Is­ra­el als Vor­wand

Rheinische Post Viersen - - STIMME DES WESTENS - VON MAT­THI­AS BEERMANN

Dass die Unesco über die Jah­re im­mer stär­ker zur Büh­ne nicht nur von schar­fen Kri­ti­kern, son­dern auch von er­bit­ter­ten Fein­den Is­ra­els ge­wor­den ist, muss man lei­der ein­räu­men. In der Kul­tur­or­ga­ni­sa­ti­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen hat sich zu­se­hends ei­ne an­ti-is­rae­li­sche Hal­tung ver­fes­tigt, die mit ih­rem Auf­trag, das Ver­ständ­nis der Na­tio­nen un­ter­ein­an­der zu be­för­dern, nicht zu ver­ein­ba­ren ist. Das hat­te da­zu ge­führt, dass die USA schon unter Ba­rack Oba­ma 2011 auf Dis­tanz zur Unesco gin­gen und ihr den Geld­hahn zu­dreh­ten.

Für Oba­mas Nach­fol­ger Do­nald Trump war die Hal­tung der Unesco zu Is­ra­el je­doch wohl nur ein Vor­wand. Der Rück­zug aus der Wel­t­or­ga­ni­sa­ti­on passt in die Stra­te­gie der Trump-Re­gie­rung, die mul­ti­la­te­ra­ler Po­li­tik miss­trau­isch bis of­fen feind­lich ge­gen­über­steht. Die Auf­kün­di­gung des Pa­ri­ser Kli­maAb­kom­mens passt eben­so in die­ses Denk­mus­ter wie die dro­hen­de De­mon­ta­ge des ira­ni­schen AtomDe­als. Trump und sei­ne An­hän­ger sind fest da­von über­zeugt, dass Ame­ri­ka es im Al­lein­gang am bes­ten rich­ten kann. Welch gro­tes­ke Feh­l­ein­schät­zung. BE­RICHT USA VER­LAS­SEN KUL­TUR­OR­GA­NI­SA­TI­ON, TI­TEL­SEI­TE

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