Michae­la Cor­man spielt ein Ba­by­kon­zert für Düs­sel­dorf

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SCHULE UND BILDUNG - VON SE­BAS­TI­AN ESCH

OBER­BILK Wenn man das Wort Ba­by­kon­zert zum ers­ten Mal hört, äh­nelt der Aus­druck auf dem ei­ge­nen Ge­sicht am ehes­ten ei­nem Nie­sen. Vie­le Fra­gen schie­ßen in den Kopf: Muss das sein? Neh­men Ba­bys das über­haupt wahr? Ist das sinn­voll? Zu all die­sen Fra­gen kann Michae­la Cor­man, So­zi­al­päd­ago­gin, ganz klar sa­gen: Ja!

„Für kleine Kin­der ist Mu­sik ei­ne sehr in­ten­si­ve Er­fah­rung“, sagt sie. Sehr jun­ge Men­schen wür­den stark auf die Stim­me re­agie­ren und des­halb sehr wohl auf­nah­me­fä­hig für leicht er­zähl­te Ge­schich­ten sein. Bei ih­rem ers­ten Ba­by­kon­zert, das sie mit zwei Kol­le­gin­nen spiel­te, war das Mo­tiv bei­spiels­wei­se „Mond“. Et­was, das Kin­der auch in jun­gen Jah­ren schon ken­nen wür­den, sagt Cor­man. Kern­fra­ge: Wie klingt der Mond ei­gent­lich? „Al­so be­gibt man sich auf die Su­che nach In­stru­men­ten oder Din­gen, die mit dem Mond zu tun ha­ben.“So kam sie un­ter an­de­rem auf Hand­trom­meln und klei­ne­re Ku­geln. „Die Kunst liegt dar­in, ei­ne in­ter­es­san­te Ge­schich­te für Müt­ter zu er­zäh­len, die aber die Ba­bys auch per Klang ver­fol­gen kön­nen“, er­klärt Cor­man.

Nun ist es schwer vor­stell­bar, dass kleine Kin­der un­ter drei Jah­ren, an die sich das Kon­zert haupt­säch­lich rich­tet, auf der Tanz­flä­che ih­ren Kopf zur Mu­sik wip­pen las­sen. So sei das aber auch nicht ge­dacht. „Die Kin­der sol­len sich vom Klang mit­rei­ßen las­sen, da­bei kön­nen sie auch um­her­ge­hen oder krab­beln.“Da­für sei­en ex­tra Mat­ten aus­ge­legt. Wich­tig ist je­doch: Es darf nicht zu laut ge­spielt und ge­sun­gen wer­den.

Auf die Idee kam Cor­man ge­mein­sam mit ih­rer Freun­din. „Ich ge­be be­reits lan­ge Kin­der­kon­zer­te“, er­läu­tert sie und wei­ter: „Da wä­re es doch schön, et­was für die noch klei­ne­ren zu ma­chen.“Im Vor­feld hat sie sich dann vie­le Ge­dan­ken dar­über ge­macht, was zu be­ach­ten sei. So dür­fen „die Kon­zer­te auf kei­nen Fall län­ger als 40 Mi­nu­ten sein“. Län­ge­ren Zei­t­räu­men könn­ten Ba­bys kaum fol­gen. Und ei­ne ge­wis­se Ru­he müs­se herr­schen, sonst wä­re Ge­schrei pro­gram­miert.

Rund 20 kleine Kin­der mit Be­glei­tung wa­ren jetzt bei der ers­ten Auf­füh­rung da­bei. Für Cor­man ein Er­folg. „Die Re­ak­tio­nen wa­ren wirk­lich gut. Im Nach­hin­ein ha­be ich viel Mails be­kom­men, wann denn neue Ter­mi­ne sei­en und ob man re­ser­vie­ren könn­te“, er­klärt sie stolz. Ge­plant ist ein Kon­zert pro Mo­nat au­ßer­halb der Som­mer­fe­ri­en. Das nächste Kon­zert soll im Sep­tem­ber statt­fin­den. In­fo: drei-klang.de

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