In­ves­tor will neu­es Al­ten­heim na­he der Be­tu­we bau­en

Rheinische Post Wesel - - WESEL - VON KLAUS NIKOLEI

Der So­zi­al­aus­schuss sprach über das The­ma Pfle­ge.

WE­SEL Auf dem Eck­grund­stück Dins­la­ke­ner Land­stra­ße/Kurt-Krä­cker-Stra­ße will ein In­ves­tor ein Pfle­ge­heim mit 80 Plät­zen er­rich­ten. Die nö­ti­gen Ge­sprä­che mit den Be­hör­den sei­en be­reits im Gan­ge. Die­se Neu­ig­keit ver­kün­de­te ges­tern Ullrich Pe­troff, Fach­mann im Kreis­haus in Sa­chen Pfle­ge, den Mit­glie­dern des We­seler So­zi­al­aus­schus­ses. Die zeig­ten sich über­aus ver­wun­dert.

„Wir wis­sen von nichts“, sag­te bei­spiels­wei­se Karl-Heinz Ort­ling­haus (CDU). „Die Sa­che ist doch längst ge­stor­ben, oder?“Die­se Fra­ge stell­te er vor dem Hintergrund, dass vor knapp drei Jah­ren schon ein­mal über ein ge­plan­tes Heim auf dem Grund­stück na­he der Be­tu­we dis­ku­tiert wur­de. Schon gab es hef­ti­ge Kri­tik an dem lau­ten Stand­ort. Bis heu­te hat sich auf dem Are­al ei­ner ehe­ma­li­gen Fahr­schu­le nichts ge­tan.

Apro­pos Pfle­ge­hei­me: Um in Zei­ten des de­mo­gra­fi­schen Wan­dels die im­mer wei­ter stei­gen­de Zahl der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Se­nio­ren be­treu­en zu kön­nen, müs­sen im Kreis We­sel bis zum Jahr 2040 neue Hei­me mit ins­ge­samt 400 Plät­zen ge­baut wer­den. Die In­ves­ti­ti­ons­sum­me liegt bei rund 193 Mil­lio­nen Eu­ro.

Die­se und vie­le an­de­re Zah­len aus der „Ört­li­chen Pla­nung nach dem Al­ten- und Pfle­ge­ge­setz im Kreis We­sel“nann­te Pe­troff im Aus­schuss. Aus sei­ner Sicht sei es wich­tig, die Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen, dass mög­lichst vie­le al­te Men­schen in den ei­ge­nen vier Wän­den ge­pflegt wer­den kön­nen. Doch da­für braucht es auch ge­nü­gend Per­so­nal in der am­bu­lan­ten Pfle­ge. „Es müs­sen die Vor­aus­set­zun­gen ge­schaf­fen wer­den, dass ge­nü­gend Men­schen die­sen Be­ruf er­grei­fen wol­len“, so Pe­troff. „Au­ßer­dem müs­sen pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge un­ter­stützt wer­den.“

Schon ein we­nig stolz er­klär­te er, dass der pro­zen­tua­le An­teil der Se- nio­ren, die im Kreis We­sel in Hei­men le­ben (21 Pro­zent), deut­lich un­ter dem Bun­des­schnitt (27,6 Pro­zent ) lie­gen. So wür­den jähr­lich vie­le Mil­lio­nen Eu­ro ge­spart. Pe­troff geht da­von aus, dass Prä­ven­ti­ons­an­ge­bo­te wie De­menz-, Woh­nungs­und und Se­nio­ren­be­ra­tungs­stel­len zu die­sem po­si­ti­ven Er­geb­nis ge­führt hät­ten. Er mach­te al­ler­dings auch klar, das die Zahl der Kurz­zeit­und der Ta­ges­pfle­ge­plät­ze in den nächs­ten Jah­ren drin­gend an­stei­gen müss­ten: „Da muss kräf­tig ge­baut wer­den.“

Bei der an­schlie­ßen­den Dis­kus­si­on for­der­te un­ter an­de­rem Ul­la Hor­ne­mann (SPD), dass bei der Aus­wei­sung neu­er Wohn­ge­biet künf­tig Flä­chen für den Bau von Pfle­ge­ein­rich­tun­gen re­ser­viert wer­den müss­ten. Künf­tig soll sich auch der Stadt­ent­wick­lungs­aus­schuss mit die­sem The­ma be­fas­sen. Ei­ne ent­spre­chen­de Emp­feh­lung wur­de ein­stim­mig be­schlos­sen.

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