Kastra­ti­ons­pflicht könn­te noch 2017 kom­men

Rheinische Post Wesel - - WESEL -

WESEL (rme) Ei­ne Kastra­ti­ons­pflicht für frei­lau­fen­de Kat­zen hat­te die Lei­tung des We­seler Tier­heims schon vor ei­ni­gen Mo­na­ten ge­for­dert – denn im­mer wie­der wird die Ein­rich­tung mit dem un­er­wünsch­ten Nach­wuchs über­schwemmt. Vie­le Tie­re lei­den un­ter Krank­hei­ten. Bür­ger­meis­te­rin Ul­ri­ke West­kamp hat­te ver­spro­chen, die Po­li­tik über das The­ma ent­schei­den zu las­sen, und so be­fass­te sich jetzt der Aus­schuss für Bür­ger­diens­te, Si­cher­heit und Ver­kehr mit dem The­ma. Doch der von der Ver­wal­tung vor­ge­leg­te Be­schluss, dies über ei­ne Ent­schei­dung auf Kreis­ebe­ne zu er­rei­chen, kam nicht zu­stan­de – die Po­li­tik möch­te lie­ber ei­ne städ­ti­sche Re­ge­lung nach Dins­la­ke­ner und Vo­er­der Vor­bild.

Ein sol­cher Vor­schlag soll nun für die nächs­te Sit­zung vor­be­rei­ten wer­den. Die Ver­wal­tung woll­te die Kastra­ti­ons­pflicht für frei­lau­fen­de Kat­zen über ei­ne Ver­ord­nung auf der Grund­la­ge des Tier­schutz­ge­set­zes er­rei­chen. Über die­se Re­ge­lung kann die Stadt al­ler­dings nicht selbst ent­schei­den, sie kann nur ei­ne Emp­feh­lung aus­spre­chen.

„Wir sind da­bei auf den Kreis an­ge­wie­sen“, sag­te der Ers­te Bei­ge­ord­ne­te Klaus Schütz in der Sit­zung. Er hal­te dies den­noch für den bes­se­ren, weil rechts­si­che­ren Weg. Falls der Kreis nicht wie ge­wünscht ent­schei­de, kön­ne man im­mer noch den Weg über ei­ne lo­ka­le Lö­sung ge­hen, so Schütz. Die­ses Vor­ge­hen wird laut Ver­wal­tung auch von Tier­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen emp­foh­len, da es den Tier­schutz in den Mit­tel­punkt stellt – an­ders als bei ei­ner ord­nungs­be­hörd­li­chen Re­ge­lung, wie sie et­wa Dins­la­ken er­las­sen hat. Vor­aus­set­zung für ei­ne sol­che Ver­ord­nung sei au­ßer­dem, dass „ei­ne abs­trak­te Ge­fahr für die öf­fent­li­che Si­cher­heit und Ord­nung“vor­liegt – dies hält die We­seler Ver­wal­tung selbst an­ge­sichts ei­ner er­höh­ten Kat­zen­po­pu­la­ti­on für frag­lich.

Die Po­li­tik woll­te al­ler­dings nicht auf ei­ne mög­li­che Ent­schei­dung durch auf Kreis­ebe­ne war­ten. Um der Kat­zen­po­pu­la­ti­on Herr zu wer- den, sei ei­ne lo­ka­le Lö­sung sinn­vol­ler, ar­gu­men­tier­te Patrick te Paß für die SPD und stell­te für sei­ne Frak­ti­on den An­trag, dass die Ver­wal­tung bis zur nächs­ten Sit­zung des Aus­schus­ses ei­nen Vor­schlag für ei­ne Lö­sung, wie sie bei­spiels­wei­se in Dins­la­ken ge­fun­den wur­de, er­ar­bei­ten soll. Auch ha­be das Kreis­ve­te­ri­när­amt der Stadt Vo­er­de sei­ner­zeit emp­foh­len, die­sen Weg zu wäh­len.

Dies dürf­te auf je­den Fall der schnel­le­re Weg sein: Wenn der Aus­schuss am 22. No­vem­ber grü­nes Licht gibt, könn­te ei­ne Kenn­zei­chungs- und Kastra­ti­ons­pflicht für Stu­ben­ti­ger mit Frei­gang mög­li­cher­wei­se noch in die­sem Jahr in Kraft tre­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.