Stei­ge­rung der Bau­kos­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - BERUF & KARRIERE -

Nicht zu Un­recht wird der Ar­chi­tekt als „Treu­hän­der des Bau­herrn“oder des­sen „Sach­wal­ter“be­zeich­net. Durch die pla­nen­den, über­wa­chen­den und be­ra­ten­den Auf­ga­ben des Ar­chi­tek­ten be­steht zwi­schen ihm und dem Bau­herrn von den ers­ten Vor­be­rei­tun­gen an bis zum end­gül­ti­gen Ab­schluss der Maß­nah­me ein be­son­de­res Ver­trau­ens­ver­hält­nis.

Zen­tra­le Auf­ga­be ei­nes Ar­chi­tek­ten ist die Kos­ten­pla­nung – und zwar in je­der Bau­pha­se. Schon zu An­fang bei der Fra­ge, was und wie über­haupt ge­baut wird, muss sich der Bau­herr auf die Kal­ku­la­ti­on des Ar­chi­tek­ten ver­las­sen kön­nen. In die­sem frü­hen Sta­di­um kann der Ar­chi­tekt aber bes­ten­falls Schät­zun­gen ab­ge­ben. Dass die ein­gangs pro­gnos­ti­zier­ten und die dann tat­säch­lich fest­ge­stell­ten Kos­ten mit­un­ter mas­siv dif­fe­rie­ren, muss­te schon so man­cher Bau­herr schmerz­lich er­fah­ren. Kann der Bau­herr nun die er­höh­ten Bau­kos­ten beim Ar­chi­tek­ten li­qui­die­ren, weil sich die­ser doch wohl ver­rech­net, er al­so feh­ler­haft ge­plant ha­ben muss?

Wohl kaum! Denn da­zu müss­te der Ar­chi­tek­ten­ver­trag ei­ne kla­re Bau­kos­ten­ga­ran­tie ent­hal­ten. Ga­ran­tie be­deu­tet, dass sich der Ar­chi­tekt er­kenn­bar per­sön­lich ver­pflich­ten will, für al­le mög­li­chen Bau­kos­ten­stei­ge­run­gen zah­lungs­wei­se ein­ste­hen zu wol­len, auch oh­ne ei­ge­nes Ver­schul­den. Der Bun­des­ge­richts­hof be­stä­tigt zu­letzt ei­ne Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Köln, wo­nach dies nur in ab­so­lu­ten Aus­nah­me­fäl­len an­ge­nom­men wer­den kann (Be­schluss vom 15. Fe­bru­ar 2017; Az.: VII ZR 198/16). Der Ar­chi­tekt ist von Be­rufs we­gen Bau­kos­ten­pla­ner, kein Bau­kos­ten­ga­rant.

Ger­hard Fries Der Au­tor ist Part­ner der So­zie­tät Krö­mer, Ste­ger, West­hoff.

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