An­ti­ker Kon­tra­bass bei Un­fall be­schä­digt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON WULF KANNEGIESSER

Um die Re­pa­ra­tur­kos­ten strei­tet ein Hob­by­mu­si­ker mit der Ver­si­che­rung sei­nes Kon­tra­hen­ten.

Mit ei­nem eben­so an­ti­ken wie wert­vol­len Kon­tra­bass als Ver­kehrs­un­fall­op­fer muss­te sich ges­tern ei­ne Zi­vil­kam­mer des Land­ge­richts be­schäf­ti­gen. Hier klag­te ein Hob­by­mu­si­ker (80) ge­gen die Ver­si­che­rung ei­nes Un­fall­geg­ners, von dem er mit­samt sei­nem Au­to im Fe­bru­ar 2016 auf der Kreu­zung Kett­wi­ger Stra­ße/Hö­her Weg von der Seite wuch­tig ge­rammt wor­den war. Den Blech­scha­den am Au­to des Mu­si­kers hat die Ver­si­che­rung so­fort aus­ge­gli­chen. Nur dass bei der Kol­li­si­on auch der Kon­tra­bass im Wa­gen des Hob­by-Jaz­zers schwer be­schä­digt wor­den war, moch­te die Ver­si­che­rung nicht un­ge­prüft über­neh­men. Per Ver­gleich ei­nig­ten sich bei­de Sei­ten ges­tern aber doch noch – zu­min­dest vor­erst.

„Ich bin acht­zig Jah­re alt und ver­zich­te seit an­dert­halb Jah­ren auf den Wohl­klang mei­nes In­stru­ments“, schimpf­te der Klä­ger ges- tern im Ge­richts­saal. Er ha­be zu dem Kon­tra­bass, den er einst von ei­nem Künst­ler­freund über­nom­men hat­te, im­mer­hin ei­ne „ei­ne en­ge Be­zie­hung“ent­wi­ckelt – und die sei durch den Kreu­zungs­un­fall jetzt nach­hal­tig be­schä­digt wor­den. Ins­ge­samt soll die Re­pa­ra­tur des Bas­ses bei ei­nem In­stru­men­ten­bau­er so­gar fast 11.000 Eu­ro kos­ten. Die­sen Be­trag in das rund zwei­hun­dert Jah­re al­te In­stru­ment zu in­ves­tie­ren, das von ei­nem re­nom­mier­ten In­stru­men­ten­bau­er aus Böh­men stammt, „ist es mir wert“, so der Klä­ger: „Ich möch­te den Bass re­pa­rie­ren las­sen und wie­der dar­auf spie­len – und zwar bald!“Doch zu­min­dest ei­nen Teil die­ser Kos­ten ha­be nun die Ver­si­che­rung des da­ma­li­gen Un­fall­geg­ners zu tra­gen. Im­mer­hin sei durch die Kol­li­si­on „die Schne­cke ge­bro­chen, der Kor­pus ka­putt ge­gan­gen“, so der Hob­by­mu­si­ker wei­ter. Nur be­män­gel­te der Ver­si­che­rungs­an­walt, dass je­ner Kon­tra­bass ja schon vor­her Krat­zer auf­wies und Ab­nut­zungs­spu­ren an den Kan­ten. Ei­ne Ge­ne­ral­über­ho­lung des ge­sam­ten Bas­ses auf Ver­si­che­rungs­kos­ten lehn­te er ab. „Aber der Bass war vor­her durch­aus in Ord­nung“, so der Klä­ger. Und ur­sprüng­lich be­lief sich sei­ne Kla­ge­sum­me so­gar auf fast 10.000 Eu­ro. Doch zeig­te sich der Klä­ger auch mit der Hälf­te zu­frie­den – wenn er sein In­stru­ment nur recht bald wie­der ein­set­zen kön­ne. Mit acht­zig Jah­ren kön­ne und wol­le er dar­auf jetzt aber nicht mehr ewig war­ten. Al­ler­dings räum­te das Ge­richt bei­den Sei­ten nun drei Wo­chen Zeit ein, um den ges­tern ge­schlos­se­nen Ver­gleich noch­mal zu über­prü­fen.

RP-FO­TO: KANNEGIESSER

11.000 Eu­ro soll die Re­pa­ra­tur des Kon­tra­bas­ses kos­ten. Die Par­tei­en ei­nig­ten sich auf ei­nen Ver­gleich.

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