Die Sa­che mit dem Sa­ha­ra-Staub

Rheinische Post Viersen - - GRENZLAND-KURIER -

Der Kol­le­ge hat Ge­burts­tag. Folg­lich muss­te die Fra­ge ge­klärt wer­den, was es auf sei­ner Fe­te zu trin­ken gibt. Er frag­te mich, ob ich Wein mö­ge. Ja, ha­be ich ge­ant­wor­tet. Nur wer­de er nicht den Wein ha­ben, den ich trin­ke. Da der Bub weiß, dass ich ger­ne süß trin­ke, hat er mir stolz be­rich­tet: „Ich hab’ so­gar Ge­würz­tra­mi­ner und ex­trem blut­ro­ten Pfalz­wein!“Scheint was Sü­ßes zu sein. Das er­in­nert mich an die Lieb­lings­kol­le­gin. Die hat­te mir einst ei­ne Fla­sche lieb­li­chen Weiß­wein ge­schenkt – mit dem Hin­weis: „Den magst auch Du!“Das Pro­blem ist, das „lieb­lich“für ei­nen Wein­trin­ker gleich­be­deu­ten ist mit „zu­cker­wat­te-süß“. Für mich hin­ge­gen. . . Ich hat­te tap­fer den Wein pro­biert. Doch selbst „lieb­lich“ist für mich eher „tro­cken“, bes­ser ge­sagt: Ein sol­cher hat die Kon­sis­tenz von Sa­ha­ra-Staub. Ich hat­te noch ver­sucht, mit­tels Li­mo­na­de et­was Sü­ße in den „lieb­li­chen“Wein zu in­ji­zie­ren. Das Ex­pe­ri­ment miss­lang gran­di­os. Den ein­zi­gen Wein, den ich trin­ke, ist – Wein­lieb­ha­ber soll­ten jetzt auf­hö­ren zu le­sen oder sehr stark sein – Lam­brus­co bi­an­co. Schmeckt wie Li­mo mit ein biss­chen Al­ko­hol. Der Kol­le­ge hat mir be­rich­tet, dass er auch Was­ser hat. büba

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