Bel­ling­hau­sen: An­trei­ber und Mah­ner

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON MA­XI­MI­LI­AN LONN

Erst­mals läuft der 34-Jäh­ri­ge für Fortu­nas U23 auf und holt mit der „Zwo­ten“den drit­ten Sieg in Fol­ge.

Es gibt Fuß­bal­ler, die er­kennt man von wei­tem schon an ih­rer Kör­per­hal­tung. Auch Axel Bel­ling­hau­sen zählt zu die­ser spe­zi­el­len Ka­te­go­rie. Steht er auf dem Platz, be­kommt der Zu­schau­er im­mer ei­nen Spie­ler zu se­hen, der mit hoch­ge­zo­ge­nen Schul­tern und näh­ma­schi­nen­schnel­len Schrit­ten das Spiel­feld be­ackert und da­bei we­der sich noch sei­ne Ge­gen­spie­ler schont. Tu­gen­den, von de­nen auch die U23 der Fortu­na in die­ser Re­gio­nal­li­ga-Sai­son pro­fi­tie­ren soll. Am Sams­tag, beim 2:1 ge­gen den Auf­stei­ger West­fa­lia Rhy­nern, tat sie es be­reits.

Zur Er­in­ne­rung: Der 34-jäh­ri­ge Rou­ti­nier wur­de vor sei­nem letz­ten Jahr als Pro­fi­fuß­bal­ler auch zum Füh­rungs­spie­ler der „Zwo­ten“er­nannt, der bei Be­darf am Pro­jekt Klas­sen­er­halt mit­ar­bei­ten soll. Ge­gen Rhy­nern trat nun ein sol­cher Fall ein, und es dau­er­te ge­ra­de mal 240 Se­kun­den, ehe sich Bel­ling­hau­sens Ein­satz schon aus­zahl­te. Sei­ne per­fekt ge­tim­te Flan­ke brauch­te Em­ma­nu­el Iyo­ha nur noch über die Li­nie zu drü­cken. Es war der Start­schuss ei­ner star­ken ers­ten Hälf­te der Flin­ger­ner, die an­ge­sichts der spie­le­ri­schen Über­le­gen­heit mit 2:0 ei­gent­lich viel zu nied­rig aus­fiel.

Das al­lein war aber nicht der Grund, war­um der Blond­schopf nach dem Schluss­pfiff trotz des End­re­sul­tats of­fen­kun­dig un­zu­frie­den wirk­te. Viel­mehr war es der „kleine Schlen­dri­an“(Fortu­na-Trai­ner Tas­kin Aks­oy), der sich 20 Mi­nu­ten vor Schluss bei den Haus­her­ren ein­schlich und Bel­ling­hau­sen auf­reg­te. „Das war wirk­lich un­nö­tig“, mo­nier­te er. „Das ha­ben wir in der ers­ten Hälf­te deut­lich bes­ser ge­macht. Da ha­ben wir den Ball lau­fen ge­las­sen, und der Geg­ner muss­te sich nach uns rich­ten. Aber mit zu­neh­men­der Spiel­dau­er ha­ben wir das Heft aus der Hand ge­ge­ben.“

Auch Aks­oy fiel auf, dass bei sei­ner Mann­schaft nach dem An­schluss­tref­fer „durch vie­le Feh­ler und Ball­ver­lus­te ei­ne per­ma­nen­te Un­ru­he herrsch­te“. Be­reits ge­gen Wat­ten­scheid (1:0), als der Füh­rungs­tref­fer ein­fach nicht ge­lin­gen woll­te, of­fen­bar­te die jun­ge Mann- schaft ei­nen ge­wis­sen Hang zur Hek­tik. Bei­de Ma­le fol­gen­los.

Na­tür­lich stand letzt­lich wie­der ein Sieg, mitt­ler­wei­le der drit­te in Fol­ge, zu Bu­che. Aber Bel­ling­hau­sen geht es um mehr: „Es ist ja kei­ner hier, der das ex­tra macht, aber wir müs­sen noch da­hin kom­men, sol­che Si­tua­tio­nen ein we­nig cle­ve­rer aus­zu­spie­len.“

Denn trotz des bes­ten Sai­son­starts un­ter Aks­oy geht es für die For­tu­nen nach wie vor nur um den Klas­sen­er­halt. Das muss vor­ge­lebt wer­den. Bel­ling­hau­sen ist der ge­eig­ne­te Mann da­für.

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