Pro­test ge­gen Müll­um­la­de-Sta­ti­on

Der Ab­fall­be­trieb des Krei­ses Vier­sen will im Net­te­ta­ler Ge­wer­be­ge­biet Ve­ne­te ein Wert­stoff- und Lo­gis­tik-Zen­trum er­rich­ten. An­woh­ner for­mie­ren sich, auch CDU und Grü­ne ha­ben noch Fra­gen

Rheinische Post Viersen - - GRENZLAND-KURIER - VON DANIELA BUSCHKAMP

NET­TE­TAL In die Dis­kus­si­on um das ge­plan­te Müll­um­la­de- und Wert­stoff­zen­trum im Ve­ne­te-Are­al kommt er­neut Be­we­gung. Die An­woh­ner in Kal­den­kir­chen um Ja­ko­bi­ne Her­manns und Wer­ner Jobst wol­len sich als Grup­pe for­mie­ren. „Wir sind bis­her 30 An­woh­ner“, sagt der Kal­den­kir­che­ner Wer­ner Jobst. Für Don­ners­tag, 9. No­vem­ber, pla­ne man noch mal ein in­ter­nes Tref­fen. Für den 10. No­vem­ber pla­ne man ei­ne öf­fent­li­che Ver­an­stal­tung in der Gast­stät­te „Zur Müh­le“an der Köl­ner Stra­ße. Denk­bar ist für Jobst et­wa ei­ne Bür­ger-Initia­ti­ve.

Der Ab­fall­be­trieb des Krei­ses Vier­sen (ABV) will bis zum Jahr 2019 ein neu­es Wert­stoff- und Lo­gis­tik­Zen­trum rea­li­sie­ren. Zu den Bau­kos­ten gibt es bis­her kei­ne In­for­ma­tio­nen. Der ABV plant ei­nen ei­ge­nen Um­schlag­platz, um die ein­ge­sam­mel­ten Ab­fäl­le auf grö­ße­re Fahr­zeu­ge um­zu­la­den und von dort aus wei­ter zu trans­por­tie­ren. Da­mit sol­len auf Dau­er Kos­ten ge­spart wer­den. Pri­vat­leu­te sol­len dort zu­dem Ab­fäl­le ent­sor­gen kön­nen.

Ge­nau die­se Kos­ten­sen­kung be­zwei­feln die Geg­ner der An­la­ge aber: „Ist denn je­mals die Wirt­schaft­lich­keit ge­prüft wor­den?“, fragt Jobst. Wei­te­re Be­den­ken zu dem Vor­ha­ben ha­ben mit der hö­he­ren Ver­kehrs­be­las­tung zu tun. „Selbst wenn die Last­wa­gen ei­ne Rou­te über die Au­to­bahn neh­men sol­len, wer­den sie re­al den schnells­ten Weg wäh­len“, be­fürch­tet Jobst. Er geht zu­dem von ei­nem en­gen Zeit­plan für das Um­la­den aus. Doch was pas­sie­re bei Ver­zö­ge­rung? Dann könn­te es lan­ge Staus ge­ben. Au­ßer­dem sei der Be­trieb ver­mut­lich so groß, dass die To­re der An­la­ge stets of­fen sei­en. Da­durch könn­ten Ge­ruchs­be­läs­ti­gun­gen ent­ste­hen. „Ich hal­te die ge­sam­te Pla­nung des Ablaufs für de­so­lat“, sagt der Kal­den­kir­che­ner.

Auch die Kal­den­kir­che­ner CDU will ei­ni­ge Punk­te ge­klärt ha­ben. So sei et­wa ei­ne hö­he­re Ver­kehrs­be­las­tung von Kal­den­kir­chen durch die Ent­sor­gungs- und Trans­port­fahr­zeu­ge aus­zu­schlie­ßen. „Die Fah­rer müs­sen ver­pflich­tet wer­den, die Au­to­bahn­an­bin­dung über die zu­ge­hö­ri­ge An­schluss­stel­le zu nut­zen“, heißt es in ei­ner Pres­se­er­klä­rung. Au­ßer­dem soll­ten die An­woh­ner nicht durch Lärm oder Ge­rü­che be­läs­tigt wer­den. Da­für müs­se der Be­trei­ber mo­der­ne Tech­nik nut­zen.

Für die CDU ist zu­dem wich­tig, dass das neue Um­la­de- und Wert­stoff­zen­trum kei­ne ne­ga­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf die wei­te­re Ver­mark­tung des Ge­wer­be­ge­biets Ve­ne­te hat. Die Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft des Krei­ses Vier­sen hat­te sich seit 2003 um das Are­al ge­küm­mert – oh­ne gro­ßen Er­folg. Die Stadt Net­te­tal will die Flä­chen wie­der selbst ver­mark­ten. Mög­lich ist, dass das lan­ge brach­lie­gen­de Are­al ei­nen neu­en Na­men er­hält, wie Bür­ger­meis­ter Chris­ti­an Wa­gner (CDU) be­reits an­ge­kün­digt hat.

Mit den Be­fürch­tun­gen sind die An­woh­ner nicht al­lein. Guido Gah­lings, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Net­te­ta­ler Bünd­nis­grü­nen, sagt: „Wir kön­nen die­se Be­den­ken in wei­ten Tei­len gut nach­voll­zie­hen.“Ei­ne Fra­ge, die sich die Grü­nen seit der Vor­stel­lung des Pro­jekts 2016 ge­stellt hät­ten: „Soll­te das die Initi­al­zün­dung für das Ge­wer­be­ge­biet Ve­ne­te sein, wo es au­ßer ei­ner Tank­stel­le seit 2003 noch kei­ne an­de­re An­sied­lung ge­ge­be­ne hat?“Sei ein sol­ches Vor­ha­ben nicht eher ein Hin­der­nis für fol­gen­de Be­trie­be und ei­ne Ab­kehr vom Ve­ne­te-Kon­zept, dort kei­ne flä­chen­in­ten­si­ven Be­trie­be mit nur we­ni­gen Ar­beits­plät­zen an­zu­sie­deln?

Po­si­tiv sei, dass nun ein Wert­stoff­zen­trum da­zu ge­hö­re. Ein sol­ches Vor­ha­ben sei zu­dem in ei­nem Ge­wer­be­ge­biet zu­nächst ein­mal zu­läs­sig. Des­halb müs­se man dies jetzt so ver­träg­lich wie mög­lich für die An­woh­ner gestal­ten.

GRAFIK: KREIS VIER­SEN

So soll das neue Wert­stoff- und Lo­gis­tik­zen­trum aus­se­hen, das der Ab­fall­be­trieb des Krei­ses Vier­sen im Ge­wer­be­ge­biet Ve­ne­te er­rich­ten will. Ab­fäl­le sol­len dort auf grö­ße­re Fahr­zeu­ge ver­la­den und wei­ter trans­por­tiert wer­den.

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