Bert Klin­ge für die Be­stü­ckung des Fest­plat­zes mit Fahr­ge­schäf­ten, Los- oder Schieß­bu­den usw. ver­ant­wort­lich. Aber das wird zu­neh­mend schwie­ri­ger: „Frü­her hat je­der von je­dem ge­lebt, ha­ben die Schau­stel­ler zu­sam­men­ge­hal­ten und die Schüt­zen­ver­ein­sVor­stän­de wa­ren froh, mit gu­ten Fahr­ge­schäf­ten vie­le Gäs­te an­lo­cken zu kön­nen. Heu­te pi­cken sich die Schau­stel­ler die Ro­si­nen her­aus, und die klei­nen Plät­ze kom­men so häu­fig zu kurz.“Hier aber kommt der Zu­sam­men­halt der links­rhei­ni­schen Schüt­zen zum Tra­gen. „Wir bie­ten die zeit­lich und auch ört­lich eng zu­sam­men­lie­gen­den Schüt­zen­fes­te in ei­nem Pa­ket an“, be­rich­tet Ha- sen­cle­ver. Für ei­nen klei­nen Obo­lus an Stand­mie­te auf den Plät­zen kön­nen die Schau­stel­ler ihr Pu­bli­kum an­lo­cken: „Wir ver­su­chen von Jahr zu Jahr, al­len Fest­teil­neh­mern das Bes­te zu bie­ten.“

Tra­di­tio­nen und At­trak­tio­nen – das ist die Mix­tur, die das Schüt­zen­fest in Nie­der­kas­sel mit „Rock em Dörp“mor­gen Abend im Fest­zelt (an al­len Ta­gen Ein­tritt frei) und der Pa­ra­de am Sonn­tag, 15.30 Uhr, wie­der­um zu ei­nem High­light der Schüt­zen­sai­son wer­den lässt.

FO­TO: HANS-JÜRGEN BAU­ER

Mit Fest­zug und Pa­ra­de am Sonn­tag er­reicht das Schüt­zen­fest in Nie­der­kas­sel sei­nen tra­di­tio­nel­len Hö­he­punkt.

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